#101 Persönliches Imagine (Calum)

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Auch mit Verspätung, aber ich hab es geschafft :) Ich hoffe es gefällt dir so, Lara <3

Du öffnest die Tür zum Klassenzimmer und platzierst deine Tasche auf meinem Platz. Du siehst durch die Tische hindurch und siehst ihn wieder. Calum. Wie er mit roten Augen nervös mit seinem Bein wackelt und aus dem Fenster starrt. Ihr wisst alle, dass Calum Probleme in der Familie hat, doch nur du weißt, dass er noch ein ganz anderes Problem hatte. Nachdem der Unterricht endlich vorbei ist, wartest du, bis alle aus dem Raum waren und gehst auf ihn zu. „Hey.", sagst du zögerlich und siehst ihn an. Er packt hektisch seine Sachen zusammen und vermeidet jeglichen Augenkontakt. „Calum, Ich... ich hab recherchiert und hab dir etwas rausgesucht, was dir vielleicht helfen könnte.", sagst du unsicher und schiebst ihm ein Stück Papier über den Tisch zu. Seine Augen wandern darüber und schließlich blickt er zu dir auf. Sein Blick ist leer und einschüchternd und machte dir Angst. „Was soll das?", fragt er drohend. Du zuckst mit den Schultern „Ich dachte, ich könnte dir helfen." „Du kannst nicht jedem helfen. Checkst du das nicht?", fragt er sauer und schmeißt sich seinen Rucksack über die Schulter „Calum, du brauchst Hilfe.", sagst du schnell, bevor er den Raum verlassen will. „Halt dich einfach aus meinem Leben raus, Lara!", sagt er angepisst und geht. Verunsichert fährst du dir durch deine Haare und steckst den Zettel wieder ein.

Eine Woche war Calum nicht in der Schule und du machst dir Sorgen, wie so oft. Dabei könnte es dir eigentlich egal sein, doch er lässt dir keine Ruhe. Obwohl er dich wie ein Stück Scheiße behandelt, möchtest du ihm helfen. Deshalb machst du dich nach der Schule auf den Weg zu seinem Haus, um ihm die Unterlagen zu bringen. Aufgeregt klingelst du an der Haustür und bleibst wie verwurzelt stehen, als seine Mutter dir die Tür öffnet. „Hallo, äh, ist, ist Calum da?", fragst du sie und wunderst dich, weshalb sie zu Hause ist, da Calum immer meinte, sie sei auf einer Geschäftsreise und er sei alleine. „Nein. Er kam gestern nicht nach Hause. Ähm, möchtest du vielleicht trotzdem hereinkommen?", fragte sie nett und du nimmst das Angebot an. Gemeinsam bei einer Tasse Tee erzählt dir Calums Mutter von ihrem Sohn. „Ich komme ja selber nicht mehr an ihn heran. Seit dem wir hierher gezogen sind, hängt er mit den falschen Freunden herum und ist abgestützt. Ich hatte ihn schon einmal in eine Entzugsklinik gesteckt. Das ging auch gut, bis er wieder nach Hause kam und das gleiche wieder von vorne anfing. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Jeden Tag habe ich schlaflose Nächte, weil ich nicht weiß, wo er ist, Lara.", sagt sie mit Tränen in den Augen und hinterlässt ein kurzes Schweigen, bis ihr den Schlüssel in der Tür hört und euch erschrocken umdreht. Calum stand im Flur und hatte ein blaues Auge. „Schatz, was, was ist passiert?", fragt seine Mutter besorgt und geht auf ihn zu. Calum wendet sich aber von ihr ab und kommt stattdessen auf dich zu „Was hast du hier verloren?", fragt er dich kühl. Vorsichtig stehst du auf und schluckst „Ich wollte dir deine Sachen bringen, aber du warst nicht da." „Ich hab gesagt du sollst dich aus meinem Leben raushalten, was ist daran so schwer zu verstehen, hm? Verpiss dich einfach, Lara.", sagt er mit zusammengebissenen Zähnen und du nimmst wortlos deine Tasche und gehst.

Am Wochenende sitzt du vor deinen Hausaufgaben und stützt deinen Kopf auf deinen Händen ab, als dein Handy klingelt und du eine unbekannte Nummer siehst. Mit mulmigem Gefühl hebst du ab „Hallo?" „Lara? Hier ist Joy, Calums Mutter. Kannst du bitte ins Krankenhaus kommen? Calum wurde heute Nacht eingeliefert und ich weiß nicht, wer sonst an ihn heran kommen könnte als du...", sagt sie weinend und du machst dich so schnell wie möglich auf den Weg.

Nervös stehst du im Fahrstuhl und fährst in den 4. Stock und wirst dort aufgelöst von seiner Mutter erwartet. „Gott sei Dank konntest du kommen. Sie haben ihn heute Nacht bewusstlos auf dem Bahnhof gefunden. Er hatte eine Überdosis und wäre beinahe daran gestorben...", sagt sie weinend und du nimmst sie in den Arm. „Ist, ist er ansprechbar?", fragst du sie und Joy nickt. Nervös klopfst du an der Tür an und gehst hinein. „Hey.", sagst du zögerlich und wartest darauf, dass Calum dich wieder beleidigt und dumm anmacht, doch diesmal ist alles anders „Hey, wie, wie geht's dir?", fragt er nett und du siehst ihn fragend an, als du dir einen Stuhl holst und dich neben sein Bett setzt. „Welche Tabletten haben sie dir gegeben?", fragst du ihn lachend, da du es nicht gewohnt bist, so nett von ihm begrüßt zu werden. Er muss daraufhin auch lachen und dreht sieht zu dir herüber. Sein Blick wird aber wieder ernst „Hast du den Zettel mit den Adressen noch? Also den, den du mir in der Schule geben wolltest?", fragt er schüchtern. „Äh, ja klar. Willst du ihn haben?", entgegnest du ihm. Calum nickt. „Ich hab's eingesehen. Letzte Nacht hat mir den Rest gegeben. Ich will das nicht mehr.", sagt er nachdenklich und du berührst zaghaft seine Hand, welche er fest umgreift. „Warum bist du immer noch so nett zu mir?", fragt er dich nach einer Weile. Du siehst ihm in seine braunen Augen „Weil du mir etwas bedeutest, Calum." „Es tut mir Leid, was ich dir alles an den Kopf geknallt habe. Das war nicht fair, aber ich war nicht bei Verstand. Kannst du mir nochmal verzeihen?", fragt er mit Tränen in den Augen. Du nickst und lächelst sanft „Ja.", sagst du leise und er zieht dich an sich heran und küsst dich zärtlich. „Ich werde an deiner Seite bleiben, egal was kommt, Cal.", sagst du, während du mit deinem Daumen seine Hand streichelst. „Komm her.", sagt er und du kletterst vorsichtig zu ihm in das Krankenbett und kuschelst dich an seine Brust. „Danke.", flüstert er und küsst dich auf deinen Kopf.


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