Sein Daumen strich über seinen Arm, eine kaum merkliche Berührung, und doch war sie da. Diese 5 Sekunden beschrieben diese seltsame Beziehung zwischen ihnen sehr gut. Es war bloß eine kleine Berührung, doch eine Berührung, die ein normaler Freund ni...
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noah
Es gab Momente im Leben, da verlässt einen der Mut. Es ist dieser Mut, den man eigentlich immer fest in sich getragen hat, doch auf einmal ist er weg. Nur durch Worte einer Person, der man eigentlich vertraut hat.
„Was ist denn verdammt nochmal passiert, Noah?! Du musst schon mit mir reden." Max klang ziemlich ungeduldig und dafür hätte ich ihn schon wieder erwürgen können. So wie ich meinen Zustand einschätzte stand ich unter Schock. Nicht in der Lage dazu irgendetwas zu sagen, noch zufühlen. Ich fühlte mich taub und wie der letzte Idiot auf Erden. Wahrscheinlich war es meine eigene Schuld, weil ich Simon viel zuschnell vertraut hatte. Ohne jegliches Vorwissen war ich seinem Charme verfallen, ohne darüber nachzudenken, ob es mich zerreißen würde. Und das tat es gerade. Die Unsicherheit mir selbst gegen überzerrte an meinen Nerven und ließ mich verstummen.
Ich saß auf dem Schreibtischstuhl in Max' Zimmer und starrte den Fußboden an.
„Komm schon, Noah.", drängte Max weiter und kniete sich neben mich. „Was ist los?"
„Ich bin einfach ein Idiot." Bei meinen Worten sah Max mich fragend an und seufzte dann. Er erhob sich und setzte sich auf sein Bett.
„Das wäre mir neu", erwiderte er nur und verschränkte die Arme vor der Brust. „Komm schon, jetzt sei keine Pussy und erzähl' mir was passiert ist. Es muss ja mit Simon zu tun haben. Schließlich seit ihr gestern zusammen abgeholt worden."
Ich versuchte mich von seinen Worten nicht angegriffen zu fühlen und holte tief Luft.
„Er hat mich vor seinem Vater verleugnet und mich quasi aus dem Haus geworfen", sagte ich schließlich und hob meinen Kopf, um Max' Blick sehen zu können. Max blieb für einige Minuten still, dann lachte er auf.
„Ich hab's gewusst. So ein Idiot." Er schüttelte mit seinem Kopf und stand auf. „Aber jetzt wo er es verbockt hat, kann ich dir ja auch den Rest erzählen."
„Den Rest?" Verwirrt sah ich meinen besten Freund an und wartete ab.
„Als du deinen Wutanfall hattest, während wir auf dem Kursausflug waren, hat mir Simon etwas vorgeschlagen, als du deinen Rausch ausgeschlafen hast. Er wäre so eifersüchtig auf mich, dass er mir angeboten hat, um dich zu kämpfen. Simon meinte, wem du als erstes sagst, dass du ihn liebst, derjenige hätte gewonnen. Das war noch vor unserem unglücklichen Kuss. Doch danach war für mich klar, dass ich verloren hatte. Simon hat nur leider nicht aufgehört mich zu provozieren. Ich hab es dann aber dabei belassen, weil ich gesehen habe, wie glücklich du mit ihm bist. Hätte ich was gesagt. Noah, es tut mir leid."
Nachdem Max geendet hatte, war es still. Mir blieb die Spucke weg und ich spürte wie mir der kalte Schweiß ausbrach.
„Du lügst...", murmelte ich und kniff meine Augen zusammen, die ich vorher weit aufgerissen hatte.