Die nächsten drei Tage verlaufen ziemlich ruhig. Feli ist einmal vorbeigekommen und wir haben ein paar Filme geschaut. Auch mit meinem Bruder Louis war ich einmal draußen, also wir waren halt einmal miteinander im Englischen Garten. Mit Timo habe ich auch ein paar Mal geschrieben und mit Joshua habe ich jetzt auch die drei Tage geschrieben und gestern Abend auch geskyped.
In ca. 5 Stunden muss ich los in die Klinik und heute Nacht habe ich fast gar nicht geschlafen. Vorher habe ich gerade noch mit Feli telefoniert weil sie nochmal zu ihrer Tante in Berlin gefahren und erst in 3 Tagen wieder kommt. Sie hat mir noch Mut zugesprochen und auch gesagt, dass wir natürlich mal skypen. Auch von Timo habe ich mich schon per Telefon verabschiedet. Joshua hat sich seit gestern Abend nicht mehr bei mir gemeldet, was mich irgendwie schon etwas naja traurig macht, da wir uns eigentlich echt richtig gut verstehen und eigentlich weiß er auch, dass ich heute weg muss weil er mich ja auch immer noch getröstet hat.
Ich bin gerade dabei, mit Hilfe meiner Mama meinen Koffer für ein ganzes Monat zu packen, da ich ja nicht raus und auch keiner rein darf.
Noch 3 Stunden. Ich sitze gerade mit Louis im Wohnzimmer und wir quatschen. Er erzählt mir, dass er sich heute noch mit einem Mädchen aus seinem Fußballverein trifft. 'Wie süß er über sie redet. Mein kleiner Louis wird erwachsen. Naja er ist ja auch schon 15.'
'Jetzt habe ich nur noch eine Stunde und Joshua hat sich immer noch nicht gemeldet. Irgendwie ist es komisch ich mache mir gerade weiniger Sorgen um die Klinik sondern eher um Joshua bzw. weil er sich ja nicht meldet.' Louis ist gerade weg zu dem Treffen mit dem Mädchen und meine Eltern sind noch einkaufen. Die beiden kommen dann nur noch um mich abzuholen. Ich werde durch das Klingeln der Haustüre aus meinen Gedanken gerissen. Ich fahre mit dem Rollstuhl zur Haustüre und öffne sie. Mein Bauch kribbelt. Joshua steht ganz aus der Puste vor mir. "Gott sei Dank du bist noch hier. Ich bin so froh dich zu sehen!" Er umarmt mich. "Irgendwie habe ich mir schon Sorgen gemacht weil du dich seit gestern Abend nicht mehr gemeldet hast." Mittlerweile sind wir in meinem Zimmer angekommen und Joshua hilft mir aus dem Rollstuhl ins Bett und setzt sich dann neben mich. "Es tut mir voll leid aber wir hatten heute öffentliches Training und heute waren so viele Fans da." "Öffentliches Training? Fans?" "Ach ja das habe ich dir noch nicht erzählt und zwar spiele ich beim FC Bayern und bin zurzeit öfter in der Start-Elf der Bundesliga oder auch generell." "Du kamst mir irgendwie am Anfang schon sehr bekannt vor aber ich erkannte/ kannte dich nicht. Mein Bruder hätte dich sicher sofort erkannt der ist ein riesiger Bayern-Fan aber ich bin nicht so Fußball fanatisch." "Ist ja nicht schlimm. Aber darf ich dich um etwas bitten?" "Klar was denn?" "Bitte sieh mich jetzt nicht als ein 'Star' oder was besonderes und ich wäre dir auch sehr dankbar wenn du nicht sofort jedem von uns erzählen würdest." 'Von uns? Was meint er denn jetzt?' "Ja klar für mich bist du immer noch mein Josh" "Oke. Aber jetzt lass uns unsere letzte gemeinsame Zeit für ein Monat noch genießen" "Ja klar wir haben noch 50 Minuten." 'Ich habe irgendwie das Gefühl das das zwischen uns etwas mehr als Freundschaft ist oder wird. Normal lasse ich jemanden den ich erst seit so kurzer Zeit kenne nicht an mich ran. Aber durch das was er mehr oder weniger wegen mir und wegen Daniel durchmachen musste sind wir irgendwie schon etwas verbunden.' Josh legt sich hin und zieht mich zu sich in seinen Arm. Wir kuscheln also etwas ohne dass jemand etwas sagt. Es tut so gut bei ihm im Arm zu liegen und ich fühlt mich echt wohl.
Joshuas Sicht:
'Ich mag sie so sehr ich würde sie auch mögen wenn sie nicht im Rollstuhl sitzen würde. Ich habe auch das Gefühl das sie sich bei mir geborgen fühlt. Zwischen uns ist es einfach oder wird es mehr als Freundschaft. Wenn sie jetzt nicht in diese Klinik müsste wäre alles viel einfacher aber ich denke wenn wir, so wie ich es ihr gesagt habe jeden Tag skypen oder telefonieren werden wir das schon meistern. Und ich werde auf sie warten. Ganz bestimmt. Jetzt hätte ich doch glatt mein Geschenk für sie vergessen.'Maries Sicht:
Auf einmal nimmt Josh seinen Arm sanft unter meinem Kopf heraus und geht zu seiner Jacke, die er über meinen Bürostuhl gehangen hat. Er holt eine mittelgroße Schachtel heraus und gibt sie mir. "Hier noch etwas kleines für dich, aber bitte öffne es erst wenn es dir mal nicht so gut geht, also in diesem einen Monat. Und bewahre es bis dahin gut auf." "Das ist doch echt nicht nötig, aber danke. Kannst du es bitte noch in meinen Koffer legen und ihn dann schließen, weil meine Eltern in 15 Minuten kommen." Joshua legt es ganz oben in den Koffer und macht ihn zu. Dann kommt er wieder zu mir und ich ziehe ihn in eine lange Umarmung bis er sich löst und sich an die Bettkante setzt. Er sagt zuerst nichts mehr sondern sieht nur auf den Boden bis der dann seine linke Hand in sein Gesicht nimmt und zu schluchzen beginnt. Mir versetzt das erst einmal einen Stick ins Herz und so versuche ich mich, so gut es geht mit meinen Händen zu ihm "vorzuarbeiten" und als ich dann bei ihm bin umarme ich ihn von hinten und lege meinen Kopf in seine Halsbeuge und versuche ihn zu beruhigen.
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Unfall mit Folgen
FanfictionNach Maries Unfall stellt sich ihr Leben auf den Kopf. Wird sie je wieder ein normales Leben führen können? - Viele Fragen schwirren in ihrem Kopf herum. Aber nicht nur die ganzen Fragen, sondern auch Joshua, der ihr mächtig den Kopf verdreht.