Das war mal wieder so typisch! Natürlich werde ich wieder genau dann krank, wenn ich EINMAL nach Korea komme. Dieses Jahr war ich noch kein einziges Mal krank gewesen und ausgerechnet jetzt kommen diese Arschlöcher von Viren. Als hätte ich nichts besseres zu tun, als im Bett zu liegen und zu pennen, nur um dann aufzustehen und gegen die Tür zu laufen. Mir passiert immer genau das Richtige im richtigen Moment. Mein Leben ist so vorhersehbar.
Mein Hals kratzte, meine Nase war komplett dicht und verkrustet und ich kam mir vor, wie eine menschliche Heizung. Das ständige Niesen und Husten übte einen unglaublichen Druck auf meine Ohren aus.
Ich war krank.
Emma, du Blitzmerker, wie bist du nur darauf gekommen? Zumal ich gestern in einem Fluss eine kleines Mitternachtspoolparty veranstaltet hatte, zu der ich auch einige Rettungskräfte eingeladen hatte, die allerdings, im Gegensatz zu mir, passend gekleidet waren, da sie sich an den nicht-vorhandenen Dresscode gehalten hatten, war das keine besonders große Überraschung gewesen. Mich überrascht schon lange nichts mehr. Immerhin ist mein ganzes Leben ein einziges Klischee. Jedenfalls hatte ich gestern noch darauf beharrt, dass das morgen wieder weg ist und jetzt haben wir den Salat.
Anna war schon längst wach gewesen, als ich lauthals losgekeucht hatte. Johanna war dann halt auch wach, wenn man das als "wach" bezeichnen konnte. Ich setzte mich auf und Anna legte mir die Hand auf die Stirn.
"Du glühst ja!", bemerkte sie. Vielen Dank für die Feststellung das Offensichtlichen. Ich fühlte mich echt beschissen, aber immerhin war ich genau da aufgewacht, wo ich eingeschlafen war. Moment... Ich war da aufgewacht, wo ich eingeschlafen war!
"Leg dich wieder hin!", befahl Johanna sofort, drückte mich auf den Tisch zurück und deckte mich sowohl mit meiner, als auch mit ihrer Decke zu. Anna spendete ihre Decke dann auch noch. Hatte ich bereits erwähnt, dass ich mich fühlte wie eine menschliche Heizung?
"Holen wir Jin. Der hat bestimmt was dagegen", schlug Anna vor und schon stürmten sie die Treppe hinauf. Ob sie wohl wussten, welches Zimmer Jin gehörte? Noch nicht mal ich kannte alle Zimmer und ich war schon deutlich länger hier.
Ich blieb also einfach auf dem Tisch liegen, wobei ich mich fühlte wie eine Frühlingsrolle sich fühlen musste. Eingerollt, serviert und bereit zum Verzehr (sogar noch warm).
Kurze Zeit später kamen Jin und ein sehr verschlafen wirkender Yoongi die Treppe herunter. Sie redeten auf Koreanisch und ich schloss einfach die Augen. Vielleicht würden diese höllischen Kopfschmerzen ja dann weggehen. Dann hörte ich, wie noch jemand den Raum betrat. Kurz darauf wurde ich in Taehyungs Zimmer verfrachtet. Sein Bett war sehr viel bequemer als alles worauf ich in diesem Haus bis jetzt geschlafen hatte (was mir natürlich schon klar gewesen war, als ich das erste Mal hier geschlafen hatte, unfreiwillig), inklusive dem Sofa. Jin brachte mir eine Schüssel Suppe und ging dann.
"Das mit dem Flug morgen können wir vergessen", hörte ich Johanna sagen.
"Ihr könnt hier so lange bleiben, wie ihr wollt." Das war Taehyung. Er freute sich über meine Nahtoderfahrung mehr, als er sollte.
"Wir wollen euch aber nicht zur Last fallen. Außerdem will Emma unbedingt bald wieder nach Hause", sagte Anna. Sie wirkte ein wenig enttäuscht. Wollte sie etwa länger bleiben? Wenn ja, dann würde ihr Wunsch in Erfüllung gehen: So schnell werde ich sicher nicht gesund.
Auf dem Weg zur örtlichen Apotheke, hörte Jin laute Stimmen. Wie bei einem Streit. Als Jin näher kam sah er, um wen es sich bei diesem Streit handelte. Es war Maja und sie wurde von schrankartigen Typen bedrängt. Ohne zu zögern eilte er dem Mädchen zur Hilfe und konnte den Streit, durch eine einfache Drohung die Polizei zu rufen, beenden.
"Alles okay bei dir?", fragte er Maja vorsichtig. Sie nickte schüchtern, schließlich erinnerte sie sich noch genau an ihre letzte Begegnung. Wenn er sie doch nur mögen würde. "Haben dich diese Typen schon mal belästigt?" Sie nickte erneut. Es waren die selben Kerle, die Emma und Taehyung damals zusammengeschlagen hatten und sie waren deswegen auch extrem sauer. Witzig, dass man das auch viel einfacher hätte lösen können. "Soll ich dich nach Hause bringen?" Überrascht sah sie ihn an. Er war so süß. Er half ihr, obwohl er sie nicht mochte. Das machte es ihr noch schwerer das zu akzeptieren.
"Schon gut", antwortete sie. "Ich kann auch alleine nach Hause gehen."
"Willst du wenigstens mit zu uns kommen? Emma ist krank und ich wollte ihr gerade etwas aus der Apotheke besorgen." Sie zögerte kurz, schüttelte dann jedoch den Kopf. Jin seufzte. Dann packte er sie am Handgelenk und zog sie mit sich zur Apotheke. Anschließend gingen sie gemeinsam zur kleinen Gasse zurück. Währenddessen unterhielten sie sich, zuerst etwas zurückhaltend, doch sie wurden zunehmend lockerer. Vielleicht war Maja ja doch nicht so schlimm, wie er zuerst dachte.
Als Jin wiederkam, war er nicht alleine.
"Look, who I brought with me!", rief er und klang dabei ziemlich ausgelassen.
"Hey, Emma!" Es war Majas Stimme.
"Hey", sagte ich schwach zur Begrüßung und es war das erste Wort, das ich heute von mir gegeben hatte.
"Oh, Mann! Du siehst schrecklich aus!", bemerkte Maja.
"Danke", sagte ich sarkastisch. "Ach, das sind übrigens Johanna und Anna." Ich zeigte in Richtung der Beiden. Oder zumindest versuchte ich es, da es mir echt schwer fiel, den verdammten Arm vom Bett zu heben. Ich glaube sowas nennt man Männergrippe. Auch, wenn es nicht so scheint, Frauen können sowas auch bekommen.
"Ach du... Emma, was ist mit deinem kleinen Finger passiert?", fragte Maja entsetzt. Der kleine Finger war zur Zeit mein geringstes Problem.
"Lange Geschichte."
"Ich hab Zeit", antwortete Maja.
"Könnt ihr das übernehmen? Ich hätte jetzt gerne ein bisschen Ruhe", schickte ich sie raus.
"Wenn du was brauchst, schrei einfach", meinte Anna.
"Ich weiß nicht, ob ich das schaffe", sagte ich, ungewollt theatralisch. Jap, Männergrippe. Anna legte mir ihr Handy neben Taehyungs Bett.
"Gut so?" Ich nickte. Anna wollte sich gerade zum Gehen wenden, als sie noch mal kurz stehen blieb. "Sag mal, bist du in der Nacht aufgestanden?" Die Frage hatte ich mir auch bereits gestellt.
"Wieso?"
"Ich hab was gehört und dann waren da noch diese Füße vor dem Tisch..." Ich zuckte mit den Schultern und sie verließ das Zimmer.
Wenn jemand in der Nacht herumgeschlichen war, war ich es bestimmt nicht. Sonst wäre ich definitiv nicht wieder auf dem Tisch aufgewacht. Konnte es vielleicht...? Nein. Allerdings war es die letzten Nächte doch genau so. Das würde auch erklären, warum ich nicht geschlafwandelt war...
Annyeong!
Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen. Keine Ahnung, ob ihr meinen Sarkasmus witzig findet. Wenn ja, schreibt's doch gerne in die Kommentare. Würd mich echt interessieren.
Naja, stay fresh und so...
Annyeong!
~👽

DU LIEST GERADE
When the life is kidding you... ||BTS ff||
ФанфикBTS ff "Wenn das Leben dir Steine in den Weg legt, dann heb sie auf und wirf sie dem Leben in die Fresse." Stell dir vor, du bist in einem fremden Land "gestrandet", ohne dein Handy, ohne Geld und ohne die geringste Ahnung, wo du dich befindest... D...