✿N17

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cold;;

Schweigend laufen die zwei jungen Menschen nebeneinander und beobachten ihre eigenen Schritte. Bei jedem Atemzug von ihnen entsteht auch ein rauchiger Wolkenmuster, welches ein Zeichen der Kälte ist.

„Frierst du denn nicht?", fragt Taehyung besorgt, „Du trägst ein Kleid und Kniestrümpfe im Winter. Es ist Winter! Du wirst doch krank!"

Aejung muss schmunzeln und lächelt leicht, was Taehyung aber nicht sieht, da sie ihren roten Schal trägt. Dieser bedeckt ihr Mund und noch ihre Wangen, sodass er auch nicht ihre Röte sieht, die durch die Kälte entstanden ist.

„Nein", antwortet sie, „Ich trage eine Strumpfhose, doch diese ist so leicht durchsichtig und darüber noch die Kniestrümpfe."

„Dennoch ist es kalt", meint Taehyung nur.

Ein Kichern kann sich das Mädchen nicht verkneifen und nun schmunzelt der Andere.

Danach entsteht wieder eine unangenehme Stille. Man hört nur den Winter; die kalte Brise und das Einfrieren von den einzelnen Pflanzen. Es sind kleine Knister- und Zischgeräusche. Kleine Dinge, die man nur im Stillen hört.

„Tae?", spricht die Schwarzhaarige den Braunhaarigen leise an.

Sie vermeidet den Augenkontakt, den er versucht mit ihr aufzubauen und fokussiert sich lieber auf die halbeingefrorene Straße.

Da sie bemerkt, dass sie seine Aufmerksamkeit hat, spricht sie weiter: „Darf ich dich etwas fragen?"

„Natürlich!", nickt er schnell und bringt sie dadurch wieder zum Lachen.

Wie süß..

„Was ist passiert?", fragt sie, „Was ist passiert, sodass ich dich betrunken auf der Straße und dann noch mit diese Flasche in der Hand traf? – Ist-ist vieles passiert, seitdem ich nicht mehr hier war?"

Das Lächeln von Taehyung schwindet und sein Kiefer spannt sich an. Ein kleiner Blick zeigt ihr die Frustration und Trauer, die sich bei ihm aufgebaut hat. In ihr entsteht große Reue.

„Es tut mir leid", entschuldigt sie sich schnell, „Ich wollte dich nicht wieder traurig machen. Das war nicht meine Absicht."

„Nein, nein... Schon.. Schon gut", sagt er unsicher, „– Es ist so einiges passiert."

Sie hört ihm zu und sieht auch aufmerksam zu ihm, während nun er derjenige ist, der sich auf die Straße fokussiert.

„Seitdem du verschwunden warst, hat sich einiges anders, Jungie", lacht er verbittert und nennt sie auch bei ihrem Spitznamen, „Namjoon und ich sind zum Beispiel nicht mehr befreundet."

„Warum das?"

„Er ist ein Verräter und Lügner", redet er in einem kalten und tieferen Ton. Seine Stimme ist schon tief, doch wenn er negatives spürt, wird sie dazu noch so emotionslos und angsteinflößend. „Deshalb sind wir nicht mehr befreundet. — Ich bin nur noch mit Jimin gut. Er ist ein guter Freund, aber sonst habe ich niemanden."

»Aber sonst habe ich niemanden« , wie sehr diese Worte Aejung verletzen.

Sie schaut wieder weg und schluckt den Kloß in ihrem Hals schwer runter. Warum denke er nicht an sie? Warum denke er, dass er sonst niemanden hätte?

„Tae—"

„Aber zum Glück habe ich wieder dich", lächelt er und sieht zu ihr, „Du verlässt mich nicht noch einmal, oder?"

„Ich kann dir so etwas nicht versprechen", verneint sie, „Es soll nicht heißen, dass ich wieder gehen werde. Ich möchte dich nur nicht enttäuschen."

Taehyung versteht sie und bedankt sich mit einem Nicken.

Das mochte er schon immer an ihr; dass sie nie ein Versprechen bricht, da sie nie welche macht. Erst recht nicht diese, die einen am meisten verletzen oder auch verändern können.

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