Kapitel 21.

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POV – Emily

Ich wachte mit einem seltsamen Gefühl auf – einer Mischung aus Leichtigkeit und Schwere, als hätte ich in der Nacht gleichzeitig etwas losgelassen und etwas Neues gewonnen. Mein Kopf fühlte sich schwer an, als hätte ich in der Nacht einen Marathon der Gedanken hinter mich gebracht.

Die Sonne scheint durch die halb geöffneten Vorhänge meines Zimmers, und die Wärme der Decke fühlt sich angenehm auf meiner Haut an. Doch mein Kopf ist alles andere als ruhig. Alex. Immer wieder Alex. Der heutige Morgen, ihre Geschichte, ihre Stimme – alles lief in meinem Kopf ab wie ein Film, den ich nicht stoppen konnte.

Ich streckte mich langsam, griff nach meinem Handy auf dem Nachttisch und sah die letzte Nachricht von Alex: "Du auch :)" Zwei einfache Worte, aber sie hatten etwas in mir ausgelöst. Ich wusste nicht genau, was es war – vielleicht Dankbarkeit, vielleicht Erleichterung, vielleicht... mehr? Ich schüttelte den Kopf und setzte mich auf. Alex hat die vierte Regel aufgestellt – keine Gefühle. Und das musste ich respektieren. Das war von Anfang an klar gewesen. Doch warum fühlte es sich jetzt so an, als wäre diese Grenze bereits verschwommen?

Mein Handy leuchtete wieder auf, eine weitere Nachricht von Mira. Erst jetzt sah ich, dass ich fünf verpasste Anrufe von Oliver und zwölf von Tammy und Mira hatte. Ich stöhnte leise auf und zog die Decke über meinen Kopf. Warum konnte ich nicht einmal eine Nacht haben, ohne dass alle direkt in Alarmbereitschaft verfielen? Doch gleichzeitig wusste ich, warum sie sich Sorgen machten.

Erneut vibrierte mein Handy, und diesmal war es ein Videoanruf von Oliver, meinem Bruder. Ich atmete tief durch und nahm an, noch immer im Bett liegend, mit zerzausten Haaren und halb offenen Augen.

"Na endlich!" Oliver's Gesicht erschien auf dem Bildschirm, die Stirn leicht gerunzelt, aber seine Stimme klang mehr besorgt als wütend. "Emily, was zur Hölle ist los? Ich habe mir Sorgen gemacht!"

Ich setzte mich langsam auf, das Handy in der Hand. "Guten Morgen, Oliver. Und nein, ich bin nicht tot. Danke, dass du fragst."

Er verdrehte die Augen. "Das ist nicht witzig. Du bist heute einfach abgehauen, und dann höre ich nichts von dir. Ich dachte, dir wäre irgendwas passiert!"

Ich runzelte die Stirn und fuhr mir durch die Haare. "Es tut mir leid, wirklich. Ich wollte dich nicht beunruhigen. Es ist nur... gestern Abend war einfach... anders, viel."

"Anders?" Er zog die Augenbrauen hoch. "Du tauchst mitten in der Nacht bei uns auf, mit einer fremden Frau, deren Hand am Bluten war und redest von 'anders'? Willst du mir erklären, was da los war?"

Ich seufzte. "Na gut, hör zu. Ich war im Club, und da war diese Situation..." Ich hielt kurz inne und überlegte, wie ich es erklären sollte. "Ein Typ wollte nicht von mir lockerlassen und nachdem er mich bedrängt hatte, ging Alex dazwischen."

"Alex?" Oliver legte den Kopf schief. „Wer ist diese Alex?"

Ein leichtes Lächeln schlich sich auf mein Gesicht, bevor ich es bewusst unterdrückte. "Alex ist... Sie ist schwierig zu erklären. Sie hat geholfen, die Situation zu klären. Der Typ hatte versucht, sein Glas gegen sie zu werfen und es ist in ihrer Hand zersprungen."

"Und wieso ist Sie nicht einfach ins Krankenhaus gefahren?", fragte Oliver verwirrt. "Was hast du mit ihr zu tun?"

Ich streifte mir mit der Hand über die Haare, überlegte kurz, was ich ihm darauf antworten soll. Es ist schließlich Oliver, mein Bruder. "Alex ist... naja, Sie ist meine Schülerin. Sie hat ihre Gründe für alles", antwortete ich zögerlich und spürte, wie meine Hände leicht schwitzig wurden.

"Oh", erwiderte Oliver nur, seine Stimme nun viel gelassener und ruhiger. "Also hast du ihr im Endeffekt nur geholfen, nachdem sie sich für dich eingesetzt hatte..."

Man sieht sichGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt