POV - Alex
Ich schloss die Haustür hinter mir her und spürte einen kühlen Luftzug, der durch das Haus wehte. Es war bereits nach neun, und das Haus war still, bis auf die Küche, aus der ein gedämpftes Licht drang. Ich wusste, dass Tom noch wach war – seine nächtlichen Sessions am Laptop waren nichts Neues.
Als ich in die Küche trat, saß er am Tisch, in sein Tippen vertieft. Ich öffnete den Kühlschrank, holte drei Bier heraus und hielt eines hoch.
"Bier?" fragte ich beiläufig.
"Bier", bestätigte er mit einem schmalen Lächeln und nahm es mir ab. Doch sein Blick blieb neugierig auf mir haften.
"Alles okay bei dir?" fragte er und trank einen Schluck.
Ich nickte. "Ja, alles gut. Eric wartet oben, oder?"
Tom grinste. "Wie immer. Viel Spaß."
Ich stieß meine Flasche gegen seine, nahm einen großen Schluck und ging nach oben.
Mein Zimmer war leer, aber mein Fenster stand bereits weit offen. Ich schüttelte grinsend den Kopf. Natürlich. Immer wenn Eric und ich etwas zu bereden haben, ist es auf dem Dach der Garage.
Ich ging rüber zum Fenster, hielt beide Biere in einer Hand und stieg geschickt durch den Rahmen auf das Dach der Garage hinaus. Die frische Luft empfing mich und mein Blick wanderte nach rechts. Eric saß, wie immer, an der Wand gelehnt, sein Kopf leicht nach hinten geneigt, als würde er bereits eine Weile auf mich warten. Ein Lächeln stieg in mir auf, ich ging zu ihm rüber, reichte ihm ein Bier und setzte mich neben ihn, mein Kopf auch an die Wand gelehnt.
Wir stießen an und nahmen beide einen großen Schluck.
"Na, schönen Abend gehabt?", fragte Eric schließlich sarkastisch, aber belustigt.
Ich seufzte und stieß meine Schulter gegen seine. "Bis mein bester Freund aufgetaucht ist, lief alles perfekt."
"Pff, ich habe damit gar nichts zu tun", erwiderte er grinsend. "Also, Frau Wille, hm?"
Ich atmete einmal tief durch "Ja, kann man so sagen."
Eric drehte den Kopf zu mir und zog eine Augenbraue hoch. "Erzähl."
Ich schaute in seine Richtung und er in meine "Weißt du noch, der Nacht vor Schulbeginn?"
"Die Nacht, in der du einfach abgehauen bist?" grinste er und setzte sein Bier an, "Ja, unvergesslich."
„Tja, die Frau, mit der ich der Nacht abgehauen bin, stellte sich am ersten Schultag als meine neue Englisch-Lehrerin heraus."
Er spuckte fast sein Bier aus. "Shit. Kein Mist?"
Unglaubwürdig, wie das sich anhörte, nickte ich wortlos und trank einen weiteren Schluck.
Eric schaute mich fragend an "Aber wie kommt es, dass ihr, anscheinend... Naja...keine Ahnung - euch weiterhin trefft?"
"Eine reine Achterbahn, das sage ich dir", seufzte ich. "Irgendwie gab es die ganze Zeit über eine gewisse Anspannung bei uns. Wir hatten versucht, das zu klären, dass wir den einen Abend vergessen, aber weder ich noch sie haben es hinbekommen, wie du siehst."
"Ist es was Ernstes?", fragte Eric.
"Was? Nein!" sagte ich hastig mit höherer Stimme. Nervosität breitete sich in meiner Brust aus und Eric schaute mich skeptisch an.
"Bullshit" erwiderte Eric und trank etwas.
"Nein im Ernst – Wir treffen uns ausschließlich für den Sex, nicht mehr. Wir haben sogar Regeln dafür ausgestellt." gestikulierte ich nun hin und her. Versuchte ihm quasi bildlich darzustellen, dass zwischen mir und Emily eine rein körperliche Anziehung herrschte.
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Man sieht sich
Romansa"Man sieht sich" - als Alex diesen Satz sagte, war ihr noch nicht bewusst, wie schnell sie Emily eigentlich wieder sehen würde. Schon gar nicht am nächsten Tag in dem selben Klassenzimmer und schon gar nicht, als ihre neue Englischlehrerin.
