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Die Ampel schaltet auf grün und ich gehe über die Straße. Ich sehe nur noch einen schwarzen Schatten auf meiner rechten Seite. Es gibt einen lauten Rums und dann wird mir schwarz vor Augen.

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Ich sehe das Bild vor mir, wo meiner kleiner Bruder zur Welt kam. Damals war ich vier und noch frei von jeglichen Sorgen. Ich habe mich so sehr auf ihn gefreut und als er endlich zur Welt kam war ich richtig froh. Jetzt waren wir vier in unserer Familie. Ich hatte eine, wenn auch kleine, perfekte Welt.

Dann kommt ein Bild von meinem ersten Schultag. Ich hatte eine große rosa Schultüte und trug mit Stolz meinen Schulpack, der natürlich auch rosa war. Meine Eltern hatten mich in die Schule begleitet und dann kam ich in meine Klasse, die 1a. Alles war so ungewohnt, aber schön.

Ich sehe jetzt ein Bild von unserem Schullandheim in der 3. Klasse. Auf diesem Bild bin ich mit meinen Freundinnen zu sehen. Wir sitzen auf dem Boden und lachen.

Ein Bild mit meiner besten Freundin Feli. Wir haben gelacht und hatten sehr viel Spaß in unserem ersten gemeinsamen Urlaub in Italien.

Jetzt kommt das Bild von meiner neuen Schule, einem Gymnasium. Dort war es immer richtig schön. Ich hatte fast immer super Lehrer und auch viele Freunde. In dieser Zeit hatte ich auch meinen ersten "Freund" (wir waren nur 3 Monate zusammen). Ich hatte die besten Freunde die man sich vorstellen konnte. Wir haben uns gegenseitig so akzeptiert wie wir waren, unternahmen viel und hatten immer Spaß. Und letztes Jahr habe ich dann auch noch mein Abi gemacht und mit 1,7 bestanden.

Nun sehe ich ein Bild von einem Restaurant in dem ich viermal die Woche arbeite (Dienstag, Donnerstag, Samstag, Sonntag), um ein bisschen Geld zu verdienen. Ich habe nämlich nach der Schule nicht sofort zu arbeiten begonnen, sondern war noch mit meiner besten Freundin für 3 Monate in Neuseeland.

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Ich höre ein regelmäßiges Piepen und versuche meine Auge zu öffnen, da ich wissen will wo ich bin und vor allem woher dieses nervige Piepen kommt, aber es gelingt mir nicht. Ich probiere es noch ein Paar mal und beim sechsten Mal gelingt es mir auch. Ich öffne also meine Augen, muss sie aber sofort wieder schließen, da es viel zu hell ist. Jetzt steigt mir ein unangenehmer Duft in die Nase. Es riecht nach Desinfektionsmittel. Ich versuche nun erneut, aber langsam meine Augen auf zu machen, damit sie sich an das Licht gewöhnen. Nachdem ich das geschafft habe, sehe ich meine Mutter die ganz abwesend vor meinem Bett sitzt, in dem ich liege, und aus dem Fester starrt. "Mama?" "Marie!!! Du bist wach! Endlich!" Ihr laufen Tränen über die Wangen. Sie kommt zu mir und umarmt mich. "Warum? Wie lange hab ich denn geschlafen?" "Du warst zwei Wochen im Koma." Ich gucke sie verdutzt an. Ich bemerke jetzt auch das wir hier in einem Krankenhaus sind und dass das Piepen von einer Maschine neben meinem Bett kommt. 'Krankenhaus? Was hab ich denn gemacht? Und wieso war ich verdammte zwei Wochen im Koma?' Diese Fragen stelle ich auch meiner Mutter, doch als sie mir antworten will geht die Türe auf.

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Unfall mit FolgenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt