21. Dezember
Ich hatte lange nicht mehr so gut geschlafen, wie in diesem Bett. Ich würde dieses Bett am liebsten mitnehmen nach Hause. Als ich aufstand zog ich mir ein langes Shirt an mit einer Leggings. Meine Haare machte ich zu einem hohen Pferdeschwanz zusammen. Mich würden nicht viele Leute heute sehen, also würde dieses Outfit reichen.
Als ich runter kam roch ich schon das gute Essen.
Ich setzte mich an den Tisch und nahm mir etwas vom Rüherei. Maura fragte mich nach meiner Nacht, die ich lächelnd beantworten konnte. Maura und Dad unterhielten sich über ihren Tagesablauf. Ich hörte nicht richtig hin, bis ein Name fiel.
"Wann kommt Niall heute Heim?", fragte Dad sie. Mein Blick schoß hoch.
"Niall?!", fragte ich etwas zu laut. Beide sahen mich verwirrt an.
"Ja, mein Sohn.", sagte Maura und als würde das nicht reichen, ging in dem Moment die Haustür auf. Ich sprang förmlich auf und als ich den Blondschopf sah konnte ich nicht anders.
"Du Verräter!", schrie ich ihn an. "Du bist genauso ein Arschloch, wie alle anderen auch!"
"Blair, ich wollte es dir sagen, deswegen war ich bei dir-" "Ach ja?! War es das wirklich, oder warst du nur da um mich zu küssen?!", im Augenwinkel sah ich wie die Kinnlade meines Vaters runterging.
"Du hast es die ganze Zeit über gewusst. Du wusstest, wie viel Angst ich hier vor hatte. Ich dachte wirklich, ich kann dir vertrauen, aber weißt du was, ich hätte es wissen müssen. Ich hasse dich, Niall.", langsam liefen mir die Tränen hinunter.
"Blair, beruhige dich. Ich erklär dir das.", er wollte mich in seinen Arm nehmen, doch ich stieß ihn weg und rannte in mein Zimmer.
Ich saß den ganzen Tag auf der Couch und weinte. Ich war erschüttert. Niall hat es alles gewusst und erzählte mir kein Wort. Wie kann das sein? Wie mies ist das denn?! Oder sagte er doch die Wahrheit? Wollte er deswegen zu mir und seine Mum hat ihn unterbrochen?
Red es dir nicht ein, Blair. Er hatte genug andere Gelegenheiten.
Warum tat er mir das an? Warum stellte er mein Leben so auf den Kopf? So viele Fragen und keine Antwort. Ich vernahm oft ein Klopfen an der Tür, doch ich verneinte jedesmal. Mein Handy explodierte vor Nachrichten, doch keine einzige laß ich. Ich glaube sogar Haileys Namen gesehen zu haben.
Am Abend saßen wir alle am Tisch zum Essen. Wie ätzend. Ich sprach kein Wort, auch wenn Niall sich versuchte zu entschuldigen.
„Kinder, so geht das nicht weiter. Wollt ihr euch nicht mal in Ruhe aussprechen?"
„Ja" „Nein"
Mein Vater sah mich böse an. Noch ein Wort, alter Mann und ich verliere die Beherrschung.
„Blair, denkst du nicht, du solltest-„, es reichte mir. Ich sprang auf, schlug die Hände auf dem Tisch.
„Denkst du nicht, du wärst derjenige, der damit anfangen sollte?! Du bist der Grund, warum ich diese ganze scheiß Zeit hasse! Du bist gegangen ohne ‚Auf Wiedersehen' zu sagen! Ich war noch ein Kind, verdammt Dad, ich hab dich gebraucht und nicht diese lächerlichen Karten mit Geld! Denkst du ich hätte dich damals je weggestoßen?! Nein weder als Trainer noch als Vater! Du bist selbst schuld, dass ich heute so sauer auf dich bin. Du hättest kämpfen können, um deine Tochter, doch Niall scheint guter Ersatz für mich zu sein, nicht wahr?! Er hat versucht für mich Weihnachten wieder schön zu machen, was beinahe geklappt hätte, bis auf dieses große Desaster hier! Danke Dad, wirklich.", schrie ich ihn an. Ich konnte nicht anders, als ihm alles vor die Füße zu spucken, was mich die letzten Jahre störte. Das war eine Menge.
Den restlichen Abend verbrachte ich auf meinem Zimmer. Ich wollte Hailey erzählen, was passiert ist, doch anscheinend wusste sie es schon.
Niall wollte es dir wirklich erzählen, er wusste nur nicht wie, ohne dich sauer zu machen.
Er mag dich, sehr sogar, Blair -Hailey xx
Er muss wohl vorher mit ihr gesprochen haben. Ich gab zu, dass es mich etwas besänftigte, aber nichts an meinen Tränen änderte. Immerhin war da noch mein Vater. Ich wusste, dass ich mich dem früher oder später stellen musste, aber eigentlich war mir später lieber.
Es klopfte immer wieder an meiner Zimmertür. Mal zärtlich und vorsichtig, mal normal. Vermutlich versuchten alle restlichen Mitglieder mit mir zu reden, aber ich wollte nicht. Ich wollte mit niemandem Reden, einfach nur daliegen und weinen.
Ich weinte, um all den Schmerz, denn ich ertragen habe, als mein Vater weg war und dem ich niemanden zeigen wollte. Ich weinte, weil ich wusste, dass jemand mich nun komplett enthüllt hatte. All meine Geheimnisse lagen Niall offen wie ein Buch. Ich weinte, weil er es fast schaffte, mir all das schöne am Dezember zurückzubringen, aber nur fast, deswegen weinte ich. Ich weinte, weil derjenige, den ich liebte, mir nichts vom meinem Alptraum erzählte.
Plötzlich öffnete sich einfach meine Tür, wie aus dem nichts.
„Blair, dass muss ein Ende haben. So geht es nicht weiter- Oh Gott, Blairchen.", erst jetzt sah er, wie verheult ich aussah und es immer noch tat. Weinen.
„Geh weg", murmelte ich leise.
„Nein", sagte er streng.
„Bitte.", flehte ich.
„Du musst darüber reden und zwar jetzt. Dein Vater ist genauso aufgelöst wie du!"
„Mein Vater?! Du meinst wohl er deinen."
„Blair jetzt hör mir mal zu!", Niall schrie und ja es machte mir Angst, „All die Jahre litt er, weil du nicht da warst! Es tat ihm leid, aber mehr hat er sich nicht getraut als diese Karten. Vor allem zu Weihnachten nicht. Er hat sich nicht mehr auf der Welt gewünscht, als du neben ihn. Egal wo, auch auf der Bahn, Blair. Kannst du nicht ein bisschen Verständnis aufbringen? Wie sollte er sich danach je wieder in deine Nähe trauen?! Deine Mutter war es, die vor dieser Tür stand und mit deinem Vater geredet hat. Glaub mir, wäre mein Vater noch am Leben, Blair, ich würde keine Sekunde zögern und ihn kennenlernen wollen. Ja, dein Vater hat die Vaterrolle für mich übernommen, aber er ist einzig und alleine dein Vater! Jetzt hör auf mit dem Dickkopf durch die Wand zu rennen und komm her.", das Letzte sagte er ruhiger und besänftigender, da ich schon wieder mehr weinte.
Tatsächlich schmiss ich mich in seine Arme. Vorsichtig schob er uns Richtung Couch, setzte sich hin und zog mich auf seinen Schoß. Ich weinte immer weniger. Niall zog eine Decke über uns und hielt mich die ganze Zeit über fest in seinen Armen. So etwas hat noch niemand für mich getan.
Sein Herzschlag beruhigte mich so sehr, dass mir irgendwann einfach die Augen zu fielen und ich in einen festen Schlaf fiel.
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Eisblume {Niall Horan}
Fiksi PenggemarWeihnachten ist die schönste Zeit im Jahr. Kinder kriegen Geschenke, überall riecht es herrlich und wenn die Weihnachtsmärkte mit dem Schnee eröffnet werden, hält es kaum noch die Leute zu Hause, außer Blair. Blair hasst Weihnachten über alles, den...
