Kapitel 24.

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POV - Emily

Der Morgen begann wie jeder andere. Kaffee, Duschen, fertig machen, Tasche packen und den Tag starten. Doch während ich darauf wartete, dass der Kaffee durch die Maschine lief, überraschte mich eine ungewöhnliche Mail in meinem Postfach, als ich durch mein Handy scrollte.

Zwischen den üblichen E-Mails von Kollegen und Terminen, stach eine Nachricht heraus, eine von der Schulleitung. Schon bei dem Betreff musste ich schlucken "Zweifelhafte Begegnung außerhalb der Schule".

Mit einem unguten Gefühl öffnete ich die E-Mail und nach den ersten Sätzen spürte ich, wie weich meine Knie wurden.

"Sehr geehrte Frau Wille, 

erstaunlicherweise wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass es zwischen Ihnen und einer Ihrer Schülerin zu einer ungewöhnlichen Begegnung kam, außerhalb der Schulräumlichkeiten.

Um die Situation aufklären zu können, erwarte ich sie am Dienstag um 08 Uhr in meinem Büro.

Mit freundlichen Grüßen

Direktorin B."


Die Worte verschwammen vor meinen Augen, immer wieder las ich den ersten Satz. Irgendjemand wusste von mir und Alex Bescheid oder hat zu mindestens etwas gesehen.

"Fuck" hörte ich mich selber. Ich spürte, wie sich meine Brust zusammenzog. Alle möglichen Szenarien schossen mir durch den Kopf. Wann? Wo? Verdammt, ich dachte wir wären vorsichtig.

Doch egal, wie viele Fragen ich mir stellte, tief in mir wusste ich, dass das, nicht das Problem ist. Dieses Mal war ich das Problem, ich habe eine Grenze überschritten und egal wie harmlos es bislang erschien, das war es sicherlich nicht.

Und jetzt war es Zeit, sich dem zu stellen.

Panisch blickte ich auf die Uhr. 07 Uhr. Nicht mehr viel Zeit.

Wie neben mir, hetzte ich zwischen allen Zimmern hin und her, bis ich mich entschieden habe, was ich tragen sollte, wie ich mich heute präsentieren sollte. Meine Gedanken wanderten immer wieder zu Alex, ob sie auch etwas bekommen hat. Ob sie vielleicht auch gleich zu dem Gespräch auftauchen würde. Ich musste auf alles vorbereitet sein. Die E-Mail war so schlicht, dass es sich um all mögliches handeln könnte.

Die ganze Autofahrt überlegte ich mir verschiedene Antworten in meinem Kopf. Was ich wann sagen könnte, um wenigstens Alex den Ärger ersparen zu können.

Um Punkt 08 Uhr stand ich dann vor der Tür des Büros der Direktorin. Ich holte einmal tief Luft, versuchte meine Unruhe so gut es geht zu unterdrücken. Mit zitternden Händen klopfte ich schließlich an der Tür.

"Herein", rief die Direktorin mit ihrer gewohnt ruhigen Stimme.

Ich betrat das Büro mit einem halben Lächeln. Ein ruhiges "Guten Morgen" schaffte es über meine Lippen.

"Guten Morgen, setzten Sie sich Emily." sagte die Direktorin, während sie mit einer Hand auf den freien Stuhl vor sich zeigte, ihr Blick jedoch auf die Bildschirme vor sich gerichtet. "Danke, dass sie so kurzfristig Zeit gefunden haben."

"Natürlich" sagte ich angespannt, als ich mich setzte "Ihre E-Mail klang alarmierend."

Der Blick der Direktorin schwenkte zu mir und sie sah über den Rand ihrer Brille hinweg "Alarmierend. Ja, so kann man das beschreiben". Sie lehnte sich leicht nach vorne, stütze sich auf ihren Ellenbogen ab und drehte einen der Bildschirme in meine Richtung.

Mein Blick folgte der Bewegung und als ich auf den Bildschirm sah, sprangen mich direkt zwei Fotos an. Mein Herz setzte einmal aus, als ich Alex und mich auf den Fotos erkannte. Nach einem weiteren Moment war es jedoch nicht ganz so schlimm, wie ich befürchtete. Die Bilder waren von Samstag und zu sehen ist nur, wie Alex und ich vor ihrem Truck stehen. Der Truck verdeckt uns zwar bis zur Hälfte, man kann jedoch deutlich sehen, dass Alex kein T-Shirt anhat. Man kann deutlich ihren schwarzen Sport-BH erkennen, ihr komplettes Tattoo, das sich ihren Arm hoch schlängelt. Ich hingegen in meinem schwarzen Kleid halte gerade Alex verletzte Hand in meiner, mein besorgter Blick auf dem ersten Foto auf die Hand, auf dem zweiten Foto auf Alex gerichtet.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Mar 02, 2025 ⏰

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