16. Dezember
Nialls Sichtweise
Ständig liefen mir die Bilder durch den Kopf von Blair. Es sah so elegant aus, so gekonnt und doch so... emotional?
Sie hatte etwas zu verbergen. Es erstickte sie, machte sie kaputt, doch wenn Blair Schlittschuh läuft ist sie ein anderer Mensch.
Ich habe sie durch Zufall gesehen, als ich auf den Weg zur Schule war, wie sie einen anderen Weg ging. Ich, als neugieriger Mensch, musste nachsehen, was sie tat und es war umwerfend, auch wenn es hieß, dass sie mich letztens angelogen hat auf der Schlittschuhbahn oder besser, mir nur was vorgespielt hat, aber warum? Warum will sie, dass keiner ihr Talent sieht?
Blair ist stur und würde nie ein Wort sagen, ohne auszurasten, weswegen ich beschlossen hatte, mich an Hailey zu wenden.
Hailey war immer einige Minuten zu früh in der Schule, weshalb ich diese Chance nutzen wollte um alleine mit ihr zu reden. Oftmals stand sie vor ihrem Spind, genau wie heute. Ich stellte mich vor sie hin, schaut ernst und so, dass ich kein 'Nein' akzeptieren würde.
"Was weißt du über Blairs Schlittschuhkünsten?"
"Dir auch einen wunderschönen, guten Morgen, Niall. Und wovon redest du da? Blair ist sicherlich nicht dazu fähig überhaupt nur einen Fuß auf das Eis zusetzen", antwortete sie mir patzig.
"Hailey, hör auf mich zu verarschen. Es ist mir egal, ob du Blair decken willst oder nicht", meine Faust verkrampfte sich und ich wurde immer wütender, doch atmete ich einmal ruhig ein und dann wieder aus, "Sie... Sie bedeutet mir wirklich viel und deswegen möchte ich ihr helfen. Ich weiß, dass sie irgendwas vor mir verbirgt, was sie bedrückt, also sag mir, was du darüber weißt und was es zu bedeuten hat".
Sie schaut mich mit großen Augen an, als würde sie mir jetzt erst glauben.
"Du meinst das ernst? Blair kann Schlittschuh fahren? Aber wieso erzählt sie mir das Gegenteil?"
"Ob sie es kann? Sie kommt mir vor wie ein Champion und... warte mal, du weißt nichts?", Hailey schüttelte ihren Kopf.
"Scheiße!", fluchte ich, "Ich werde es herausfinden, verlass dich darauf".
In Geschichte stellten Blair und ich unser Projekt vor, womit wir als 'Klassenbesten' betitelt wurden, allerdings war das heute alles, was ich mit Blair besprochen hatte oder wo ich sie sah.
Als ich am Nachmittag nach Hause kam, war nur mein Stiefvater zu Hause, sonst niemand. Er war schon älter, aber dafür sehr liebevoll zu mir. Er behandelte mich wie sein eigener Sohn, wofür ich ihm ziemlich dankbar bin. Mein Vater starb vor vielen Jahren, so ist es schön wenigstens einen Ersatzpapa zu haben. Ich weiß, dass er noch eine Tochter hat, diese aber nichts von ihm wissen möchte, was ich absolut nicht verstehen kann. Er ist einer der liebsten Menschen überhaupt. Über Weihnachten soll sie uns besuchen. Henry, so hieß mein Ersatzpapa, freute sich so sehr, als seine Ex-Frau dieses Treffen organisierte.
"Hallo Niall. Alles klar?", lächelte er mich an.
"Ja, ja.", antwortete ich rasch, allerdings glaubte er mir nicht.
"Es ist wegen diesem Mädchen, stimmts?", ich lachte leise. Er wusste immer, was los war. Henry kannte mich zu gut.
"Ja, aber ist nicht so wichtig. Erzähl mir mal etwas über deine Tochter. Du hast nie viel über sie erzählt. Ich muss mich ja auf eine weitere Frau im Hause vorbereiten", grinste ich ihn schief an.
Zuerst schaute er mich lachend an, ehe er sich beruhigte und dann ernst erzählte: "Ich erinnere mich an ihre strahlende blaugrünen Augen mit diesen hellbraunen kleinen Löckchen. Sie war schon immer sehr groß und ihre Nase hat sie von ihrer Oma. So eine kleine Stupsnase. Über der Lippe hatte sie einen kleines Muttermal, was sie als Leberfleck bezeichnet und deswegen nie erwähnenswert für sie war."
Während er erzählte, dachte ich bei jedem Wort mehr an Blair. Die Beschreibung der Augen und Haare, der kleine Leberfleck- könnte es wirklich sein? Wäre das nicht ein krasser Zufall? Ich erinnere mich daran, dass Henry Ende Dezember zu uns zog. War Blair seine Tochter?- Oh Gott, was für eine Katastrophe wäre das denn?!
"Hat sie irgendwas gerne gemacht?", ich hatte diesen Verdacht, denn ich so bestätigen musste. Das kann doch nicht sein, oder?
"Ja. Sie mochte es nicht nur, sie liebte es und lebte dafür. Sie konnte Schlittschuhlaufen wie keine andere und war erfolgreich bei Meisterschaften. Ich habe sie sogar trainiert vor vielen Jahren. Es war eine tolle Zeit, aber jeder Mensch begeht mal einen Fehler und kann ihn nicht rückgängig machen. Ich liebe deine Mutter und du bist wie ein Sohn für mich, aber ich wünschte ich hätte gesehen, wie sie älter geworden ist.", er sah mich traurig und ehrlich an. Henry vermisste sie sehr und ich begann gerade das Rätsel zu lösen.
"Ihr... ihr Name lautet nicht zufällig Blair Willow oder?"
"Ja, dass ist meine Tochter. Woher weißt du dass?"
Das wird eine ganz schwere Zeit. Wie soll ich das jemals Blair erklären, dass ich ihr den Vater genommen habe?
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Eisblume {Niall Horan}
FanfictionWeihnachten ist die schönste Zeit im Jahr. Kinder kriegen Geschenke, überall riecht es herrlich und wenn die Weihnachtsmärkte mit dem Schnee eröffnet werden, hält es kaum noch die Leute zu Hause, außer Blair. Blair hasst Weihnachten über alles, den...
