Kapitel III - Auf dem Weg in die Hölle

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Mit einem leisen Knacken öffnete sich das Fenster. Der Wind wehte in den Raum. Ein warmer süßer Duft kam mir entgegen. Es roch ekelhaft... aber irgendwie auch angenehm. Ich versuchte in der Dunkelheit etwas zu erkennen, doch es fiel mir schwer. Die Vorhänge der anderen Fenster waren fast alle zugezogen.

"Ist er überhaupt hier?!", flüsterte Thaddeus mir ins Ohr. Er schaute verwundert nach hinten zu Justin. Dann fiel sein Blick wieder auf mich. Ich war mir nicht sicher und versuchte noch einmal etwas zu erkennen.

"Ich glaube...", doch da wurde ich schon unterbrochen. Etwas weiter unter uns öffnete sich eine Tür. Wir standen auf dem Balkon vor seinem der Fenster. Wir guckten über die Brüstung nach unten. Dort konnten wir eine Gestalt erkennen. Ihn.

"Ich hasse es. Manchmal würde ich mir echt wünschen nicht der Prinz zu sein. Diese ewigen Pflichten und Aufgaben nerven einfach nur.", schrie er in den Garten. Er ging einen Steinweg entlang bis er plötzlich mitten auf der Wiese stehen blieb.

~ Der Prinz ~

Ich spürte, dass jemand hier war. Ich drehte mich langsam um und guckte nach oben auf meinen Balkon. Niemand da.

"Hallo?", rief ich. Niemand antwortete. Ich schaute mich mehrmals um. Niemand war zu sehen. Es raschelte leicht im Gebüsch. Vielleicht ein Hund oder eine Katze.

Es nervte mich einfach nur immer alles so zu machen wie es mein Vater und mein älterer Bruder getan haben. Auch wenn ich die Geschichte mit meiner angeblichen Schwester nie gekannt habe und auch nie gedacht hättet, dass das Vaters Grund ist. Aber es ist nicht fair mir einen Geburtstag zu veranstalten und meine Zukünftige einzuladen.

Saraphine. Ein sehr hübsches Mädchen mit langen braunen Haaren. Ihre fast schwarzen Augen wirkten ein wenig mystisch und verführerisch. Sie hatte einen leichten Akzent der mich oft an diesem Abend zum Lachen brachte. Vielleicht hat Sebastian Recht. Liebe kann auch mit der Zeit kommen.

Ich drehte mich wieder um und ging weiter Richtung Mauer. Aber auch wenn sie wirklich schön ist und einem kleinen Engel gleichkam, wollte ich dennoch gerne mehr von meiner Jugend haben. Die Hochzeit ist morgen und ich kann kein 'nein' sagen. Ich würde nicht nur Saraphine und ihre Familie enttäuschen, sondern auch meine.

"Warum kann ich jetzt nicht einfach wo anders sein?"

"Gerne!" Und plötzlich spürte ich wie jemand ein Tuch vor meinen Mund hielt und alles schwarz vor Augen wurde.

"Jetzt haben wir ihn.", war das Letzte was ich hörte.

~ Im Saal des Königs ~

"Maman, weißt du wo Max ist?", fragte Saraphine ihre Mutter. Diese guckte nur um sich und zuckte mit den Schultern. Eine Antwort die sie sich auch selbst geben konnte. Sie saßen beide am Tisch im großen Festsaal des Schlosses. Alles war elegant und aufwendig geschmückt. Der zwanzigste Geburtstag ist schließlich ein Besonderer. Saraphine stand auf und ging auf die großen Saaltüren zu und verließ den Raum.

"Warte.", rief ihr jemand in diesem Moment hinterher. Sie drehte sich um und sah Sebastian auf sich zu laufen.

"Wo willst du hin?", fragte er sie.

"Max ist nicht mehr hier und ich wollte mit ihm noch einmal über morgen reden.", sprach sie mit ihrem französischen Akzent. Auch Sebastian konnte diesem nicht widerstehen und musste ein wenig lachen.

"Ich weiß nicht genau, aber er ist oft im Garten hinter dem Schloss. Meist geht er dort den Steinweg entlang und denkt nach." Und ohne zu zögern lief Saraphine zu besagtem Garten. Die langen dunklen Gänge wirkten ewig. Doch dann stand sie an der Tür und guckte in das Dunkle. Niemand war zu sehen. Sie ging einige Schritte raus in den Garten.

Der DiebWo Geschichten leben. Entdecke jetzt