Ich saß gerade alleine in meinem Zimmer auf meinem Bett, naja mehr ein Sofa, dass ich als Bett umfunktioniert hatte und las in einem meiner Bücher. Entweder tat ich dies oder ich spielte an meinem Handy, ab und zu war ich auch noch an meinem Laptop und zog mir irgendwelche Serien oder Filme rein. Kurz gesagt alles, was man in einem 12m² großem Zimmer so anstellen konnte. Die meisten Leute dürften sich jetzt denken, dass ich so ziemlich die langweiligste Person sein durfte von der sie je gehört haben und das dürfte vermutlich auch stimmen. Aber es störte mich nicht, dass ich nicht wie andere in meinem Alter draußen auf Spielplätzen abhing, so wie auch mein Bruder es tat. Ich bereute es auch nicht mir nicht auf jeder Party die Kante zu geben. Wow, das war eine doppelte Verneinung...
Naja, was auch immer. Was ich damit sagen wollte war, dass ich mit meinem Introvertierten-Ich zufrieden war, auch wenn die meisten die ich kannte das nicht verstehen würden. Versteht mich nicht falsch, ich hatte Freunde und kam mit allen gut klar, doch war ich nicht gerade scharf darauf mehr Zeit als nötig mit ihnen zu verbringen, einfach weil sie mich nicht verstanden. Meine beste Freundin war dies bezüglich wie ich, was wahrscheinlich auch die einzige Gemeinsamkeit war, die wir beiden hatten und trotzdem kannte ich keinen Menschen mit dem ich lieber Zeit verbringen wollte als mit ihr. Sie zog es ebenfalls vor ihre Zeit mit anderen Dingen oder mir zu verbringen, als mit den anderen. Wir hatten uns in der 10ten Klasse kennengelernt und verstanden uns auf Anhieb. Ich glaube es hatte keine zwei Wochen gedauert bis wir schon unzertrennlich waren ohne überhaupt zu wissen, wie es dazu gekommen war.
Das dürfte euch auch nicht weiter interessieren, denn genau in diesem Moment klingelte es an unserer Tür, was meine Augen von den Zeilen des Buches riss, an das ich die letzten Stunden so gefesselt war. Ich saß still auf meinem Bett und horchte ob jemand zur Tür ging oder nicht. Natürlich hätte ich auch einfach gehen können, doch wie ihr wisst reiße ich mich nicht gerade um menschlichen Kontakt und es konnte genauso gut mein älterer Bruder Freddy gehen, der schließlich seinen Freund eingeladen hatte.
Als sich nach fünf Sekunden noch nichts bewegt hatte, was die maximale Reaktionszeit für das Aufstehen und Tür öffnen war stieß ich einen geplagten Seufzer aus, da ich mich ja jetzt bewegen musste um die Tür SELBST zu öffnen. Mein Zimmer lag auf einem langem Flur, der ohne Umwege vom Esszimmer bis zu Haustür führte. Ich stand auf und öffnete die gemusterte Glastür die es mir vorher fast unmöglich gemacht hatte zu erkennen wer der Eindringling war und welche mich in unseren „Eingangsbereich" von ganzen 2m² führte. Auch als ich die Tür öffnete änderte sich mein geplagter Gesichtsausdruck nicht, da sich kein anderer als Daniel vor mir aufgebaut hatte.
„Da scheint sich aber einer zu freuen mich zu sehen." Sagte er mit einem sarkastischem Unterton und grinste mir dabei ins Gesicht. Für gewöhnlich hätte ich ein gefaktes Lächeln aufgesetzt, welches ich außergewöhnlich gut beherrschte, und hätte ihn ebenfalls begrüßt, doch ich hatte im Moment ehrlich gesagt nicht den Nerv dafür. Ich hatte schon seit Jahren kein so spannendes Buch mehr gelesen und ausgerechnet an der Stelle, auf die das gesamte Buch hingearbeitet hat und das dann ausgerechnet für Daniel...
„Radcliffe. Du willst vermutlich zu Freddy nicht?" sagte ich und gab mir größte Mühe den gereizten Ton zu unterdrücken und sah die Treppe hoch, in die Richtung seines Zimmers. Wo war er, wenn man ihn mal brauchte?
„Richtig erkannt Watson, allerdings hat er mir von unterwegs geschrieben, dass er noch mal weg musste und sich um eine halbe Stunde verspätet."
Fuck. Das hatte ich gar nicht bemerkt.
„Aber kein Grund zur Sorge, ich werde mich hier einfach alleine hinsetzten und warten." Sagte er mit der Betonung auf „alleine".
„Das ist kein Problem, ich sitze hier einfach 28 Minuten lang und genieße die Stille. Alleine."
„Ja ja ja, ist ja gut, kein Grund gleich dramatisch zu werden, ich warte mit dir."
„Danke Jessic-„
Ich warf ihm daraufhin einen drohenden Blick zu, der ihn verstummen ließ, bevor er überhaupt vollenden konnte, was er angefangen hatte.
„Jess." Berichtigte er sich nur, wobei ich einen amüsierten Unterton heraushören konnte. Ich hasste den Namen, mit dem mich meine Eltern gestraft hatten. Denn meiner Meinung nach ist Jessica-Penelopé vielleicht etwas für eine Sängerin oder Künstlerin, aber mit großer Sicherheit war ich das nicht. Wer weiß, welche Pläne meine Eltern für mich hatten... Wie dem auch sei, Daniel, der beste Freund meines zwei Jahre älteren Bruders hatte keine Gelegenheit ausgelassen mich damit aufzuziehen, da er wusste wie mir die Nackenhaare zu Berge standen wurde ich so angesprochen. Ich wusste noch genau wie er mich genervt hatte ab dem Moment als er erfuhr, dass ich einen Doppelnamen hatte, denn normalerweise war ich für die Meisten nur Jess. Er hatte nicht lockergelassen bis Freddy ihm den Namen genannt hatte.
„Wovon halte ich dich denn gerade ab?" fragte er schließlich, nachdem wir uns auf die Stufen der Holztreppe setzten, die in die zweite Etage und Freddys Zimmer führte.
„Ich war gerade dabei zu lesen, ist nicht so wichtig."
„Das scheint es aber sehr wohl zu sein, deinem Gesicht nach zu urteilen." Sagte er lachend. „Es tut mir Leid, ich wäre später gekommen hätte ich früher gewusst, dass Freddy nicht zu Hause ist."
„Das ist echt kein Problem, es läuft mir ja nicht weg, wenn man es so sieht. Außerdem kann mir ein bisschen menschlicher Kontakt, Konversation, wohl nicht schaden."
„Du sagst es als wäre es etwas Gefährliches, ‚Konversation'."
„Das ist es auch, naja nicht direkt, manchmal-egal, vergiss es, du würdest es nicht verstehen."
„Tu' ich doch."
„Tust du nicht."
„Okay stimmt, aber ich verstehe dich."
Das sagte er so und wendete seine azurblauen Augen nicht von den meinen. Auch wenn es sich komisch anhörte, doch war es für mich das erste Mal das sich jemand getraut hatte das zu behaupten. Nicht einmal meine beste Freundin Jona konnte das, was allerdings auch nicht sehr verwunderlich ist, wenn ich es mir so überlege, da sie das komplette Gegenteil von mir ist. Für gewöhnlich lernte ich Leute kennen und ich wusste schon bald wie sie tickten, doch bei mir selbst war es anders. Die Hälfte der Zeit weiß ich selber nicht was ich tue, wie sollte es dann jemand wissen, den ich wenn es hoch kommt alle sechs Tage sah? Wir hatten früher zwar schon viel zusammen gemacht, Freddy zu verdanken, doch wir sind älter geworden und haben uns verändert. Vor allem er.
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Pride and Prejudice -Daniel Radcliffe
Fanfikce#1 in danielradcliffe #8 in brothersbestfriend Jess ist ein Mädchen, das keine hohen Ansprüche und Erwartungen an das Leben hat und lebt auch dementsprechend. Sie ist in sich gekehrt und bildet sich ein alles und jeden zu kennen, bis sie realisiert...
