Kein Vertrauen

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Jace POV:

"Sie soll es nur nicht herausfinden, okay. Ich will so viel Informationen über ihn wie es nur geht", flüsterte ich in den Hörer.
"Ich besorge dir so viel ich kann"
Ich nickte. "Danke, Justin"
"Kein Ding, ich rufe dich in ein paar Stunden an"
Gerade rechtzeitig legte ich auf, als Caroline fertig angezogen aus dem Bad kam.
"Hast du was gesagt?", fragte sie und kam zu mir. Ich lächelte und schüttelte den Kopf. "Nur der Fernseher und ich"
"Dann hoffe ich ihr beide hattet eine schöne Zeit miteinander"
"Ja echt toll, aber ein bisschen zu lang, da eine gewisse Frau ewig braucht um Jeans und T-Shirt anzuziehen", bemerkte ich
"Siehst du das?" fragte sie und deutete auf ihr Gesicht. "Das macht sich nicht von alleine"
"Du bist auch ohne Make-Up wunderschön" meinte ich und sie zog die Augenbrauen hoch. "Hast du mich denn jemals ohne Make-Up gesehen?"
"Nein, aber sowas weiß man einfach", meinte ich überzeugend und küsste sie auf die Stirn. Mal wieder roch sie nach diesem fruchtigen Parfum, dass ich so sehr an ihr liebte.
"Bereit?", fragte ich.
Sie nickte. "Wolltest du mir nicht noch verraten wohin es nun geht?"
"Guter Versuch, aber nein", meinte ich und zog sie zu mir.
"Dann nicht", schmollte sie.
Ich lachte, weil ihr Gesicht dabei so süß aussah. "Du wirst es schon noch rechtzeitig erfahren, keine Sorge"
Hinter uns schloss ich die Tür und wir machten uns auf dem Weg nach unten.
Ich hatte Lucy gebeten alles vorzubereiten, sonst wäre es keine Überraschung mehr wenn ich mit einem Korb voller Essen neben ihr stand.
Vor ein paar Tagen gingen wir einen Weg entlang, der mit Rasen bestückt war. Dort war es nicht ganz so laut und man hörte nicht jede Sekunde das Hupen eines Autos.
Als wir in das bestellte Taxi stiegen, teilte ich den Fahrer auf Spanisch mit wo es nun hingehen soll. Da es schon in der Art unser erstes richtiges Date war, wollte ich, dass es perfekt wird. Deswegen schaute ich auch fast jede Minute auf mein Handy um zu gucken, ob Lucy mir geschrieben hatte, dass ich wusste, dass sie fertig war.
"Warum guckst du die ganze Zeit auf dein Handy?"
Ich grinste.  "Ich erwarte einen Anruf von einer meiner vielen Verehrerinnen"
Sie rollte die Augen und sah dann aus dem Fenster. "Ich werde dir noch gutes Benehmen beibringen", flüsterte sie bedrohlich.
"Mein Benehmen ist gut"
"Tja davon sehe ich nichts", meinte sie und verschränkte gespielt verärgert die Arme.
"Dann muss ich mir wohl heute sehr viel Mühe geben um dich von dem Gegenteil zu überzeugen."
"Ja da musst du dir aber richtig, richtig viel Mühe geben"
"Das kriege ich hin und am Ende bekommst du nicht genug von mir"
"Aha"
Ich schnaubte und sah wieder auf mein Handy.
Alles bereit. Viel Spaß.
Ich grinste als ich die Nachricht las und sah aus dem Fenster. Wir waren gleich da. Perfektes Timing.
"Gleich sind wir da"
"Sind wir hier nicht mal vorbeigegangen?"
"Ja vor ein paar Tagen" stimmte ich zu. Der Fahrer hielt an und ich bezahlte ihn, bevor ich ausstieg um den hinteren Wagon Teil herumlief und Caroline die Tür aufhielt und ihr meine Hand reichte.
Sie lächelte und nahm meine Hand.
"Wir müssen noch ein bisschen gehen", bemerkte ich.
"Also schon mal kein Kino und kein Restaurantbesuch", sagte sie und hakte es wahrscheinlich gerade von ihrer Liste im Kopf ab.
"Nope", verneinte ich.
Während sie weiter grübelte, zog ich sie um die Ecke, wo unser Date stattfinden würde. Auf dem großen Rasenfeld vor uns lag eine große Picknickdecke und verschiedenes Fingerfood, dass Lucy noch alles schnell besorgt hatte.
Der Ausblick war wirklich sehr schön und die Gegend war ruhig. Etwas weiter weg spielten Kinder Fangen und auf dem Gehweg fand man manchmal Paare vor, die sich wahrscheinlich eine Auszeit von dem ganzen Trubel gönnten.
"Wow, Jace! Das ist echt eine wunderschöne Idee. Danke", meinte sie aufrichtig. "Sowas hat noch nie jemand für mich gemacht"
"Immer wieder gerne, nur das hier war Lucy, ich habe sie dazu angestiftet. Ohne sie hätte mein kleiner Plan nicht geklappt", sagte ich.
"Du zwingst meine Assistentin zu solchen Aufgaben?", fragte sie mit zugekniffenen Augen, doch ich wusste, dass sie es mir nicht übelnahm.
Ich zuckte nur die Schultern und sah auf das ausgebreitete Essen vor uns.
"Ich würde sagen wir hauen jetzt erst mal richtig rein"
"Gute Idee, ich habe heute noch nichts gefrühstückt"
Wir setzten uns beide auf die große Decke und öffneten alle Behälter.
"Erdbeere?" fragte ich und hielt ihr eine hin.
Sie nickte und bis ab.
"Traube?" fragte sie und ich nickte. "Versuch zu fangen" meinte sie und warf sie hoch sodass ich sie mit dem Mund fangen konnte.
Wir redeten und machten Späße, bis es dann doch ein bisschen frischer wurde und wir alles einpackten.
An einen gewissen Anruf hatte ich nicht mehr gedacht, bis mein Handy klingelte und ich Justins Nummer erkannte.
Ich meinte zu Caroline, es wäre mein Vater und entfernte mich etwas. Es tat schon weh ihr etwas vor zu lügen, ich tat es überhaupt nicht gerne, aber ich musste sichergehen, was der Typ von uns wollte, denn mein Instinkt schrie, dass er irgendwas im Schilde führte.
"Was hast du für mich herausgefunden?", meldete ich mich am Hörer.
"Absolut nichts, Jace tut mir leid"
Ich runzelte die Stirn. "Sicher? Hast du auch gründlich gesucht?"
"Absolut. Dieser Xavier Alvareno führt ein ganz gewöhnliches Leben"
"Danke trotzdem"
"Kein Ding, Jace"
Ich legte auf und ging wieder zurück zu Caroline, die schon fleißig alles einpackte. "Alles gut?", fragte sie. Wahrscheinlich sah ich auch ein bisschen durch den Wind aus. "Alles gut" meinte ich lächelnd und nahm den Korb und Carolines Hand.
Auf dem nach Hause Weg, den wir zu Fuß bestritten, konnte ich die Sache einfach nicht loslassen.
Da war was. Er war zu nett. Er war auf einmal da. Er kannte mich. Er kannte die Geschichte mit meinem Großvater. Er kannte die Firma.
Er hatte eindeutig was zu verbergen und ich würde herausfinden was.

Da nächste und letzte kommt um 20 Uhr :)

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