4. Yoongi schläft echt überall (keine Perspektive)

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Eigentlich hatte Namjoon einkaufen gehen wollen, doch als er dann die verzweifelte Stimme eines Mädchens vernommen hatte, war ihm dies entfallen. Jedoch lag es nicht an der Stimme selbst, dass er vollkommen vergaß, was er gerade hatte tun wollen, sondern an dem, was die Stimme sagte. Oder eher wie sie es sagte. Das Mädchen sprach auf Englisch. Offensichtlich war sie nicht von hier und verstand die hiesige Sprache nicht. Das Mädchen brauchte Hilfe und er hatte die Möglichkeit ihr zu helfen. Vollkommen in seinem Element ging er auf sie zu und sprach sie an, auf Englisch selbstverständlich.

"Hey, ich spreche Englisch!"

Nun hatte er sie einfach von der Straße aufgelesen und mit nach Hause genommen. In dem Moment hatte er einfach alles ausgeblendet. Entweder war es das Glücksgefühl jemandem helfen zu können oder einfach nur sein Element, welches den Rest verdrängt hatte. Ihm fiel erst ein, wie Jin reagieren würde, als es bereits zu spät war. Sie standen bereits im Flur ihres Dorms und nun gab es auch kein zurück mehr. Er wies das Mädchen, welches, wie er nun wusste Emma hieß, dazu an im Flur auf ihn zu warten. Dann dachte er wieder an Jin. Er würde ihm auf gar keinen Fall erlauben Emma zu helfen, wenn diese ihm seinen Teppich verdreckte. Also sagte er ihr auch noch, sie solle ihre Schuhe ausziehen. Sicher ist sicher.

Als er das Wohnzimmer betrat, lugte J-Hope um die Ecke. Er saß auf dem Boden in dem Essbereich und sah fern.

"Namjoon! Hast du es dabei?" Er sah ihn an, als hätte er es hinter seinem Rücken versteckt. Da fiel ihm wieder ein, weshalb er überhaupt das Haus verlassen hatte. In Gedanken trat er sich in den Hintern. Es lief alles auf eine Standpauke von Jin hinaus, denn er hatte nicht nur eine schlimme Tat begangen. Jin würde ihm das vermutlich den Rest seines Lebens vorwerfen.

"Nein, tut mir leid, mir ist was dazwischen gekommen. Aber dafür habe ich etwas anderes dabei!" Die Jungs sahen ihn verwundert an. Jin eher misstrauisch als verwundert.

"Und das wäre?", fragte er prüfend.

"Ein Mädchen."

"Bitte was?!"

"Sie saß auf der Straße und-"

"Du hast also einfach so ein Mädchen von der Straße aufgegabelt und mit zu dir nach Hause genommen?! Hast du schon mal über die Konsequenzen deines Handelns nachgedacht?! Denn wenn dann nicht besonders gründlich. Wo kommen wir denn da hin, wenn wir einfach jedes dahergelaufene Mädchen von der Straße holen?!" Wie gesagt, Standpauke.

"Sie ist nicht von hier. Sie braucht echt Hilfe. Ich hole sie jetzt einfach mal." Mit diesen Worten lies er den hoch roten Jin stehen und verschwand im Flur.

Jimin verwuschelte sich die blonden Haare. Wenn das Mädchen hübsch war, würde er sie beeindrucken wollen. Nun setzte er sich lässig in seinen Sessel, den er ganz alleine für sich beansprucht hatte und starrte erwartungsvoll die Tür an, als könnte er sie mit einem bloßen Blick öffnen. Er war der Einzige, der die Tür sehen konnte, ohne sich unnötig den Hals zu verrenken.

J-Hope saß noch immer auf dem Boden, den Blick starr auf den Fernsehmonitor gerichtet. Er war wohl derjenige, den die Sache am wenigsten nervös machte. Den Kopf in den Nacken gelegt, schob er sich einen Kartoffelchip nach dem anderen in den Mund.

Jungkook hatte die Hände im Schoß verschränkt und betrachtete sie aufmerksam. Er war ein wenig aufgeregt, denn seine Mädchenphobie hatte er noch immer nicht ganz bewältigt und er hoffte das Mädchen nicht zu verschrecken, wenn er einen Rückfall hatte.

Neben ihm lag Suga im Sessel. Das einzige, worüber er sich sorgen machte, war, dass das Mädchen ihm den Schlaf rauben würde. Warum auch immer. Er wollte kein Risiko eingehen, weshalb er beschloss seine Zimmertür Nachts abzuschließen.

When the life is kidding you... ||BTS ff||Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt