Kapitel 15

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Kaum hatte Freddy das Zimmer verlassen vergrub ich mein Gesicht in meinen Händen und fing leise an zu schluchzen. Natürlich hatte er noch eine zweite Freundin. Denn warum sollte ein Player, wie er es ist sich mit nur einer Freundin zufriedengeben, wenn er zwei haben konnte?! Ich spürte wie Wut in mir hochstieg. Am liebsten hätte ich ihn jetzt und hier zur Rede gestellt, doch ich fühlte mich so dumm und erniedrigt, dass ich mich doch dafür entschied es zu lassen.

Außerdem wollte ich nicht, dass Freddy und Jona so davon erfuhren und ihnen womöglich noch der Urlaub meinetwegen versaut wurde. Hier konnte ich allerdings nicht belieben, weshalb ich mich aufraffte, mir die Tränen wegwischte und versuchte glücklich auszusehen, nur für den Fall dass ich Jona oder Freddy auf dem Weg traf. Ich ging aus meinem Zimmer und traf auf Daniel, der sich Draußen mit seiner Freundin zu streiten schien. Geschah ihm ganz Recht dachte ich mir und ging an ihm vorbei ohne ihn auch nur eines weiteren Blickes zu würdigen.

„Jess warte, bitte-" rief er mir hinterher und folgte mir, das Handy hatte er wieder weggesteckt.

„Sag jetzt bloß nicht du kannst das erklären, oder sowas wie ‚Es ist nicht so wie es aussieht'." Schrie ich ihn an, als ich mich umwand um ihm dabei in die Augen zu sehen. Ich war etwas erschrocken, denn in ihnen erkannte ich Trauer und Reue. Nicht was ich erwartet hatte.

„Warte bitte nur kurz. Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe, aber-"

„Aber was?! ‚Aber ich habe dich ja gar nicht geliebt'? Mit Sicherheit. Oder ‚Aber du kannst doch nicht erwarten, dass so ein hammer Typ wie ich sich mit nur einer Freundin zufrieden gibt?' Mein Fehler. Oder wolltest du mir sagen, dass ich einfach nicht in deiner Liga spiele und es nicht verdient habe glücklich zu sein? Denn damit hättest du wahrscheinlich auch recht." Schrie ich ihn an. Er sah mich geschockt an und schluckte schwer bevor er mir wiedersprechen wollte, ich unterbrach ihn jedoch ein zweites Mal.

„Warum rede ich überhaupt noch mit dir? Ich will dich nicht länger davon abhalten dich wieder mit Sophie zu versöhnen." Sagte ich und drehte mich um.

„Sophie ist mir nicht so wichtig, wie du es mir bist! Kein Wort das ich an dich gerichtet habe war gelogen. Ich bitte dich, lass es mich dir erklären." Rief er mir hinterher und versuchte mit mir mitzuhalten.

„Daniel, ich will keine billigen Ausreden hören, damit du dich besser fühlst! Ich habe mir seit ich dich kennen nichts mehr gewünscht, als das was wir vor einer viertel Stunde noch hatten und dann kommst du an und musst ganz dringend mit deiner eigentlichen Freundin telefonieren. Für wie blöd hältst du mich? Ich hasse mich dafür, dass ich so naiv war und all die Jahre dacht, dass ich eine Chance bei dir hätte. Ich hasse dich dafür, dass du mir das Gefühl gegeben hast eine zu haben. Also lass mich los und verpiss dich Radcliffe." Zischte ich kühl, als sich wieder etliche Tränen aus meinen Augen befreit hatten und meine Wangen runterrannen. Auch seine Augen waren nun gerötet und wässrig.

Er sah mir tief in meine Augen, als sich aus den seinen einige Tränen liefen. Er ließ mich los und ich spürte, dass diese Geste viel mehr bedeutete, als mich einfach nur loszulassen. Er gab mich frei und seine Augen verrieten mir, dass es das Schlimmste für ihn war, was er sich je ausgemalt hatte. Naja, vielleicht war ich auch einfach nur verwirrt und wollte, dass ich das sah. Er ging einen Schritt zur Seite und gab mir den Weg frei, während er auf den Boden sah. Ich erkannte wie sehr er sich zusammenreißen musste das zu tun worum ich ihn gebeten hatte. Ich wusste nicht wohin ich wollte, aber ich lief einfach los.

Er sah elendig aus, wie er da so stand und ich wusste, dass ihm etwas auf der Seele brannte, was er unbedingt loswerden musste, doch ich wollte es nicht hören. Fünf Minuten später fand ich mich an dem Strand an dem wir am ersten Abend waren und setzte mich auf den Steg. Er wusste vermutlich, dass ich nun hier wäre, aber er sah nicht so aus, als würde er mich hier aufsuchen, da ich mehr als deutlich gemacht hatte, dass ich nichts mehr von ihm hören wollte. Ich sah mir den Sonnenuntergang an und spürte heiße Tränen auf meinem Gesicht, denen ich mir nicht einmal bewusst war, dass sie fielen. Ich wusste nicht, was ich mit mir anfangen sollte.

Mehr als mein halbes Leben hatte ich auf diesen einen Moment hingearbeitet, davon geträumt und jetzt war er vorbei. Der Traum war geplatzt und ich hatte nichts Erstrebenswertes mehr. Ich weinte noch bis mir meine Augen wehtaten und ich müde wurde. Es war bereits dunkel und ich entschloss mich auf den Heimweg zu machen. Ich hatte Angst nach Hause zu gehen, sicher würden mir alle Fragen stellen und ich wusste, dass ich dem nicht standhalten würde.

Ich war keine Person, die gut mit Niederschlägen umgehen konnte. Ich war emotional und schwach, ich würde ihnen nicht gegenübertreten können und ihnen alles erzählen können ohne in Tränen auszubrechen und ich hasste es vor anderen Menschen zu weinen. Ich würde sie also anlügen müssen. Sie würden nie davon erfahren. Das wäre für alle das Beste.


Pride and Prejudice -Daniel RadcliffeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt