Jace POV:
Ich laß die Nachricht gar nicht erst sondern schmiss mein Handy einfach auf mein Bett und folgte Caroline aus dem Zimmer.
"Caroline jetzt warte doch"
Sie wollte ihre Tür hinter sich schließen, doch ich hatte mehr Kraft als sie und schob sie auf. Hinter ihr blieb ich stehen und sah sie einfach nur sprachlos an. Damit hatte ich nicht gerechnet, ganz klar war ich überfordert. Es blieb still, eine ganze Weile sogar, doch dann drehte sich Caroline zu mir, sah mich aber nicht an.
"Vielleicht ist das mit uns keine gute Idee" meinte sie.
"Was!?"fragte ich ungläubig und trat ein paar Schritte näher heran.
"Wir haben es überstürzt."
"Caroline, bitte! Nur, weil ich Xavier überprüft habe lassen? Es könnte doch sein, dass sie etwas gefunden haben"
"Und was haben sie gefunden? Es muss ja was gutes sein!"meinte sie sarkastisch.
"Ich weiß es nicht"
"Dann aber schnell, geh zurück zu deinem Handy und schau nach!"
"Verdammt Caroline!"
"Was denn?!"
Ich atmete tief durch und biss mir auf die Unterlippe. Das nächste was aus meinem Mund kam war unüberlegt, aber wahrscheinlich das beste für uns beide in diesem Moment.
"Vielleicht hast du ja recht. Vielleicht war das keine gute Idee zwischen uns. Vielleicht sollten wir das lieber sein lassen"
Für eine lange Zeit blieb es still, jeder schien zu überlegen. Was würden nun die nächsten Schritte sein? Insgeheim wünschte ich mir, dass sie die große Lücke zwischen uns schließen würde und wir das alles vergessen würden, was in den letzten Minuten passiert war, aber das würde wohl nicht passieren, nicht mit ihren Augen, die mir aus dem Weg gingen.
"Ich denke wir schaffen es auch getrennt zu arbeiten und das Projekt zu beenden. Ich würde sagen du bleibst hier, da du dich besser verständigen kannst als ich und ich fliege nach Amerika und fange dort schon an. Wir würden uns dann in ein paar Monaten wieder in England treffen und das Projekt dort beenden." schlug sie vor.
Ohne wirklich nach zu denken, was sie gesagt hatte, nickte ich und schluckte.
"Ja ich denke, dass wir ein bisschen Zeit für uns brauchen."
"Ja"
Hinter diesem kleinen Wort stand wahrscheinlich viel mehr, aber sie verkniff sich jeden weiteren Kommentar. Das sah ich ihr deutlisch an, als sie sich von mir wegdrehte und zu ihrem Koffer griff.
"Dann packe ich meine Koffer und beauftrage Lucy den nächsten Flug nach Amerika zu buchen."
"Wenn du noch Hilfe brauchst, dann-"
"Nein" stieß sie heraus.
Ich verstand und ging aus dem Zimmer. Einfach so und ich schaute auch nicht zurück, aber ich spürte ihren Blick an meinen Rücken wie brennendes Feuer.
Als ich die Tür zu meinem Zimmer schloss und mich einfach auf dem Boden sinken ließ, schloss ich die Augen und ließ alles Revue passieren. Das war meine erste Freundin und ich hatte es geschafft, dass sie mich nach nicht mal 2 Wochen nicht mehr wollte und sogar das Land wegen mir verlassen möchte.
Das war wahrscheinlich nicht zu toppen.
Aber ich hatte es verdient.
Ich schlug die Augen wieder auf und atmete zittrig wieder aus, als ich wieder aufstand und mir mein Handy schnappte und die Nachrichten öffnete die gerade meine Beziehung kaputt gemacht hatten.
Jace ruf zurück, Mann!
Ich habe Xavier nochmal überprüft, wie du sagtest-
Ich rief Justin zurück und wartete, bis er ran ging.
Nach dem dritten Ton nahm er ab.
"Na endlich, Mann!"
"Ich hoffe, es ist was gutes"
"Kommt drauf an, was du mit gut meinst"
"Spuks einfach aus."
"Okay, also ich habe ein bisschen gegraben und festgestellt, dass er zu einer Person kontakt hat, die dir ein Begriff sein sollte."
Ich runzelte die Stirn. "Welche Person?"
"Ian Heyes"
Ich schloss die Augen und fuhr mir mit der über mein Gesicht. Ich hatte also die ganze Zeit recht gehabt mit Xavier. Leider beruhigte mich dieses Wissen überhaupt nicht.
"Was haben sie für eine Verbindung miteinander?"
"Das weiß ich nicht, aber wenn du willst kann ich Ian für dich aufspüren. Vielleichtlässt er sich auf ein Treffen ein"
"Finde ihn" meinte ich und legte auf.
Es war kaum zu glauben, dass er nach mehr als 20 Jahren immer noch in meinem Leben war. Ich wusste genau wer er war. Als ich alt genug war, hatten meine Eltern mir die Geschichte erzählt. Zwar lebte er in England, aber in London. Kontakt hatten wir, soweit ich wusste, nicht.
Ich überlegte ob ich Dad anrufen sollte, verwarf aber die Idee wieder.
Darum würde ich mich selbst kümmern und es wird dreckig werden, dass versprach ich mir. Wenn nur der Verdacht bestand, dass er irgendwas im Schilde gegen meiner Familie oder der Firma, würde ich ihn vernichten. Keiner würde meiner Familie wehtun, nicht noch mal.
Ein zögerliches Klopfen brachte mich wieder in die Realität. Wahrscheinlich war es Caroline, die sich verabschieden wollte. Und ich hatte Recht. Als ich die Tür öffnete, stand Car vor mir, an ihrer Seite ein gepackter Koffer und eine Tasche.
"Lucy und ich haben noch Plätzte bekommen, wir würden jetzt zum Flughafen fahren." sagte sie.
Ich nickte. Von der Sache mit Ian brauchte sie nicht zu wissen, es war nicht ihr Problem. Das einzig gute was Ian mit sich brachte war, dass Caroline nichts mit dieser Sache zu tun hatte.
"Und was versteckt Xavier?" fragte sie.
"Nichts. Du hattest Recht, es war mein Fehler"
"Das tut mir leid" meinte sie.
"Dir tut es leid?" fragte ich zweifelnd.
"Ja. Du hast wegen Nichts etwas kaputt gemacht, was vielleicht zu etwas sehr schönem geworden wäre"
Und in diesem Moment wäre ich wahrscheinlich auf die Knie gefallen und hätte ihr immer wieder gesagt, dass ich sie liebte und dass sie nicht gehen sollte, doch das tat ich nicht. Ich würde sie nicht zum bleiben bitten, nicht, wenn ich immer noch nicht ehrlich zu ihr sein konnte. Am besten war ein sauberer Bruch, wie man sagte.
Am besten beendete man etwas, was gerade angefangen hatte, als es immer weiter laufen zu lassen bis es zu spät war und bis man der Person höllisch weh tun würde.
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Wir und unsere Liebe
RomanceEr, hat einen IQ von exakt 132. Sie, hat einen IQ von exakt 133. Er lebt in England. Sie lebt in Amerika. Er wurde mit Liebe aufgezogen. Sie wurde mit Hass aufgezogen. Beide sind Kinder von erfolgreichen Firmenleitern. Beide treffen aufeinander und...
