Kapitel 6

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So ging es eine unglaublich schnell vergehende Stunde und ich versuchte mich daran zu erinnern wie lange es her war, dass ich feiern war und so viel Spaß hatte. Wie lange war es her, dass wir vier alle etwas zusammen gemacht hatten?

Ich hatte mich bereits wieder an die Bar gesetzt, weil ich nicht mehr konnte und wollte mir gerade etwas bestellen, als sich jemand neben mich setzte. Er schien einige Jahre älter zu sein, schien aber ganz nett, so wie er mich anlächelte.

„Darf ich dir einen ausgeben?" fragte er mich, als er sich auf seinem Stuhl so drehte, dass er mich ansehen konnte.

„Warum nicht?" sagte ich und lächelte zurück. Das dürfte der Alkohol gewesen sein, der da aus mir sprach. Er bestellte einen Drink den ich vorher noch nie probiert hatte, aber er schien es in sich zu haben als ich sah was der Barmixer alles reinkippte. Ich trank ihn schnell, da ich sowieso sehr durstig war und ich alles, was man uns in der Schule im Umgang mit Alkohol gesagt hatte vergessen zu haben schien.

„Bist du alleine hier?" fragte er mich dann. Gott, ich wusste, dass ich mich niemals darauf eingelassen hätte, wäre ich nüchtern und vernünftig gewesen.

„Meine Freunde sind noch auf der Tanzfläche, du?"

„Wie wär's, wollen wir's auch mal versuchen?"

„Mit größtem Vergnügen?" sagte ich und grinste ihn an. Was war bloß los mit mir? Gott, flirtete ich allen Ernstes mit ihm?! Notiz an mich selbst: Nie wieder Alkohol trinken. Wir standen auf und er legte mir seine Hand auf meinen Rücken, als wir uns auf die Tanzfläche zubewegten. Dort angekommen bewegten wir uns langsam im Takt der Musik und mit jedem Lied kam er mir ein wenig näher.

Normalerweise hätte ich ihm gesagt er solle mehr Abstand halten, doch ich war viel zu voll um klar zu denken. Ich blickte um mich und erkannte Freddy und Jona zusammen tanzend und lachend, ich freute mich für die beiden und musste selbst grinsen.

Als ich mich weiter umsah bemerkte ich, dass Daniel uns beobachtete. Er sah ziemlich überrascht und betroffen aus mich mit einem anderen Mann zu sehen. Ja Daniel Jacob Radcliffe, selbst ich wirkte auf manche Männer anziehend und du bist nicht der Einzige, der seinen Spaß haben darf. Also legte ich meine Arme um den Hals dieses Mannes und rückte ihm etwas näher und hoffte, dass Daniel immer noch zusah.

Auch wenn das absolut kindisch war, aber das hatte ich mir jahrelang bei ihm mit ansehen müssen, also war es nur gerecht. Der Mann vor mir, dessen Name ich gar nicht kannte wie es mir jetzt auffiel hatte immer noch sein schmutziges Grinsen im Gesicht. Er lächelte und lachte nicht. Anfangs hatte ich Spaß, doch bei dem Anblick seines Grinsens wurde mir plötzlich schlecht.

Das war der Moment in dem ich realisierte, dass er mich nicht angesprochen hatte um einen netten Abend mit mir zu verbringen, er schien ganz andere Pläne für mich zu haben... Ich räusperte mich kurz und trat zurück und murmelte etwas von wegen, dass ich frische Luft brauche. Ich hatte das Gefühl ich müsste mich schnell irgendwo übergeben, wenn ich noch länger sah wie er mich ansah.

„Hey, nicht so schnell. Wo willst du denn hin?" fragte er mich, als er mich fest am Arm griff.

„An die Luft, habe ich doch gesagt, ich bin gleich wieder da."

„Ich begleite dich."

„Nein, es wäre mir lieber, wenn ich alleine gehe." Die Situation war mir zutiefst unangenehm und ich wünschte mir, dass Freddy oder irgendwer kommen und mir helfen würde.

„Warum habe ich das Gefühl, dass du nicht wiederkommen würdest. Hör mal, was hältst du davon, wenn du mich gleich mit nach Hause begleitest?"

„Ich glaube das ist keine gute Idee. Lass mich jetzt bitte los." Sagte ich ihm und zerrte an meinem Arm, den er aber immer noch fest umklammert hielt.

„Hör mal, du machst mich den ganzen Abend an und sagst mir jetzt, dass du nicht willst? Ich kenne Mädchen wie dich und ich weiß, was du wirklich willst." Sagte er mit seiner öligen Stimme, während er sich über die Lippen leckte.

„Ich habe zu viel getrunken, ich wollte nicht-" sagte ich eingeschüchtert, immer noch an meinem Arm ziehend.

„Ein so schönes Mädchen wie du sollte nicht alleine nach Hause gehen." Sagte er und begann mich näher an sich ran zu ziehen.

„Das wird sie auch nicht Arschloch." Sagte eine Stimme neben mir und ehe ich mich versah ließ der Kerl los und jemand schlug ihm ins Gesicht, sodass er einige Schritte zurück stolperte ehe er umfiel. Ich atmete geschockt, aber mehr noch erleichtert auf.

Erst jetzt merkte ich, dass ich meinen Atem angehalten haben musste und wie große Angst ich hatte. Ich sah mich um und blickte in die besorgten und gleichzeitig wutentbrannten Augen Daniels, die zwischen mir und dem Idioten hinter mir hin und her huschten.

„Jess, bist du ok?" fragte er und schloss mich in seine Arme. Ich konnte nicht antworten, selbst das Atmen schien mir schwer zu fallen. Die Leute hatten sich bereits umgedreht und starrten uns an, weshalb er mir seine Jacke umlegte und uns aus dem Club brachte.

„Freddy? -Ich bringe Jess nach Hause, ruft ihr euch ein Taxi? -Super, bis später." Sprach er in sein Handy während er mich zu seinem Auto führte.

Pride and Prejudice -Daniel RadcliffeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt