Es dauert einen Moment, bis ich wieder zu mir komme. Das, was ich gerade erlebt habe, war wie ein Rausch. Ich habe mich einfach mitreißen lassen, ohne mit meinem Verstand zu steuern. Doch allmählich macht sich mein Verstand sehr wohl bemerkbar. Und meine innere Stimme sagt laut und deutlich: „Was zum Teufel hast du gerade getan? Bist du jetzt komplett wahnsinnig geworden?". Die Antwort darauf ist eindeutig. Ich muss vollkommen wahnsinnig sein. Ansonsten hätte ich mich doch nicht mit meinem Chef in Gegenwart eines wichtigen Geschäftskunden so gehen lassen. In diesem Moment wünschte ich mir nichts mehr, als in meinem gemütlichen Sessel in meiner Wohnung zu erwachen und erleichtert festzustellen, dass das alles nur ein Traum gewesen ist. Reue flutet mich wie heiße Lava. Und bevor ich einen der beiden Männer in die Augen sehe, stürme ich auf der Suche nach einem Badezimmer davon. Ich reiße die erst beste Tür in Olivers Wohnung auf, nur um kurz darauf in seinem Schlafzimmer zu stehen. Als ich Stimmen aus dem Wohnzimmer höre, werde ich panisch und entschließe kurzerhand mich im Schlafzimmer zu verschanzen. Glücklicherweise schließt an dieses ein Badezimmer an. Erleichtert stelle ich kurz darauf fest, dass sich dieses sogar verschließen lässt.
Ich ziehe mir mein Kleid wieder richtig an. Mein Slip befindet sich wahrscheinlich noch im Wohnzimmer. Anschließend wage ich einen Blick in den Spiegel. Meine Wangen glühen und meine Gesichtszüge sehen trotz meiner aktuellen Stresssituation entspannt aus. Ich lasse für einen Moment kaltes Wasser über meine Hände fließen und betupfe anschließend meine Schläfen und meinen Nacken mit meinen nassen Fingerspitzen. Das wichtigste ist jetzt, wieder einen kühlen Kopf zu bekommen. Erst dann kann ich überlegen, was ich als nächstes tun werde. Schließlich kann ich mich nicht ewig in Olivers Badezimmer einschließen. Oliver wird auch irgendwann in sein Bett wollen. Aber noch bin ich nicht bereit diesen sicheren Bereich zu verlassen.
Ich versuche zu lauschen und drücke mein Ohr an die Tür. Aber diese ist schwer und es dringt überhaupt kein Laut zu mir vor. Ob Anthony noch da ist? Ober ob er und Oliver vielleicht ganz entspannt bei einem Glas Whisky auf mich warten?
Eigentlich habe ich keinen Grund mich zu verstecken. Möglicherweise mache ich dadurch nur noch alles Schlimmer. Besser wäre sicherlich, mich jetzt ganz souverän und cool kurz mit den beiden zu unterhalten, mir ein Taxi zu bestellen und mich nach Hause fahren zu lassen. Ich bin eine erwachsene Frau, die gerade offen ihre Sexualität ausgelebt hat. Warum sollte mir das unangenehm sein? Darüber hinaus vermute ich, dass weder Oliver noch Anthony das, was gerade passiert ist, in irgendeiner Weise peinlich finden. Warum also verstecke ich mich hier?
Ich wünschte ich hätte meine Handtasche bei mir und könnte ... anrufen. Sie würde wahrscheinlich lachen und mich ermutigen, mir noch eine schöne restliche Nacht mit den beiden Männern zu gönnen. Aber ich bin nicht Kate, sondern war bis vor kurzem noch schrecklich verklemmt, wenn es um meine eigene Sexualität ging.
DU LIEST GERADE
Dark Secret
RomanceAls Hannah ihre Freundin Kate nur aus Neugierde in den exklusiven Erotikclub Dark Secret begleitet, trifft sie dort ausgerechnet den obersten Chef und Eigentümer des Unternehmens, für das sie seit sechs Monaten arbeitet. Aber nicht nur das - sie sie...
