Kapitel 6 - Ein Abend mit einem Vampir

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Am Anfang verhielt sich Vivienne noch ziemlich offensichtlich. Sie warf mir bei jeder Gelegenheit höhnische Blicke zu, auf die ich selbstredend niemals eine Reaktion zeigte. Immer wenn ich in der Nähe war legte sie Ethan eine Hand auf den Arm oder machte sich sonst irgendwie an ihn heran, als wäre ich ihr eine Konkurrentin. Es war leicht zu erraten, dass sie Leslie und mich in der Eingangshalle belauscht hatte, als wir über meinen imaginären Freund Yuri gesprochen hatten. Sie hatte es Ethan erzählt und Ethan hatte so reagiert, wie er reagiert hatte. Also gab ich Vivienne nicht die Schuld an dem Debakel - aber verabscheuen konnte ich sie trotzdem.

Und dann ließen auch ihre Blicke und ihr Grinsen nach und ich verschwand allmählich von ihrem Radar. Gegen Ende Oktober war es dann so, als hätte die kurze Annährung unserer beiden Häuser nie stattgefunden und jeder blieb unter seinesgleichen. Aber das war okay. Die Quidditch-Saison hatte wieder begonnen und die Nicht-Hausmannschaft war aufgrund von Urquharts unfairem Ablehnungsverhalten gewachsen. Elliott und ich mussten außerdem hin und wieder Rundgänge durch die Schule machen und aufpassen, dass niemand die Regeln brach. Aber da wir die Schüler aus den anderen Häusern sowieso nur verwarnen durften (wegen des Waffenstillstands, den sich der Typ aus Ravenclaw ausgedacht hatte), war das meistens recht entspannt.

In der Woche vor Halloween verkündete Professor Slughorn während der Zaubertrankstunde, dass am Wochenende das erste Treffen des Slug-Club anstünde. Um das deutlich zu machen, er sagte das während der Stunde und während wir alle vier an unseren Tränken arbeiteten. Die ganze Klasse bekam es mit.

„Sie kommen doch hoffentlich alle? Es wird ein großes Fest mit dem ein oder anderen besonderen Gast!" Er zwinkerte. „Und Sie auch, Miss Weasley, nicht wahr?"

Adalyn sagte für uns vier zu und Ginny, die weiter vorne saß, nickte und zog eine Grimasse, als Slughorn wegsah.

Also war das Wochenende so weit verplant. Samstag würden wir alle mit der Nicht-Hausmannschaft in Hogsmeade verbringen und abends, statt zum Festmahl in der Großen Halle zu gehen, bei Slughorn einkehren.

Hogsmeade war großartig zu Halloween. Ein Schwarm Fledermäuse surrte durch die schmalen Straßen, es trieben sich noch mehr ungewöhnliche Gestalten herum als sonst und jedes Haus war mit Kürbissen und Schädeln dekoriert. Die Auroren, die auffällig unauffällig die Straßen patrouillierten waren das Einzige, was das Bild störte.

Wir waren inzwischen zu zehnt und machten es uns in den Drei Besen bequem. Rin hatte mitgedacht und uns für Samstagmittag einen Tisch reserviert. Madame Rosmerta brachte uns unsere Grtränke und ich betrachtete fasziniert mein Cider Glas. Eine schwarze Spinne aus Farbe kletterte am Glas entlang und versuchte meiner Hand auszuweichen.

„Und ihr geht heute zur Halloween Party von Slughorn?", fragte Harper und verzog den Mund. „Da kann ich mir Schöneres vorstellen, ehrlich gesagt."

„Hey, du hast doch keine Ahnung", sagte Rin grinsend. „Immerhin soll ein echter Vampir kommen."

„Ein Vampir?" Elliott lachte. „Als ob der einen Vampir kennt, Rin."

Adeline Simmons erzählte, sie wäre neulich mal in Slughorns Büro gewesen, um etwas wegen einer Hausaufgabe zu fragen. „Er hat eine Kommode auf der nur Fotos stehen", sagte sie. „Ich konnte sie mir nicht allzu genau ansehen aber abgebildet war immer er mit ein paar Schülern. Vermutlich alle aus dem Slug-Club, als er früher unterrichtet hat."

„Dann müssen wir uns wohl hübsch machen", seufzte Leslie. „Ich will nicht mit Pickeln und verwischter Schminke auf Slughorns Schrankwand der Erinnerung enden."

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