Disclaimer: Ich erhebe keinerlei Ansprüche auf die hier verwendeten Death Note und Inuyasha Charaktere, lediglich auf die, die ich mir selbst ausgedacht habe.
Light hatte sich schon vorweg einen genauen Plan überlegt wie er Sesshoumaru in die Irre führen konnte. Er hatte seit Wochen daran getüftelt. Mit Hilfe von Karten studierte er genausten die Gegend, in der er sich aufhalten würde. Er setzte sich mit den Fähigkeiten von Dämonen auseinander, vor allem die Fähigkeiten von Inu-Yokais hatte er gründlich unter die Lupe genommen. Aus diesem Grund war es für Light als eine böse Überraschung gekommen, als er hörte, dass der Geruch eines Daiyoukais nicht mit Wasser vom Körper gewaschen werden konnte. Er war froh, dass der Mönch ihm geholfen hatte. Nun hatte er wieder eine Chance das Rennen zu gewinnen.
Light eilte durch das Unterholz. Er schlug den direkten Weg zum Schloss ein. Momentan konnte Sesshoumaru noch seinen Geruch folgen. Solange er diesen nicht mit einem anderen überdeckt bekam, wäre es besser Sesshoumaru im Glauben zu lassen, er nähme den kürzesten Weg. Light brach durch das Gestrüpp und sah ein Dorf vor sich - umgeben von Hügeln und Wiesen - in einer Senke liegen. Er eilte die Böschung hinab und hielt Ausschau nach den Dorfbewohnern. Unter seinen Haori hielt er einen Beutel mit Geld versteckt. Was er nun machen musste, war seinen Körpergeruch mit einem anderen überlagern. Er kaufte einem Bauern, der ungefähr seine Größe hatte, die Kleidung ab. Es krauste ihm diese anzuziehen zu müssen, aber der Geruch war stark genug, dass er seinen überdecken würde. Der Mann war überrascht, als jemand wie Light, dessen Kleidung um einiges edler war, ihm Geld für seine verdreckte anbot. Er beäugte Light misstrauisch, als er jedoch die Summe an Geld sah, die Light ihm unter die Nase hielt, zögerte er nicht lange und riss sich die Kleidung schon fast vom Leib. Light klemmte sie sich unter den Arm und eilte weiter zum Fluss, der nicht weit entfernt vom Dorf lag. Er wusch sich im seichten Wasser und zog den einfach gehaltenen Haori und Hakama des Mannes an. Dabei schaffte er es nicht eine gleichgültige Miene beizubehalten. Seine Mundwinkel verzogen sich angewidert nach unten.
Light lief zurück in das Dorf. Er verschenkte seine alten Kleider und marschierte Richtung Süden. Dabei entfernte er sich von dem Schloss, anstatt dass er sich ihm weiter näherte. Trotz dass Sesshoumaru seinem Geruch nun nicht mehr folgen konnte, war die Gefahr immer noch zu groß, als dass er weiterhin den direkten Weg zum Ziel einschlagen konnte. Er wollte es nicht riskieren, dass der Daiyokai zufällig auf ihn traf, nur weil er zu geradlinig lief. Er würde einen langen Umweg machen müssen. Vor seinem inneren Auge tauchte die Route auf. Er würde einen Tag lang entgegengesetzt zum Schloss laufen. Am zweiten würde er den Weg Richtung Meer einschlagen. Es gab an der Küste ein Fischerdorf. Dort würde er einen der Fischer bezahlen, ihn, auf den Seeweg, zum Schloss des Daiyokais des Westens zu bringen. Wenn er wieder an Land war, dann bräuchte er noch einen halben Tag, um es zu Fuß zu erreichen.
Light hatte für das ganze Vorhaben 4 1/2 Tage eingeplant. Ein Tag Richtung Süden. Zwei Richtung Meer. Einen auf den Seeweg Richtung Norden und einen halben zum Schloss. Während der gesamten benötigten Zeit, musste er fünfmal seine Kleidung gegen gebrauchte tauschen. Sein Geruch würde sich irgendwann mit dem fremden mischen und diesen verdrängen. Wenn das passierte, würde Light einen leuchtenden Pfad hinterlassen, den Sesshoumaru ohne Mühe folgen konnte. Immerhin wusste er, dass die Nase eines Inu-Youkais zu den besten unter den Dämonen zählte. Sollten seine getroffenen Vorkehrungen Sesshoumarus Nase nicht fehlleiten, dann wäre es nur eine Frage von wenigen Minuten, bis der Daiyoukai ihn aufgespürt haben würde.
Light hielt die Sonne im Blick. Bevor es dunkel wurde, musste er das Dorf erreichen, das er sich für seinen ersten Tag als Ziel vorgenommen hatte. Er hatte schnell die Überlegung verworfen im Freien zu schlafen sowie in die Nacht hinein zu laufen. Mit den vielen Dämonen, und davon waren nicht gerade wenige Nachtaktiv, war es zu gefährlich, ohne Schutz die Nacht über außerhalb eines Dorfes zu verbringen.
Als die letzten Sonnenstrahlen hinter den Bergen verschwanden, befand sich Light in einem kleinen Wohnraum und aß zu Abend. Er hatte in dem Dorf nach einem Schlafplatz und Essen gefragt und bei einer Handwerkerfamilie einen gefunden. Schon bald zog er sich zurück und legte sich auf einen ausgerollten Futon nieder. Sein Schwert, das er einem toten Samurai entwendet hatte, über den er, kurz nach seiner Ankunft in dieser Welt, gestolpert war, hielt er Griffbereit in den Armen. Die Nacht verlief ruhig. Light stand vor Sonnenaufgang auf und schlug den Weg Richtung Meer ein. Er machte gute Fortschritte und Sesshoumaru schien ihn bis jetzt noch nicht gefunden zu haben. Light folgte einem unebenen Weg, der ihn an Terrassen von Reisfeldern entlang führte. Wie den Tag zuvor wechselte er die Kleidung. Die alte verschenkte er dieses Mal nicht, sondern schmiss sich in den nächsten Fluss. Es wäre nicht gut, wenn Sesshoumaru es doch bis hier her schaffte und seinen Geruch an einem anderen Menschen wahrnahm. Es würde ihm nur die Bestätigung geben, dass er der richtigen Fährte folgte.
Light traf auf nicht viele Reisenden, als er auf der Straße Richtung Meer unterwegs war. Gegen Mittag kam ihm eine kleine Gruppe von Mönchen entgegen. Er verbeugte sich vor ihnen, wartete bis sie an ihm vorbeigezogen waren und ging dann ebenfalls seines Weges.
Der erste Überfall ereignete sich bei Dämmerung. Er kam nicht als Überraschung, denn Light war sich bewusst, dass er als allein Reisender leichte Beute war. Dennoch ärgerte er sich, denn hätte er nicht so lange gebraucht den Fluss zu überqueren, dessen Brücke eingestürzt war, dann wäre er vor Sonnenuntergang im nächsten Dorf angekommen.
Fünf Rounin umzingelten ihn. Sie hatten ihre Schwerter gezogen. Zurzeit streiften viele von den herrenlosen Samurais durch das Land. Ihr Herr musste bei einen der Kämpfe ums Leben gekommen sein. Nun waren sie ehrenlos. Die Tradition verlangte, dass sie Seppuku begehen. Dafür trugen sie ein kurzes Messer bei sich, mit dem sie ihren Bauch aufschlitzten, um ihre Ehre zurückzuerlangen. Doch manche von ihnen versuchten dem Selbstmord zu entgehen. Sie Schlossen sich zu Gruppen zusammen und wurden Gesetzlose.
»Wartet«, sagte Light »Wollt Ihr einen Bruder ausrauben und töten?«
»Was soll das heißen?«, fauchte einer der Rounin. Seine Rüstung war mit Dreck verschmiert. Er hatte eine Delle im Helm, wo ihn vermutlich ein feindliches Schwert getroffen hatte. Oberhalb der Delle war das Wappen von Uesugi Kenshin eingraviert und genau dieses Wappen verhalf Light zu einer Idee.
»Mein Herr war der Daimyou, Uesugi Kenshin.«, sagte er mit fester Stimme. »Ich habe an seiner Seite gegen die Truppen von Oda Nobunaga gekämpft. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie sich ein Pfeil in Uesugi-samas Hals bohrte und er vom Pferd fiel. Dieser unglückliche Tag, war nicht nur der Tag, an dem mein Herr starb, sondern auch der Tag, an dem ich zum Rounin wurde.«
»Pah!«, brüllte einer der Männer. »Wieso sollten wir Euch glauben? Ihr könnt genauso zu Odas Truppen gehören.«
Light ließ sich nicht einschüchtern. Mit ruhiger Stimme fuhr er fort. »Überlegt, wenn mein Herr wirklich Oda Nobunaga wäre, würde ich dann als Rounin umherziehen? Alles was mir noch geblieben ist, ist mein Schwert. Von meiner Ehre als Samurai ist nichts mehr übrig.«
»Wenn Ihr die Wahrheit sagt, dann möchte ich wissen wie lange Ihr Uesugi-sama gedient habt?«, kam es von rechts.
Light drehte sich dem Rounin zu. Er war der kleinste unter ihnen. Er trug keine Rüstung, sondern einen verschlissene, verdreckten Haori sowie Hakama. Er musterte Light aufmerksam. Sein Mund war zu einer schmalen Linie gepresst.
»Ich diente ihm seit der ersten Schlacht gegen Oda Nobunaga, die im Frühling, in der Nähe von Kyoto, gefochten worden war.«
Einige der Männer nickten. Anscheinend hatten sie in derselben Schlacht gekämpft. Idioten, dachte Light. Mit seinem Geschichtswissen hatte er sie tatsächlich davon überzeugen können, dass sie für denselben Daimyo gekämpft hatten.
»Kommt«, sagte plötzlich der Mann, der ihm vor kurzem noch nicht geglaubt hatte. Er steckte sein Schwert zurück. Die anderen folgten seinem Beispiel. »Wir haben unser Lager nicht weit von hier. Verbringt die Nacht mit uns.«
Light ließ sich nicht anmerken wie der Vorschlag ihm gar nicht gefiel. Aber wenn er sich weigern sollte, dann könnte die freundschaftliche Stimmung schnell wieder ins Gegenteil umschlagen. Er nickte und lachte. »Ich hoffe, ihr habt dort auch was zu Essen.«
Sie hatten reichlich zu Essen. Es sah so aus, als hätten sie in den letzten Tagen einige Bauern überfallen. Während sie aßen, tranken sie reichlich Sake dazu. Um nicht aufzufallen trank Light ebenfalls vom Reiswein. Er hingegen nahm nur kleine Schlucke. Light wartete bis sich die fünf betrunkenen Männer zum Schlafen hinlegten. Er selbst machte es sich etwas abseits vom Feuer bequem. Sobald sie eingeschlafen waren, konnte er von dort aus in den Wald flüchten.
Die Augen geschlossen lauschte er so lange, bis er das Schnarchen und gleichmäßige Atmen von allen fünf Personen hörte. Dann richtete er sich auf. Gut, dachte er, der Alkohol hatte sie in einen tiefen Schlaf versetzt. Würde jetzt ein Dämon kommen, könnte dieser sie ohne weiteres fressen. Er bezweifelte, dass sie sich in ihrem jetzigen Zustand wehren könnten. Light stand auf und zog sich in den Wald zurück. Als er eine gewisse Distanz zwischen sich und den Rounin gebracht hatte, musste er leise Lachen. Das war wirklich einfacher als gedacht.
Doch Lights gute Laune verflog alsbald. Er hatte sich verirrt. Light hatte vorgehabt die Straße wiederzufinden. Das nächste Dorf musste nicht mehr weit entfernt sein. Er hätte sie jedoch schon längst finden müssen, was bedeutete, dass er in die falsche Richtung gelaufen war. Nun zischte er freudlos, denn mit seinen menschlichen Augen konnte er so gut wie nichts erkennen. Light stolperte weiter durch das Gebüsch und hörte das Rauschen von Wasser. Schon bald kam er an einem Fluss an. Hier konnte er wenigstens durch den Mond schemenhaft die Dinge erkennen. Er folgte der Strömung. Der Fluss würde ihn Richtung Meer führen und vermutlich auch zu einem Dorf.
Light hatte sein Schwert vorsichtshalber gezogen. Es behagte ihm nicht, dass er so gut wie blind war. Er lauschte angestrengt nach verräterischen Geräuschen. Was er hörte waren harmlose Tiere, nichts was auf einen Dämon hinweisen würde. Plötzlich mündete der Fluss in einen Waldsee. Um weiterzukommen musste er ihn umlaufen. Light war gerade dabei, als er Gekicher hinter sich vernahm.
Ruckartig wirbelte er herum und nahm eine für Kendo typische Verteidigungsposition ein.
»Er ist schön«, sagte eine Mädchenstimme verträumt.
»Was interessiert das«, jammerte eine zweite, die sich nach einem Jungen anhörte. »Ich habe Hunger. Lass uns ihn töten und dann zum Bau mitnehmen. Vater wird stolz auf uns sein.«
Die zwei Dämonenkinder, die nicht älter aussahen als neun, kamen mit einem konzentrierten Gesichtsausdruck auf Light zu.
»Du greifst ihn von rechts an und ich von links.«
Der Junge nickte dem Mädchen zu und trat nach rechts.
»Wartet!«, sagte Light abermals. Dämonenkinder unterschieden sich nicht sehr von ihrem Gegenpart den menschlichen Kindern. Eine überdurchschnittliche Intelligenz war ihnen anscheinend auch nicht geschenkt worden, denn, ohne groß über die Konsequenzen nachzudenken, hatten sie Light ihren Angriffsplan mitgeteilt.
»Was haltet ihr von einem Spiel?«, sagte er, während er in Gedanken sich einen Plan zurechtlegte.
Sie stoppten und sahen ihn unschlüssig an. Anscheinend war es das erste Mal, dass ein Mensch, der normalerweise auf ihrem Speiseplan stand, mit ihnen spielen wollte. Der Kopf des Mädchens neigte sich nachdenklich zur Seite. Schwach traf das Mondlicht auf ihre Haut und wurde von weißen Schuppen reflektiert. Light bemerkte erst jetzt, dass die beiden Dämonenkindern Fischen ähnelten.
Light setzte ein trauriges Gesicht auf und ließ einen lauten Seufzer von sich. »Und ich dachte, Kinder mögen Spiele. Ihr seid doch keine Spielverderber, oder?« Er musste hier weg. Jede Sekunde, die er länger verweilte, verringerte sich seine Überlebenschance. Wenn die beiden Dämonenkinder ihr zu Hause in dem See hatten, dann bedeutete dies nur, dass sich dort noch mehr von ihnen aufhielten. Mit den zwei Kindern würde er fertig werden, sollten aber noch mehr von ihnen aus dem See auftauchen, dann hatte er ein großes Problem.
»Ich bin kein Spielverderber!«, jammerte der Junge entrüstete und stemmte seine Arme in die Hüfte.
Hab dich, dachte Light. Lights Miene zeigte jedoch nichts von seinen eigentlichen Gedanken.
»Und du?«, Light wandte sich an das Mädchen. »Bist du ein Spielverderber? Weil, wenn das so ist, dann bist du von uns allen dreien die einzige. Möchtest du das sein?«
Statt zu antworten, schüttelte sie den Kopf, doch das genügte Light. Er hatte sie beide genau dort, wo er sie haben wollte. »Gut, dann kann ich jetzt die Spielregeln erklären. Wir werden verstecken spielen.«
Ihre Augen wurden vor Begeisterung groß. Sehr gut, dachte Light zufrieden.
»Ihr beide werdet euch im Wald verstecken und ich werde euch anschließend suchen gehen. Dabei werde ich auf hundert zählen. Solange habt ihr also Zeit ein gutes Versteck zu finden. Eins ...«, begann Light und der Junge wollte schon losrennen, aber das Mädchen hielt ihn zurück.
»Wie willst du uns finden? Du bist ein Mensch. Du wirst uns niemals finden können.«
Light hob eine Augenbraue und setzte ein amüsiertes Lächeln auf. »Bist du dir da so sicher? Immerhin habe ich ohne Problem zu diesem See gefunden. Vielleicht sind meine Augen besser als die eines gewöhnlichen Menschen. Urteile nicht voreilig über mich.«
»Komm schon. Lass uns endlich gehen. Er wird uns schon finden.« Der Junge zerrte ungeduldig an ihrer Kleidung.
»Ok«, sagte sie schließlich und zusammen verschwanden sie im Wald.
Zu einfach. Light wartete kurz, bis er sie nicht mehr hören konnte, dann rannte er am Ufer entlang. Er war regelrecht außer Atem, als er endlich auf der anderen Seite ankam und dem Fluss weiter folgen konnte. Wann sich wohl bemerken würden, dass er nie die Absicht gehabt hatte sie suchen zu gehen, geschweige denn, dass er sie überhaupt gefunden hätte. Light hastete weiter. Obwohl die Gefahr, der beiden Dämonenkindern, gebannt war, wollte er so viele Kilometer wie möglich zwischen sich und dem See bringen. Er konnte ein Lachen nicht unterdrücken, als er schließlich aus dem gottlosen Wald herausfand und schemenhaft die Dächer jenes Dorfes vorfand, dass er von Anfang an erreichen wollte.
Der Mann, an dessen Holzhaus er geklopft hatte, betrachtete ihn äußerst argwöhnisch. Light konnte es ihm nicht verübeln. Es war mitten in der Nacht. Ein Fremder stand an der Türschwelle und bat nach Unterkunft. Der Mann brummte ihn schlecht Gelaunt an und wollte ihn schon fortjagen, doch Light klipperte mit seinem Geldbeutel und überreichte ihm eine beträchtliche Summe. Daraufhin bat der Mann ihn ein, gab ihm zu Essen und zu Trinken und scheuchte seine Kinder aus einem Schlafraum, sodass ihr Gast sich dort niederlassen konnte. Light tat genau dies und war schon bald von den Strapazen der Nacht eingeschlafen.
Ein kehliger Schrei ließ ihn aufschrecken. Light fuhr nach oben und sah sich nach der Ursache um. Es war immer noch dunkel draußen. Was ging hier vor sich? Eine große Gestalt kauerte über einer anderen, die gurgelnde Geräusche von sich gab. Light schmiss die Decke beiseite und trat mit gezogenem Schwert auf die beiden Personen zu. »Wer seid Ihr, was macht Ihr hier in diesem Raum?«
Die Türe zu linken wurde aufgeschoben und eine Frau, umringt von ihren Kindern, stand erstarrt auf der Stelle. Die Öllampe, die sie in der Hand hielt, ließ sie mit einem Schrei fallen. Doch das kurze Licht, hatte Light genügt, um zu sehen was vor sich ging. Der Mann, dem das Haus gehörte, saß zusammengesackt an der Wand. In seinem Bauch befand sich die spitze eines Schwertes. Sein Angreifer zog das Schwert zurück und verpasste dem toten einen Tritt mit dem Fuß gegen den Kopf.
»Elender Schweinehund«, hörte Light den Angreifer fluchen. Sehen konnte er ihn jedoch nicht mehr, denn in diesem Augenblick zerbarst die Öllampe und tauchte für einen Moment alles wieder in Dunkelheit. Dann entzündete, der immer noch schwach brennende Docht, das Öl und ein Feuer brach aus. Der Angreifer drehte sich zu Light um.
»Yousuke-san«, brach es überrascht aus Light hervor, der mit vielen gerechnet hatte, aber nicht mit dem Kommandanten der Schlosswache. Dann runzelte Light die Stirn und harte Augen fixierten Yousuke »Wie ich sehe, hat Euch Sesshoumaru-sama geschickt, um über mich zu wachen.«
»Habt Ihr ein Problem damit, Yagami-san? Ihr solltet mehr Dankbarkeit zeigen. Immerhin habe ich gerade verhindert, dass der Hausherr Euch das Messer in die Brust rammt.«
Das Feuer griff um sich. Die Frau und ihre Kinder waren verschwunden, vielleicht holten sie Hilfe. »Wir müssen hier weg«, sagte Light nüchtern und bearbeitete mit seinem Schwert die Holzwand. Es gab zwar ein Fenster, doch es war zu klein für ihn und der einzige Ausweg brannte mittlerweile lichterloh.
Eine Hand legte sich auf Lights Schwertarm und hielt ihn fest umklammert. »Steckt Euer Schwert zurück.«
Hätte sich die Luft nicht bedrohlich mit Rauch gefüllt und die Hitze wäre nicht immer unerträglicher geworden, dann hätte Light den Befehl womöglich ignoriert. So aber steckte er das Schwert in die Scheide zurück.
»Yousuke-san. Was soll das?«, zischte er sogleich, als sich ein Arm um seinen Bauch schlängelte und er eng gegen den Kommandanten der Schlosswache gedrückt wurde. Zum Glück war Sesshoumaru nicht anwesend. Der Daiyoukai wäre von der intimen Nähe zwischen ihnen keinesfalls begeistert gewesen. Light keuchte, als der Dämon sich vom Boden abdrückte und mit ihm durch das Dach brach. Doch damit nicht genug. Kaum waren sich außerhalb des brennenden Hauses in Sicherheit, wurde Light von Yousuke hochgenommen, der ihm dafür mit der Faust eine verpasste.
Yousuke fixierte Light wütend, der seinen Blick mit gleicher Schärfe erwiderte.
»Setzt mich sofort ab!« Light fing an zu zappeln.
»Das kann ich noch nicht«, und damit rannte Yousuke mit Light in den Armen aus dem Dorf. Als sie sich ein gutes Stück entfernt hatten, hielt er an und setzte Light ab. Sofort schwang ein Fuß in seine Richtung. Yousuke wich dem Angriff mit einem Überschlag aus.
»Beruhigt Euch, Yagami-san.«
Doch Light war wütend, denn Yousukes Auftauchen ruinierte seinen ganzen Plan. »Wie soll ich mich beruhigen, wenn all meine Bemühungen mich, vor Sesshoumaru-sama, bedeckt zu halten, mit Eurem Auftauchen zu Nichte gemacht wurden. Er muss keine Fährte von mir haben. Wieso auch, wenn er Euch verdammt nochmal folgen kann!« Erneut schlug Light nach Yousuke. Er war geladen vor Wut. Dieser Idiot zerstörte alles und was Sesshomaru anging, bedeutete es, dass der ehrenhafte Daiyokai des Westens unfair spielte?
Yousuke fing die Faust ab. Er umschloss sie mit seiner Hand und lehnte sich nach vorne. »Ich sagte, Ihr sollt Euch beruhigen«, zischte er. »Ich habe, seit ich Euch folge, meine Aura unterdrückt. Sesshoumaru-sama besitzt Ehre. Er würde sie niemals beschmutzen, auch nicht bei der Vorstellung Euch vielleicht zu verlieren.« Yousuke drückte Lights Faust zurück, der daraufhin nach hinten stolperte. »Kommt, Yagami-san, ich begleite Euch noch bis es hell wird, dann müsst Ihr wieder alleine zurecht finden. Obwohl, ich ja zugeben muss, dass Ihr dies bis jetzt sehr gut gemeistert habt.«
Die beiden liefen stumm nebeneinander her. Vom stand des Mondes, würde es noch ungefähr eine Stunde brauchen bis die ersten Sonnenstrahlen das Land erhellten. Light versuchte mit Yousukes Tempo mitzuhalten, doch schon bald wollte sein erschöpfter Körper nicht mehr. Wie lange hatte er wohl in dem Haus geschlafen, bevor der Mann ihn wegen seines Geldes und höchstwahrscheinlich des Schwertes halber, umbringen wollte. Ein Katana war sehr teuer. Einmal verkauft, würde es eine stattliche Summe einbringen.
Das nächste Dorf war noch einen halben Tag entfernt, deswegen war es Lights eigentliches Vorhaben gewesen, ausgeruht dort hinzureisen. Doch in seinem jetzigen Zustand konnte er das vergessen. Er musste schlafen. »Yousuke-san.« Der Dämon wandte Light fragend den Kopf zu. »Ich brauche einen Schlafplatz zum Ausruhen.«
Yousuke zuckte mit den Schultern und lief weiter. »Ich bin nicht Euer Diener. Hier.« Er zeigte auf die Umgebung. »Sucht Euch einen Platz aus. Hier gibt es genügend Möglichkeiten zum Ausruhen.
Light lief zum Rand des Weges und sah die Reisfeldterrassen hinab. Wo in alles in der Welt sollte er einen Schlafplatz finden?
»Dort unten ist eine schäbige Hütte. Vermutlich für Werkzeug. Ich denke, Ihr könnte in ihr schlafen.«
Light war überrascht, dass Yousuke ihm doch half. Er schielte in die Richtung, in der der Dämon zeigte, konnte aber besagte Hütte nicht erkennen. »Arigatou«, sagte Light und folgte Yousuke, der sein Dilemma bemerkt hatte. Erst als sie weniger als dreißig Meter von der Hütte entfernt waren, konnte Light die Umrisse schwach in der Morgendämmerung erkennen. Yousuke riss das Schloss von der Türe und betrat das Innere zu erst. Er hatte recht gehabt. Die Hütte war voll mit Werkzeug, das für die Bewirtschaftung der Reisfelder genutzt wurde. Doch obwohl es überall stand und an den Wänden hing, gab es immer noch genügend Raum für zwei Personen. Light legte sich auf den Boden. Yousuke lehnte mit den Rücken zur Wand.
»Da ist etwas was mich beschäftigt«, sagte Yousuke nach einer Weile der Stille. Was es auch immer war, es war ihm unangenehm darüber zu reden. Light konnte es aus seiner Stimme heraushören.
»Was ist es?«, fragte er. Er wollte sich nicht mit Yousuke unterhalten, sondern schlafen, doch der Dämon hatte ihm einen einigermaßen bequemen Schlafplatz gefunden. Light seufzte innerlich und wartete was der Dämon zu sagen hatte.
»Ich verstehe nicht, weshalb Ihr unbedingt in Eure Zeit zurückkehren wollt. Ist Euer Leben dort so viel besser?«
»Meine Familie ist dort, Youske-san. Ich habe sie seit über einem Jahr nicht mehr gesehen. Sollte ich hier bleiben, dann werde ich sie nie mehr zu Gesicht bekommen.« Die Lüge ging einfach von den Lippen. Light war die Familie zwar in einem gewissen Grad wichtig, aber das war keinesfalls der Grund wieso er in seine Zeit wollte. Kira hielt ihn immer noch in seinen Fängen. Der Gedanke an ein Utopia war immer noch da. Er hatte zwar begriffen, dass er kein Gott war, aber deswegen hatten sich seine Prinzipien nicht verändert. Das Böse musste ausradiert werden. Auf was er bis jetzt noch keine Antwort gefunden hatte, waren die Dämonen. Sollte es sich doch nicht um eine Parallelwelt handeln, sondern um die normale Vergangenheit, in der er sich momentan befand, dann musste es auch in seiner Zeit Dämonen geben. Doch falls das wirklich der Fall war, wie konnte es dann geschehen sein, dass Dämonen in Vergessenheit geraten waren und was für eine Einstellung sollte Kira ihnen gegenüber haben? Sollte er sie als Gefährdung der Menschheit betrachten? Viele der niederen Dämonen fraßen von Natur aus Menschen. Waren sie deshalb böse, weil sie so geschaffen wurden? Er hatte sich eins mit Sesshoumaru über dieses Thema unterhalten. Von ihm wusste er, dass es Dämonen gab, die in der Tat sich von Tieren ernähren konnten, aber Menschen bevorzugten und dann gab es diejenigen, dessen Verdauungsorgane nichts anderes als Menschenfleisch verdauen konnten. Wenn man das ganze Bild ins Tierreich übertrug, dann war es nichts anderes als das ein Räuber naturgemäß eine bestimmte Beute fing und aß.
»Ist Euch nicht bewusst, welchen Status Ihr habt? Ihr habt Euch den Respekt des ganzen Schlosses verdient gemacht. Ihr gehört in den Westen, nicht in Eure Zeit. Ihr könnt eine große, erfolgreiche Zukunft an der Seite von Sesshoumaru-sama haben. Kann Euch EureFamilie das selbe bieten?«
Light drehte sich Yousuke zu, ein sarkastisches Lächeln huschte auf seine Lippen. »In der Tat, das kann sie.«
»Kann sie Euch Sesshoumaru-sama bieten?« Sofort war Light in einer sitzenden Position. Die Müdigkeit war verflogen und er starrte finster zu dem Dämon hinüber.
»Vorsicht Yousuke-san. Welche Beziehung ich zu Sesshoumaru-sama und umgekehrt habe, geht Euch nichts an.«
Yousuke lachte tief. Light legte sich wieder hin und drehte ihm den Rücken zu.
»Ihr seid der intelligenteste Mensch, den ich je getroffen habe, ja selbst unter den Youkais gibt es kaum jemanden, der an Euch herankommt, doch trotz, dass Ihr seit fast einem Jahr im Schloss lebt, versteht Ihr anscheinend unsere Sitten immer noch nicht. Es geht uns sehr wohl was an. Versteht Ihr nicht, was es für uns Youkais bedeutet, wenn Ihr die Nacht in den Gemächern unseres Lords verbringt.«
Light hörte zu, regte sich aber nicht, so fuhr Yousuke fort. »Es bedeutet, dass Ihr Familie seid. Ihr gehört zum Rudel, Yagami-san.«
Light brummte. Er schob seine Arme unter den Kopf, um es sich bequemer zu machen. »Seid endlich still!« Damit zwang sich Light in einen Schlaf. Yousuke war verschwunden, als er aufwachte, hingegen schwebte Ryuk über ihn.
»Hyuk, hyuk! Light, endlich wach wie ich sehe. Yousuke hat mir von dem Katz und Mausspiel erzählt. Wieso hast du nichts gesagt? So eine Unterhaltung kann man sich ja nicht entgehen lassen.«
Ryuk redete weiter. Light ignorierte das langweilige Gerede seine Shinigamis. Im Grunde ging es entweder um Äpfel und wo die schmackhaftesten zu finden waren oder um irgendwelche Gespräche, die er mit irgendwelchen Dämonen über irgendwelche Themen geführt hatte. Light interessierte sich weder für das Erste, noch das Letztere. Er hing seinen eigenen Gedanken nach.
»Wie hast du mich eigentlich gefunden?«, fragte Light, nachdem sie schon mehrere Stunden unterwegs waren.
Ryuk machte sein typisches Hyuk, Hyuk, was sich für Light äußerst nervös anhörte.
»Zufall, Light«, sagte er schließlich. »Ich bin so lange umhergeflogen, bis dieser Yousuke mich fand. Er hat mir gesagt, wo du dich befindest.«
Skeptisch beäugte er Ryuk von der Seite: »Und wieso kommst du mir dann nervös vor, Ryuk?«
Ryuk machte ein verwirrtes Gesicht. »Äh? komme ich dir so vor. Ich glaube, dass hast du dir nur-«
Light wirbelte in seine Richtung. »Spuck es aus, Ryuk! Wie hast du mich wirklich gefunden und komm mir nicht damit, dass ich es mir einbilden würde.«
Ryuk lachte mit einem Mal. Der Shinigami schien sich erst gar nicht mehr beruhigen zu wollen, doch dann breitete sich ein fettes Grinsen auf seinem Gesicht aus. Seine spitzen Zähne funkelten Light diabolisch an »Light, Light«, sang er vergnügt. »Hast du gewusst, dass du verloren hattest schon bevor du mit dem Daiyokai die Wette abgeschlossen hast. Es war Sesshoumaru, der mir sagte, wo ich dich finden kann.«
Lights Augen wurden groß. Sesshoumaru wusste also wo er sich befand. »Wo ist er gerade? Sag es mir!« Seine Stimme wurde hysterisch.
Ryuk lachte wieder. »Ich weiß es nicht Light. Aber er weiß ganz genau wo du dich befindest. Er spielt mit dir. Hyuk, hyuk.«
Panisch sah sich Light verstohlen um, aber natürlich konnte er weder Sesshoumaru noch Yousuke sehen. »Was ist mit Yousuke, woher weißt du, dass er mir ebenfalls folgt?«
»Das habe ich doch schon gesagt. Ich glaube, der ganze Stress tut dir nicht gut.«
»Sei still!«, unterbrach ihn Light. Den Kopf zwischen beide Händen gestützt, begann er nachzudenken. Hatten seine Vorkehrungen nichts genützt oder war es doch Yousukes Schuld? Könnte es sein, dass Ryuk lügte? Nein, würde er Lügen, wäre es für den Shinigami nur halber Spaß. Ryuk musste die Wahrheit sagen. Wieso hatte sich Sesshoumaru dann noch nicht gezeigt? Spielte der Dämon wirklich mit ihm?
»Lass uns weiter gehen«, sagte Light zu Ryuk, denn solange Sesshoumaru sich nicht zeigte, hatte er vielleicht noch eine Chance. Und Sesshoumaru zeigte sich den ganzen Tag über nicht, auch nicht als er mit dem Fischerboot wie geplant nach Norden segelte. Light wechselte wie bisher einmal am Tag die Kleidung. Er hielt immer wieder nach Sesshoumaru Ausschau, doch hielt sich der Daiyokai bedeckt. Hingegen saß Yousuke mit ihm im Fischerboot.
Light betrachtete die See für einen Moment, dann wandte er sich Yousuke zu und löcherte den Dämon mit einem stählernen Blick. »Sesshoumaru-sama weiß, wo ich mich befinde. Er war es, der Ryuk sagte, wo er mich finden kann. Wisst Ihr etwas darüber Yousuke-san? Wisst Ihr, ob uns Sesshoumaru-sama folgt?
Yousuke verschränkte die Arme hinter dem Kopf und lehnt sich zurück gegen eine Kiste, aus dessen Inneren ein penetranter Fischgeruch zu Light herüberwehte. »Ich habe ihn bis jetzt noch nicht gesehen. Möglich wäre es jedoch. Immerhin ist er der Lord des Westens.«
Light runzelte die Stirn. Er war sich sicher, dass Yousuke ihm Informationen vorenthielt und der Dämon mehr wusste, als dass er preisgab.
Der Mann, der das Boot steuerte, ließ sie in dem Fischerdorf heraus, indem Light schon des öfteren mit Sesshoumaru oder einen seiner Männer gewesen war. Es war schon dunkel, als der Mann sein Boot am Pier befestigte. Light überreichte ihm den abgemachten Geldbetrag, dann lief er über den kleinen Holzsteg an Land. Er übernachtete nicht in dem Dorf, wie er es zuerst geplant hatte, sondern durchquerte es und folgte einem schmalen Waldpfad, der ihn zum Schloss des Westens bringen würde. Ryuk hatte er damit beauftragt nach Sesshoumaru zu suchen. Er wusste nicht, ob der Shinigami eine Chance hatte, den Daiyokai ausfindig zu machen. Selbst wenn er ihn nicht fand - davon ging Light sogar sehr stark aus - war es immer noch besser, als Ryuk bei sich zu haben und das unaufhörliche Geschwätz des Shinigamis ertragen zu müssen.
Yousuke, dem es klüger erschien die Nacht im Dorf zu verbringen, behielt seine Gedanken diesbezüglich für sich und folgte Light stumm. Sie mussten schon mehrere Stunden unterwegs gewesen sein, als Yousuke Light mit einem Mal zum Stehen zwang, indem er ihn an der Schulter packte und dicht neben sich zog. »Irgendetwas stimmt hier nicht«, sagte er und zog sein Schwert. Er roch die Luft, während seine Augen versuchten etwas in dem dichten Gestrüpp, um sie herum, zu erkennen.
Light zog sein eigenes Schwert und lauschte nach Geräuschen. »Wir sind nicht mehr weit vom Schloss entfernt. Welcher Youkai würde einen Überfall so nahe an der Festung wagen?«
»Stellt Euch hinter mich, Yagami-san und ja Ihr habt recht. Kein Youkai, aber eine Miko.«
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Alpha Sesshoumaru/Sesshomaru x Gefährte LightYagami | Das weiße Feuer des Hundes
FanfictionLight Yagami landet in der Sengoku-Ära. Ohne die Macht Kiras, in einer Welt, in der Menschen auf dem Speiseplan von Dämonen stehen, ist Light gezwungen sich dem gefürchtetsten unter ihnen, Sesshoumaru, anzuschließen. Auf der Suche nach einem Weg zur...