Gleichberechtigt

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-überarbeitet-
Nach dem Restaurantbesuch konnte ich nicht so schnell einschlafen und dachte über diese gewisse Spannung nach, die ich vor wenigen Minuten empfunden hatte. Analysierte ich vielleicht doch zu viel und er wollte einfach nur mit mir Essen gehen, da er nicht alleine gehen wollte? Und war der Wangenkuss nur eine falsche Kommunikation zwischen uns beiden gewesen? Ich kam dann schließlich zu dem Entschluss, dass ich übertreibe und entschied mich dazu, es einfach so gut es ging zu vergessen. Zu müde um überhaupt noch einen klaren Gedanken zu fassen, schlief ich dann doch noch ein.

Am nächsten Morgen schlief ich erstmal aus, denn das war das erste Mal, dass wir keine Meetings oder sonst etwas vorhatten. Gleichzeitig hieß das, dass ich mir heute mal ein paar Läden anschauen konnte. Ich drehte mich auf den Rücken und starrte die Decke an. Was könnte ich noch heute alles machen? Vielleicht hatte ja Jace eine Idee, dachte ich und streckte mich bevor ich aufstand und ins Bad ging, um mich für den Tag fertig zu machen.

Ich entschied mich für eine Jeans, ein Hemd und für meine schwarze Tasche und verließ das Zimmer. Ich war nicht sicher, ob ich an Jace Tür klopfen sollte oder nicht. Doch am Ende entschied ich mich doch dafür. Immerhin war es schon 10 Uhr morgens. Also klopfte ich und hörte kurz darauf Schritte. Ein verschlafener Jace öffnete mir die Tür und brummte ein „Guten Morgen“.

"Habe ich dich geweckt?", fragte ich. Er schüttelte den Kopf. Also eindeutig kein Morgenmensch, zumindest nicht an freien Tagen.

"Komm rein", meinte er schließlich und öffnete die Tür etwas weiter auf, damit ich eintreten konnte. Seine Stimme war rauer und tiefer als normalerweise, was wohl daran lag, dass er gerade erst aufgestanden war. Ich sah ihm hinterher wie er ohne was zu sagen im Bad verschwand. Er hatte nur eine einfache schwarze Jogginghose an. Kein T-Shirt. Um ehrlich zu sein, brauchte er es auch gar nicht, nicht mit diesem Oberkörper. Ich hatte versucht nicht hinzugucken, doch ich ließ meinen Blick wirklich nur für ein paar Sekunden an seiner Brust hängen, als ich sicher war, dass er meinen Blick nicht bemerkte.

Ich schaute mich kurz um. Alles war noch so wie vor wenigen Tagen als ich das erste Mal hier drinnen gewesen war. Wie bestellt und nicht abgeholt stand ich nun hier und wartete. Er kam auch kurz darauf aus dem Bad. Frisch angezogen und sein schwarzes Haar lag unordentlich auf seinem Kopf.

"Wow, das hat ja mal zum Glück nicht so lange gebraucht wie das erste Mal, als ich auf dich warten musste", bemerkte ich grinsend.

Er grinste zurück. "Ich wollte dich nicht warten lassen, sonst hättest du mir den Kopf abgerissen und ich mag meinen Kopf."

Also war er morgens doch gesprächig am. Und ich dachte schon er würde nur vor sich hin schweigen.

"Ja, ich bin halt kein geduldiger Mensch", bemerkte ich schulterzuckend.

"Ich weiß."

"Also wohin mit uns heute?", fragte ich.

"Wir könnten später in einem Club gehen. Mir wurde sogar einer Vorgeschlagen", schlug er vor.

"Ehm... gut, klar. Aber jetzt gehen wir erstmal was Frühstücken und dann in die Mall."

"Geht klar, Boss", hörte ich Jace lachend sagen, als ich mich umdrehte und zur Tür steuerte.

"Gut, dass dir klar ist, wer von uns beiden bei unserer Zusammenarbeit die Hosen anhat", bemerkte ich und streckte ihm die Zunge zum Spaß heraus. Ich wusste, dass wir gleich waren.

"Oh naja vielleicht hast du hier die Hosen an, aber hätten wir eine richtige Beziehung wäre natürlich ich, der entscheiden könnte, was wir im Fernseher sehen würden", ging er darauf ein.

"Ne, ganz sicher nicht!"

"Ich denke schon"

"Wie wäre es mit Gleichberechtigung?", fragte ich.

Er überlegte kurz. "Geht klar", stimmte er zu.

Bis wir dann in dem Essensraum ankamen, blieb es ruhig und irgendwie war es auf einmal komisch zwischen uns.

Hatten wir gerade wirklich eine Diskussion darüber geführt, wer die Hosen anhaben würde, wenn wir eine Beziehung hätten?

Oh Mann!

Wir holten uns jeweils einen Teller und schaufelten uns verschiedene Leckereien darauf. Schließlich suchten wir uns einen freien Tisch, der ziemlich weit Abseits am Fenster lag und aßen schweigend unser Essen.

Kurz räusperte sich Jace und ich sah von meinem Omelett auf. "Weißt du ich habe in Liverpool eine Werkstatt gefunden, die mich ausbilden möchte",  meinte er.

Ich fing an zu lächeln. "Das ist wirklich toll, Jace. Ich freue mich für dich!"

Er nickte. "Danke"

"Und wann würde deine Ausbildung anfangen?"

"Ungefähr nach den 6 Monaten"

"So schnell?"

"Ich habe dir gesagt, es ist mein letztes Projekt" sagte er und lächelte mich an.

Ich nickte. "Stimmt"

"Und ich bin froh es mit dir zu machen", meinte er. Ich hob meine Augenbraue und er sah mich grinsend an. "Also das Projekt meine ich"

Es war ein schöner Tag. Zwar schien die Sonne, aber es war nicht ganz so heiß, dass man anfing sofort zu schwitzen, wenn man einen Fuß nach draußen setzte.

"Also in welchen Laden geht es als erstes rein?", fragte ich Jace, als wir die Mall betraten. Der setzte gerade seine Sonnenbrille ab. Ich hatte leider meine in New York vergessen, also würde ich mir hier wohl eine kaufen müssen.

"Wie wäre es, wenn wir erstmal in den da reingehen?", schlug er vor und deutete auf den Klamottenladen rechts von mir. Ich nickte nur. Das Gute war, dass es dort Sachen für Männer, aber auch für Frauen gab.

Also trennten sich unsere Wege für die nächsten Minuten. Ehrlich gesagt suchte ich nach einem etwas für den Abend im Club, denn ich hatte nichts. Wie auch, ich ging nie in Clubs. Vielleicht war ich in meiner Uni Zeit ein oder zwei Mal dort gewesen, mehr nicht. Schließlich fand ich eine bunte Hotpan, die wirklich edel aussah. Am Ende entschied ich mich dann für die Hotpan, anstatt für ein kurzes Kleid. Mit einem einfachen schwarzen T-Shirt, den Accessoires, einer Sonnenbrille und natürlich mit der Hotpan, machte ich mich ans Bezahlen und schließlich auf, um Jace zu suchen. Den fand ich dann auch kurz darauf bei den T-Shirts. Er hatte ebenfalls eine Tüte in der Hand.

"Du auch?"

"Dieser Laden hat echt tolle Sachen", meinte er.

Die nächsten Stunden verbrachten wir in verschiedenen Läden. Hier und da kauften wir uns noch ein paar Sachen und Jace ließ sich die Haare kürzer schneiden, bis es dann schließlich ziemlich spät wurde.

Im Hotel aßen wir noch eine Kleinigkeit und verabredeten uns schließlich für später. Jeder würde jetzt erst einmal entspannen, duschen und sich anziehen können, bis es dann auf zum Club ging. Ich war nicht wirklich aufgeregt, trotzdem würde man mir vielleicht anmerken, dass ich nicht oft in Clubs war. Doch darüber dachte ich nicht nach. Es kannte mich ja keiner hier in Spanien außer Jace und solange er im Club an meiner Seite bleiben würde, würde auch alles gut gehen.

Ich nahm eine Dusche und machte mich dann mit meinem Bademantel ans Makeup auftragen. Schließlich lockte ich leicht meine Haare und zog mich an. Ich wusste, dass mich die hohen Schuhe wahrscheinlich umbringen würden, also zog ich flache einfache Ballerinas an, die trotzdem zum Look passten.

Und fertig war ich auch schon. Nichts Wildes, einfach gehalten und doch Partytauglich.

Ein Klopfen ertönte an meiner Tür und ich öffnete sie. Vor mir stand Jace mit schwarzer Jeans und einem weißen T-Shirt vor der Tür und sah an mir herunter

Kurz pfiff er.

"Heiß"

Ich wurde rot, ließ es aber unkommentiert. "Können wir?", fragte ich.

Er nickte und bot mir seinen Arm an, den ich auch nahm, nachdem ich die Tür hinter mir zu gezogen hatte.



Soo süß die beiden findest du nicht? Was soll der Shipname sein? Carce oder Jaroline?

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Bild: Carolines Outfit









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