8. Dezember
Es war ein normaler Schultag wie jeder andere auch. Hailey und ich hatten heute den ganzen Tag zusammen Unterricht, was ziemlich selten war, aber da wir heute keine Kurse hatten, hatten wir zusammen Unterricht und auch Niall war dabei, was mich störte. Langsam begann ich eine Art Abneigung gegen ihn zu entwickeln, denn er nahm mir mein Leben. Er zerstörte nicht nur den Dezember noch mehr, wie eh schon, er brachte Hailey auf dumme Ideen.
Hailey wird jeden Tag neugieriger und nicht nur wenn es um mein Geheimnis ging, sondern auch wenn es um Niall ging.
Immer wieder fragte sie mich, was zwischen uns lief, obwohl da nichts war und nichts sein werde. Ich war mir so sicher. Sie wollte wissen, was ich so sehr hasste, oder warum ich Weihnachten so sehr hasste. Ich wollte es niemanden jemals erzählen müssen. Ich wollte es mit ins Grab nehmen.
Keiner konnte in die Zukunft sehen.
Keiner wusste, dass heute der Tag war, an dem Hailey es erfahren würde.
Keiner wusste, wie sie reagieren würde, auch ich nicht.
Hailey und ich wollten heute einfach was zusammen unternehmen, allerdings zu Hause, da es draußen viel zu kalt war. Erst wollte sie auf den Weihnachtsmarkt, bis ich sie überreden konnte es zu lassen, da wir diesen Monat oder besser vor 2 Tagen, erst dort waren. Natürlich streikte sie, natürlich protestierte ich, aber ich gewann und konnte dem Schmerz aus dem Weg gehen, dort überall die fröhlichen Gesichter zu sehen.
Wir beschlossen zu mir zu gehen, völlig unüberlegt meinerseits, und uns einfach einen "schönen" Nachmittag zu machen. Überraschenderweise war heute meine Mutter zu Hause und am telefonieren.
"...okay, du hast ja Recht. Es wird Zeit für sie, alles hinter sich zu lassen."
Mit wem sprach sie?
"Wir reden nochmal. Blair ist gerade gekommen. Bye."
Hailey und ich sahen uns an, denn auch in ihr herrschte dieselbe Frage wie in mir: Wer war das?
"Mum?", rief ich. "Küche!", kam die promte Antwort und Hailey und ich gingen zu ihr. "Mit wem hast du gesprochen?", fragte ich direkt, aber freundlich wie immer.
"Mit jemanden aus der Firma. Nichts besonderes.", winkte sie ab. Meine Mutter log mich ernsthaft an?! Man merkte doch, dass das nicht nur jemand aus der Firma war. Irgendwas stinkt hier gewaltig nach Betrug...oder Verrat? Keine Ahnung. Ich habe vermutlich zu viele vorhersehbare Filme gesehen.
Mama hatte heute Essen für uns gemacht und zusammen aßen wir Nudeln mit Tomatensauce. Nachdem Essen halfen wir Mama beim aufräumen und wuschen unsere roten Münder ab. Auch wenn wir mittlerweile 17 Jahre waren, waren wir nicht in der Lage Nudeln zu essen ohne einen roten Mund zu kriegen, oder in Haileys Fall ohne rote Nase. Nur weil Weihnachten war, brauchte sie nicht Rudolf nachmachen oder? Nachher muss sie noch den Schlitten ziehen, weil der Weihnachtsmann Hailey und Rudolf verwechselt. Hoffentlich bringt er sie anschließend sauber wieder.
Nachdem wir alles aufgeräumt hatten gingen wir in mein Zimmer. Hailey blieb wie versteinert stehen, als ihr etwas in ihr Blickfeld fiel. Man merkte, wie es in ihren Kopf ratterte und sie eins und eins zusammenzählte.
Ihre Augen waren groß und ich wusste, dies war der Moment.
"Natürlich, dass ist der Grund.", murmelte sie und sah mich an. Ich blickte auf den Boden und nickte leicht.
Sie war den ganzen Monat einmal hier, aber hatte es nicht gesehen, bis jetzt. Sie sah das Bild, dass nur im Dezember hier steht und der Grund, warum ich im Dezember lieber mit zu ihr gehe, als dass sie her kommt.
Wir setzten uns auf mein Bett und sie sah mich abwartend, keineswegs fordern, an.
"Das ist mein Vater.", sagte ich und nahm das Bild in die Hand. "Es ist einige Jahre her, ich war noch relativ klein, als er uns an Weihnachten verließ. Wir saßen alle am Tisch, wollten essen, als Dad eine Nachricht bekam. Er war nicht im Raum und meine Mutter laß sie. Sie hatte lange den Verdacht, dass er sie betrog, wie sie mir später erzählte und dies war ihre Gelegenheit. Ich weiß bis heute nicht, was darin stand, ich weiß nur noch, wie meine Mutter mich in mein Zimmer schickte und dann das Haus in Lärm und Scherben aufging.", ich holte einmal tief Luft, da es mir schwer fiel, dies alles zu erzählen.
"Ich war nicht in meinem Zimmer. Ich saß auf der letzten Treppenstufe und beobachtete beide. Aus Angst. Ich meine, ich war so jung, woher sollte ich wissen worum es ging? Woher sollte ich wissen, dass mein Vater eine andere Frau küsst? Mit einer anderen Frau Sex hat? Woher sollte ich es wissen? Es war ein einziges Rätsel für mich. Meine Mutter warf ihm alles vor die Füße, so sauer war sie und auch mein Vater war nicht gerade ruhig. Ich habe jedes Wort in meinen Kopf. Jedes benutzte schmutzige Wort. Mit den Jahren kam die Erkenntnis über das, was mein Vater tat. Es ging damals zwei, drei Stunden so, bis alles ans Licht kam. Er hatte über 8 Monate eine andere Frau die einen Sohn hat. Er nahm sich die Jacke, setzte sich ins Auto und ging. Für immer. Ich hatte eine besondere Beziehung zu ihm. Er war mir sehr wichtig. Meine Mutter weinte den ganzen Abend lang. Es war das schlimmste Weihnachten der Welt. Kannst du dir das vorstellen, wie es für mich gewesen ist? Ich hasse deswegen nicht nur Weihnachten, sondern auch ihn, dieses miese egoistische Arschloch!", mit diesen Worten nahm ich das Bild in die Hand, in der nächsten Sekunde landete es an der Wand und zersprang in tausend Teilen.
Tränen liefen mir die Wange hinunter und ich war so sauer auf ihn. Er hat sich all die Jahre nie bei mir gemeldet und hatte eine Frau mit einem Sohn, der nicht mal seiner war. Er liebte seine eigene Tochter nicht mal annähernd so, wie den Sohn seiner Frau. Warum sonst hätte er gehen sollen und sich nie verabschieden sollen? Warum sonst hat er sich nie gemeldet?
Ich stand auf und trat auf das Bild drauf mit aller Kraft. Ich war zwar froh über meine Hausschuhe, aber er hatte es so verdient! Er sollte das spüren was ich all die Jahre verspürte. Purer Schmerz!
"Blair!", Hailey zog mich in ihre Arme, auch wenn ich strampelte und weinte einfach. "Es ist alles gut. Ich bin da. Lass es raus."
Und dass tat ich. Ich ließ nach all den Jahren all den Schmerz raus, bis tief in die Nacht. Zum ersten Mal in meinem Leben. Selbst damals zeigte ich ihn nicht.
Der Schmerz war aber nichts im Gegensatz zu dem, der mich erwartete. Ich hätte nie gedacht, dass das passieren wird. Niemals. Das war alles der Anfang vom Ende.
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Eisblume {Niall Horan}
Fiksi PenggemarWeihnachten ist die schönste Zeit im Jahr. Kinder kriegen Geschenke, überall riecht es herrlich und wenn die Weihnachtsmärkte mit dem Schnee eröffnet werden, hält es kaum noch die Leute zu Hause, außer Blair. Blair hasst Weihnachten über alles, den...
