Kapitel 10

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simon

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simon

Während Noah schlief, versuchte ich einen ordentlichen Gedanken zu fassen. Ich war ein wenig durcheinander von dem was ich heute gesehen hatte. Noah war so wütend geworden. Irgendwie versuchte ich mir nicht die Schuld dafür zugeben, aber der Gedanke daran, wie ich Max provoziert hatte, mit dem Wissen, dass Noah alles hören könnte, half mir nicht dabei. Ich war von mir selber enttäuscht, dass ich so weit gegangen war, nur um Max zu zeigen was für ein Arsch er war. Wenn ich das Geschehene jetzt betrachtete, was es einfach nur lächerlich. Ich war lächerlich und hatte mich wie ein Kind verhalten.

Noah bedeutete mir so viel und das vom ersten Augenblick an. Und dabei hatte ich gehofft, dass sich nach dem Umzug nicht nochmal alles wiederholen würde. Mein Vater hatte bis jetzt noch nichts bemerkt, doch es war nur eine Frage der Zeit.

Ich seufzte und sah zu Noah herab, der leise geseufzt hatte. Er lag auf der Seite, während ich an seinem Rücken saß, gelehnt an die Wand und meine Beine über seine gelegt. Es war zwei Uhr in der früh, doch meine Gedanken hielten mich wach.

Mein Vater. Ein Mann, für den Gefühle zu viel Anstrengung bedeutete. Bei dem Gedanken lachte ich lautlos auf und schüttelte dann anschließend verzweifelt den Kopf. Dabei verwarf ich die Überlegung, dass sich alles zu wiederholen schien.

So kitschig wie es klang, war es mit Noah anders. Er gab mir ein Gefühl von Sicherheit. Eine Sicherheit,die ausdrückte, dass sich eben nicht alles wiederholen würde.

Noah bewegte sich etwas und erregte damit erneut meine Aufmerksamkeit. Seine Haare fielen ihm in die Stirn und offenbarten sein friedliches Gesicht. Während er schlief,wirkte er noch kleiner, jedoch auch ziemlich zufrieden. So als würde der Schlaf alle seine Probleme lösen. Ich schluckte hart, als ich mir erneut die Tränen zurückdrängen musste.

Mir brummte der Kopf vom ganzen Nachdenken und die Sorgenblase in meinem Kopf wuchs mit jeder Sekunde. Dazu kamen zu den allgemeinen Sorgen um Noahs Zustand auch die Sorgen, um die Zukunft zum Vorschein.

Würde Noah irgendwann dazu bereit sein sich offen mit mir zu zeigen? Für mich war das kein Problem, weil mich die Gedanken der Anderen nicht interessierten, doch so schätzte ich Noah nicht ein. Waren die ganzen Strapazen es Wert auszuhalten?Für ihn? War er es mir Wert? Ich blickte Noah in sein schlafendes Gesicht und nickte mir selber zu. Ja, das war er. Keine Frage.

Trotzdem blieben die Zweifel zurück.Max tauchte vor meinem inneren Auge auf und brachte sich erneut ungewollt ins Spiel. Ich kannte ihn nicht, doch so wie er sich verhielt, war er die Sorte von Mensch, die es genoss, von anderen angehimmelt zu werden.

Was allerdings nicht in meinen Kopf ging, war, wieso er das seinem besten Freund antat. Einem Menschen, dem man doch eigentlich vertraute.

Mir fielen meine eigenen Worte an Max wieder ein.

Hier geht es nicht um mich oder gar um dieses Mädchen, dass du deine Freundin nennst. Hier geht es um dich. Wahrscheinlich bist du genauso interessiert an Noah wie ich.Und das willst du nicht akzeptieren."

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