Kapitel 13 - Hogsmeade

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„Irgendwann musst du aufhören mich so anzusehen", warf ich Ethan vor, der es schon wieder tat. Es war mehr als eine Woche vergangen seit ich den Heuler bekommen hatte und seitdem lebte ich so ziemlich am Limit und verbrachte viel Zeit mit Ethan. Der mich immer wieder so anschaute, als glaubte er ich würde im nächsten Augenblick zusammenbrechen.

Er wusste genau, was ich meinte und zog den Kopf ein. Wir saßen zusammen in Zaubertränke und warteten auf die Ankunft von Professor Slughorn. Ethan wandte seinen Blick von mir ab und er streifte stattdessen Leslie, die inzwischen mit Harper, Elliott und den drei anderen Slytherin-Jungen im vorderen Teil des Kerkers saß. Ihre roten Haare waren ein Blickfang im Fackelschein, keine Ahnung wie Adalyn es schaffte ihr so wenig Beachtung zu schenken wie umgekehrt. „An deiner Stelle wäre ich so sauer", murmelte Ethan. „Ich warte nur darauf, dass du sie alle verhext."

Also das war es. „Du denkst, ich bin nicht sauer?", fragte ich belustigt.

„Du benimmst dich jedenfalls nicht so."

„Oh, ich bin sauer. So richtig sauer. Aber sie zu verhexen hilft mir nicht weiter und es ist für sie viel schlimmer, wenn ich so wirke als würde es mir nichts ausmachen."

Ich war eine gute Lügnerin und mit der Zeit würde mir das hier noch besser gelingen. Ich würde nicht jedes Mal schlucken müssen, wenn ich Leslies und Adalyns getrennte Betten sah. Es würde mich mit der Zeit weniger Anstrengung kosten zu lächeln, wenn Robert und Maisie mich bei den Mahlzeiten mit mitfühlenden Blicken bedachten. Ich saß mittlerweile dreimal am Tag am Hufflepufftisch und niemand hatte bisher versucht etwas dagegen zu unternehmen. Die Slytherins dachten, tiefer konnte ich nicht sinken, aber ich sah das anders. Mir war noch kein Hufflepuff begegnet, der unfreundlich zu mir gewesen wäre. Ein paar waren mir gegenüber misstrauisch eingestellt, aber damit kam ich klar. Ich war eine Ausgestoßene und war aufgefangen worden von Leuten, die keinerlei Grund dafür gehabt hatten. Ich konnte mich glücklich schätzen. Ethan ließ es sich nicht nehmen, mir beim Essen Gesellschaft zu leisten.

„Du musst das nicht tun", hatte ich gesagt, „du hast deine eigenen Leute."

„Lass mich. Ich versuche hier was zu beweisen."

„Ach und was?"

„Meine Loyalität."

Maisie und eine Freundin von ihr hatten uns gegenüber gesessen. „Loyalität, na klar..."

Adalyn wollte eigentlich auch mit uns essen aber Rin konnte sich nicht so richtig dazu überreden. Und um Rin nicht alleinzulassen blieb Adalyn bei ihr. Damit waren alle einverstanden.

Soweit wir wussten war Leslie auch nicht mehr im Slug-Club. Rin, Adalyn und ich hatten Einladungen zu einem Abendessen bekommen aber niemand hatte eine Eule bei Leslie gesehen. Ich hatte Slughorn nicht für besonders aufmerksam gehalten aber das Drama war ihm anscheinend nicht entgangen. Und womöglich hatte er sogar Stellung bezogen. Es konnte natürlich auch andere Gründe haben.

Ich dachte es wäre schlimm gewesen, als Ethan mich vor ein paar Monaten nach ein paar Tagen wieder abserviert hatte, aber im Vergleich zu dem hier, war das nichts. Jedes Mal wenn ich Leslies Blick begegnete, stellte sich in meinem Bauch ein schreckliches Gefühl ein. So eine Mischung aus schmerzhaftem Ziehen und Fallgefühl. Leslie war um Welten besser in diesem Spiel als ich und man sah ihr nie auch nur die kleinste Emotion an, wenn das zufällig mal passierte. Bei Adalyn war das anders und Leslie gab sich viel mehr Mühe, ihr auszuweichen. Für Adalyn musste es noch tausendmal schlimmer sein. Sie machte sich hauptsächlich Sorgen um mich, aber ich wusste, sie schlief schlecht und oft waren ihre Augen rot und ihre Wangen fleckig.

Sie sagte immer noch, dass Leslie ihren Fehler früher oder später einsehen würde, aber das war Wunschdenken. Ich kannte Leslie genauso lange wie sie und ich wusste wie stur sie war. Sie würde nie wieder ein Wort mit mir sprechen. Adalyn hätte sich von mir abwenden und ihre Beziehung retten können, doch das kam für sie nicht in Frage. Ich wusste nicht, wie ich ihr das jemals würde zurückzahlen können, aber ich hatte von den Hufflepuffs gelernt, dass nicht alles immer damit zu tun hatte, Schulden zu begleichen.

SlytherinherzGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt