Kapitel 43

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~Aria (zeitgleich mit Kapitel 42)

Als ich heute aufgewacht bin, hat mir wie jeden Tag, einfach alles wehgetan und ich war total übermüdet. Naja ich bin schon froh, dass ich überhaupt ein Bett habe, ich könnte es hier drin wohl viel schlechter haben. Überhaupt wenn man bedenkt, dass Damian sich noch kein einziges Mal blicken lassen hat. Gott sei Dank, ich weiß nicht wie ich reagieren werde, wenn ich ihn sehe. Aber ich verstehe auch nicht wieso er mich hier festhält. Nur um mich zu beobachten? Ich schiebe den Gedanken, dass er jederzeit zu mir kommen kann, ganz weit weg von mir und versuche mich auf andere Dinge zu konzentrieren. Ich gehe auf die Tür zu und da steht auch schon wieder mein Frühstück. Langsam esse ich Bissen für Bissen und trinke dann das Glas Wasser, dass auf dem Tablett stand. Dann gehe ich in das kleine Badezimmer, wasche mir das Gesicht ab und gehe danach wieder zurück in mein Zimmer. Langsam drehe ich durch, die Einsamkeit macht mir zu schaffen und ich will einfach Daniel, meine Freunde, oder meine Familie wiedersehn. Ein Gesicht, dass ich kenne, dass ich mag und vor dem ich mich nicht fürchten muss. Solange nicht mit anderen Menschen geredet zu haben, macht mich wahnsinnig. Mir fehlt der soziale Kontakt und das Gefühl von Menschen umgeben zu sein, die mich lieben. Ich liege auf meinem Bett und hänge meinen Gedanken nach, wie viele Minuten oder Stunden vergehen weiß ich nicht. Hier drin verliert man einfach sein Zeitgefühl.

Als ich draußen vor meiner Tür Schritte höre, horche ich auf. Kommt er zu mir? Ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem er sich zeigt? Ich höre ein Knarren als jemand auf eine lose Diele steigt. Die Schritte kommen näher. Ich springe auf und gehe in die hinterste Ecke meines Zimmers, dort setze ich mich auf den Boden, kauere mich zusammen und umfasse meine Knie. Mit weit aufgerissenen Augen starre ich die Tür an. Sie wird sich jeden Moment öffnen und ich kann mich nirgends verstecken. Was hat er vor? Warum jetzt? Warum kommt er auf einmal?

Ich höre wie sich die Türklinke nach unten gedrückt wird. Dann steht er auf einmal vor mir, er versperrt die Tür und sieht sich kurz im Raum um. Dann fällt sein Blick auf mich und ein Lächeln umspielt seine Lippen. Seine Augen blitzen auf, die Augen in die ich mich einmal verliebt habe, die mich immer so liebevoll angeschaut haben. Damian geht langsam auf mich zu, wobei er vorher die Tür hinter sich geschlossen hat. „Wovor hast du den Angst?", fragt er mich, immer noch mit diesem Grinsen auf den Lippen. Am liebsten würde ich ihm eine Antwort geben, bei dem in sein Grinsen vergehen würde, aber ich habe Angst. Fühle mich wie gelähmt. Mir kommt kein Wort über die Lippen und ich starre ihn nur weiter an, während er weiter auf mich zukommt. Es gibt keinen Ausweg für mich, hinter mir ist die Wand und die Tür wird mir nach wie vor von ihm versperrt.

Als er bei mir ist, packt er mich am Arm und reißt mich hoch. Ein kurzer Aufschrei entfährt mir und ich blicke ihn angsterfüllt an. Ich weiß nicht was mit mir los ist, normalerweise bin ich doch auch mutiger, warum lasse ich mich so von ihm beeinflussen? Ohne ein Wort, zerrt er mich hinter sich aus der Tür, dabei bleibt er aber stumm. Was hat er vor? Wir gehen in einen kleinen Raum, in der Mitte steht ein alter Holzstuhl. Er schubst mich darauf und versucht mir meine Hände hinter den Rücken zu binden. Es ist als ob etwas in mir wach wird. Ich fange an mich zu wehren und um mich zu schlagen. Schreiend versuche ich ihn von mir wegzuschubsen, aber er ist stärker. Damian drückt mich wieder auf den Stuhl, von dem ich vorher aufgesprungen bin. Mit viel Gewalt schafft er es schließlich mir die Arme zusammen zubinden. Er drückt mir einen Knebel in den Mund. Tränen laufen mir stumm über die Wangen, jetzt kann ich nichts mehr machen, ich bin ihm ausgeliefert.

Daniel, Mama, Papa, bitte helft mir...


Bad Boy - really so bad?Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt