Kapitel 19: Dunkelheit

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Um mich herum war alles schwarz und ich hatte furchtbare Kopfschmerzen. Es war kein stechender Schmerz, den man normalerweise empfand, wenn man zu viel Stess hatte, sich zu lange auf etwas konzentriert hatte oder zu viel Zeit vor einem Bildschirm verbracht hatte. Nein. Ich fühlte eher einen dumpfen Druck, als würde ich tausende Meter unter dem Meeresspiegel sitzen und zahllose Tonnen Wasser auf mir lasten. Außer diesem schweren Druck fühlte ich gar nichts. - Was ist mit mir los? Fühlt sich so der Tot an? Aber warum sollte ich gestorben sein? - Ich kramte in meinem Gedächtnis nach dem letzten Moment, an den ich mich erinnern konnte. Aber das war nichts. Langsam bekam ich Panik. Ich versuchte meine Arme zu bewegen, meine Augen zu öffnen..aber offenbar hatte mein Gehirn vergessen wie das funktioniert. Ich konzentrierte mich und versuchte meine Musekl anzuspannen, aber es fühlte sich an, als hätte ich keine. Als ich merkte, dass weder die Panik, noch der Versuch mich an irgendwas zu erinnern etwas brachten, gab ich mich schließlich wieder der großen Schwere in meinem Kopf hin und verlor jegliches Gefühl für Zeit und Raum....

Das nächste mal, dass ich die Dunkelheit bewusst wahrnahm, war der Druck in meinem Kopf verschwunden. Ich war mit auch einigermaßen sicher, meine Gliedmaßen wieder zu spüren und ich hätte sie vermutlich sogar bewegen können, wenn ich gewollt hätte. Doch ersteinmal versuchte mich zu erinnern. Da waren verschwommene Bilder von einem Streit mit Isy..über..über Henry! Oh mein Gott. Henry, er hatte mir gesagt, dass er wegziehen würde. Weggezogen ist. Wohin, daran konnte ich mich nicht erinnern. Ich wusste nur, dass es sehr sehr weit weg war. Und dann? Ich war im Café und da war Tony. Wir waren in einer Art Bar und er war betrunken. Ich schwöre, dass ich ihn diesem Moment wieder seinen Geruch aus einer Mischung von Rauch, Schweiß und Alkohol wahrnehmen konnte. Ich erschrak. Ich erinnerte mich, wie er mich auf dem Rückweg von der Toilette abfing und mich anfasste. Ein Schauer lief über meinen Rücken. Ich konnte mich an den Geschmack von Blut auf meiner Zunge und das Gefühl von Regen auf meiner Haut erinnern. Ich war weggelaufen. Aber wohin? Nach Hause. Nein. Ich sah ein verschwommenes Bild vor meinem inneren Auge aufblitzen. Es war ein Hochhaus..mit verspiegelten Scheiben. Harry! Ich war zu Harry gelaufen! Jetzt konnte ich mich auch wieder an den Fahrstuhl erinnern und an Harrys erschrockenen Blick, als er mich sah..und dann. Da war nichts.. ich konnte mich an nichts weiter erinnern, bis zu diesem Moment. Da war nur diese drückende Leere.. Aber ich wusste, dass er mich gerettet hatte. Langsam versuchte ich meine Augen zu öffen. Ich musste blinzeln, als das gleißende Licht der Neonlampe schräg über mir in meine Augen stach. Sofort waren die Kopfschmerzen zurück. "Mary?" Eine leise Stimme neben mit ließ mich herum fahren. " Mary? Du bist wach. Oh mein Gott du bist wach. Wie fühlst du dich?" Isy sah mich aus ihren großen braunen Augen besorgt an. "Ich ..ich denke ganz gut..aber mein Kopf.." Ich versuchte mich aufzusetzten. " Nein warte!." Sie bediente eine kleine Fernbedienung und der Kopfteil des Bettes fuhr ganz ohne Anstrengungen meinerseits hoch. " Der Arzt hat schon vorrausgesagt, dass du Kopfschmerzen haben würdest. Hier." Sie reichte mir eine Tablette und ein Glas Wasser. Nachdem ich die Tablette geschluckt hatte sah ich sie fragend an. " Was ist passiert? Wo bin ich?" " Im St. Mary's Hospital..du lagst im künstlichen Koma.. du hattest einen kompletten Zusammbruch und es stand nicht gut um dich. Oh mein Gott ich bin so froh, dass du aufgewacht bist und unser Streit tut mit so unendlich Leid." Ich sah die Tränen in ihren Augen. "Was ich gesagt habe tut mir Leid. Es war bescheuert. Wir sind Freunde, seit dem Kindergarten und möchte das nur wegen eines Typen nicht aufgeben. Kannst du mit verzeihen?" Ich musste gar nicht lange über ihre Bitte nachdenken. " Natürlich kann ich das. Beste Freunde für immer." Sie lehnte sich zu mir und wir umarmten uns. " Danke Mary." " Glaub mir, ich bin auch froh, dass wir das hinter uns lassen können. Aber was anderes. Wie bin ich hier her gekommen? Weiß meine Mum, dass ich hier bin. Wie lange lag ich im Koma?" "Einen Monat. Und in dieser Zeit hat sich einiges geändert.." Mir wurde schlecht. " Einen ganzen Monat? Was ist passiert?" Ich konnte Isy ansehen, dass es ihr unangenehm war, mir diese Fragen beantworten zu müssen, aber schließlich rückte sie doch mit der Sprache raus. " Deine Eltern haben sich scheiden lassen. Und deine Mutter hat jetzt einen neuen Freund. Sein Name ist Marc..ich weiß nicht, wie ernst es zwischen den beiden ist..aber jedes mal, wenn ich deine Mum hier getroffen habe, war er mit dabei.. Deine Schwester scheint das ganze nicht ganz zu verkraften..vor allem ohne dich. Sie angefangen hat sich zu ritzen. Ich habe versucht mit ihr zu sprechen, aber die blockt völlig ab. Vor zwei Tagen ist die Situation eskaliert. Und deswegen haben es deine Eltern für richtig befunden, Sue erstmal wohin zu schicken, wo sie Hilfe bekommt." Ich war entsetzten. Meine ganze Welt schien in Scherben zu liegen. " Hey Mary guck Bitte nicht so. Das wird wieder. Und es ist auch nicht alles schlecht was passiert ist." Die könnte sich ein winziges kleines Lächeln nicht verkneifen. " Dein charmenter und wahnsinniger scharfer Retter in der Not hat dich bis jetzt ausnahmslos jeden Tag besucht..und bei ihm kann man nicht gerade davon ausgehen, dass viel Zeit hat." Ich runzelte fragend die Stirn, aber sie musste mir gar nicht erklären, wen sie gemeint hatte. In diesem Moment ging nämlich die Türe auf und mein charmenter und wahnsinnig scharfer Retter betrat den Raum und als seine intensiv grün leuchtenden Augen meine meerblauen Augen trafen, war all mein Kummer wie weggepustet.

Harry 's P.O.V

Ich hatte mir gerade meinen 3 Kaffee an diesem Morgen geholt. Gleich nach dem Konzert letzte Nacht, war ich wieder zu Mary und Krankenhaus gefahren, um zu sehen, ob sie wach ist. Als ihre wunderschönen meerblauen Augen nun die meinen trafen, setzte mein Herz für eine Millisekunde aus. Mein Körper füllte sich mir Erleichterung.  Ganz ruhig Alter. Vergiss nicht deine Mission! Aber in diesem Moment konnte ich nicht auf diese Facette meines Ich's hören. Ich wollte einfach nur zu Mary und sie küssen. In ihren Augen sah ich, dass es ihr ganz ähnlich ging. " Ich lass euch beide mal allein." Sagte Mary's Freundin, deren Namen ich längst wieder vergessen hatte und zwinkerte mir im vorbeigehen zu. Ein Teil von mir wollte ihr noch hinterher sehen, denn ich hatte in den letzten Wochen natürlich registriert, dass auch sie ihre Vorzüge hatte. Aber entgegen meinem üblichen Instinkt ging ich auf Mary zu und setzte mich auf den Stuhl an ihrem Bett, auf dem zuvor Blondie gesessen hatte. "Du..du..bist wach" stellte ich fest. Sie starrte mich nur an.  Idiot stellt doch nicht so an, als hättest du noch nie mit einem Mädchen gesprochen. Lass deinen Superstar Charme spielen. Ich wollte gerade einen coolen Spruch loslassen, als sie ihre Hand nach mir ausstreckt und meine Wange berührte. " Du bist hier." Ich konnte nur nicken. Eine Träne rollte ihre Wange hinab und es brach mir fast das Herz, sie so zu sehen. Was ich fühlte, konnte ich nicht in Worten ausdrücken, also beuge ich mich noch näher zu ihr und gerade als unsere Lippen sich berührten, klingelte meine Handy.  Mist. Widerwillig kramte ich das Handy aus meiner Hosentasche. "Was gibt's?" Meldete ich mich, ohne nachzusehen, wer überhaupt dran war. "Harry wo bist du? Wir haben in 10 Minuten ein Interview." Hörte ich Liams aufgebrachte Stimme am anderen Ende der Leitung. " Ich kann nicht kommen. Bin beschäftigt." "Ist das dein verdammter ernst?" Er klang sehr sauer. Liam hasste es, wenn man unzuverlässig war und ich bekam ein schlechtes Gewissen. Er war wie ein großer Bruder für mich. " Ich komme gleich. Sag sie sollen warten." Bevor er noch etwas erwidern konnte, legte ich auf. " Musst du jetzt gehen?" Mary sag mich aus ihren großen Augen an und ich sah, wie sich wieder Tränen darin sammelten. " Nein. Ich lass dich nicht allein"

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Puhh..endlich ein neues Kapi..

Tut mir mega leid, aber ich komme in letzter Zeit soooo selten zum schreiben :((

Aber ich hab schon mega viele Ideen wie es weiter geht, also bleibt dran, denn es wir spannend ;)

~ Jessy xoxo

Just the girl next door~ ( 1D FF ♥)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt