21. Spätstücken

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Als ich aufwachte, wäre ich beinahe schon wieder aus dem Bett gefallen, was jedoch von zwei Armen verhindert wurde. Es waren Taehyungs Arme und hätte er mich nicht davor bewahrt erneut unsanft auf dem Boden zu landen, hätte ich ihm tatsächlich dafür in den Hintern getreten, dass er sich meinem ausdrücklichen Befehl, das sein zu lassen, widersetzt hatte. Er war mal wieder vor mir aufgewacht, was ja auch wirklich nichts verwerfliches war, immerhin war es bereits Nachmittag, wie mir ein Blick auf die Uhr verriet, die über der Zimmertür hing.

"Und wie geht's dir?", fragte ich und streckte mich gähnend.

"Besser und dir?" Das war eine gute Frage, über die ich erst nachdenken musste. Mein Kopf tat nicht mehr weh, der Husten hatte sich schon relativ gut gelöst, meine Nase lief noch, als hätte sie Dauerdurchfall, das Fieber war nur noch minimal vorhanden...

"Passt schon", murmelte ich, entfernte seine Arme und sprang etwas zu übermütig aus dem Bett. Als darauf  ein leichtes Schwindelgefühl folgte, ließ ich mich wieder auf die Matratze fallen. Taehyung hielt mir stumm die Wasserflasche hin. "Schon okay, ist nur der Kreislauf", versicherte ich ihm und richtete mich diesmal etwas langsamer auf. Vielleicht wäre trinken doch nicht so verkehrt gewesen. "Ich geh jetzt was zu Essen holen, kommst du mit?"

"Ich dachte, wir stehen unter Quarantäne."

"Willst du verhungern oder was? Wenn sie unbedingt verhindern wollen, dass wir das Zimmer verlassen, dann sollen sie gefälligst auch für Verpflegung sorgen! Außerdem müssen wir ja auch mal aufs Klo oder so." Er nickte langsam. Hoffentlich hatte er überhaupt vorgehabt mal die Toilette zu benutzen. "Bleib einfach liegen, Schwachkopf."

"Wow, Frühstück ans Bett, was für ein Service!", bemerkte er und verschränkte grinsend die Arme im Nacken, woraufhin ich nur die Augen verdrehte und den Raum verließ.

"Morgen, Leute!", rief ich in das Wohn-Küchen-Esszimmer und vergaß dabei glatt ins Englische umzuschalten. Taehyungs Deutsch war wirklich purer Luxus. "Äh, good morning!" Die Asiaten saßen gemeinsam am Tisch und tranken Kaffee. "Wo ist Johanna?", fragte ich an Anna gerichtet, die neben mir das einzige Mädchen im Zimmer war. Sie zuckte mit den Schultern und rührte desinteressiert und etwas müde in ihrem Kaffee.

"Keine Ahnung. Sie ist vorhin mit Yoongi weggegangen und wie dir vielleicht aufgefallen ist, sie sind noch nicht wieder da."

"Wie lange ist das schon her?" Sie warf einen kurzen Blick auf die Digitaluhr am Ofen.

"Ungefähr fünf Stunden", meinte sie etwas zu gleichgültig für meinen Geschmack.

"Und was, wenn was passiert ist?" Ich hob eine Augenbraue an.

"Du meinst, was, wenn sie aus versehen in den Fluss gesprungen sind?" Ich fasste mir gespielt verletzt an die Brust. Dieses Mädchen hatte etwas zu viel Zeit mit Johanna verbracht. Johanna war ungeschlagene Queen of Savageness. "Außerdem wird wohl kaum beiden gleichzeitig was passieren. Einer kann immer Hilfe holen", argumentierte sie und zuckte erneut mit den Schultern.

"Hast du denn in der Schule nichts gelernt? Einer muss bei der oder dem Verletzten bleiben und ein Andere muss Hilfe holen. Solange Yoongi sich nicht zweiteilen kann, wird das also nichts."

"Das war nur so, weil sie uns vorher die Handys abgenommen haben, aber wir sind hier nicht auf Klassenfahrt, Emma. Wenn was wäre, würden sie uns anrufen."

"Nicht, wenn sie aus versehen in den Fluss gesprungen sind", gab ich zurück.

"Pfff", machte Anna. "Ich hasse es mit dir zu diskutieren."

"Also hab ich gewonnen! Lass uns suchen gehen!", rief ich übermütig und zog somit alle Blicke auf mich.

"Nein!", bestimmte Anna. "Sowohl Johanna, als auch Yoongi sind erwachsen. Wenn sie ein Problem haben müssen sie selbst damit fertig werden."

"Du bist so kaltherzig", schmollte ich. "Aber mich seid ihr doch auch suchen gegangen!"

"Bei dir dauert es ja auch noch ein bisschen, bis du erwachsen wirst."

"Eha! Ich bin älter als du, Winzling, hab etwas Respekt!", sagte ich noch immer schmollend.

"Wieso hast du überhaupt das Zimmer verlassen?"

"Ich hatte hunger", erklärte ich gespielt beleidigt. Jetzt wusste ich auch, wieso Taehyung sich immer wie ein Kleinkind verhielt: Das macht Spaß! Anna richtete sich dezent genervt auf und wühlte im Kühlschrank. Dann drückte sie mir ... eine DVD-Hülle in die Hand?! Auf einmal brach der gesamte Raum in schallendes Gelächter aus. [Damit habt ihr nicht gerechnet, was? XD]

"Ha-Ha!" Ich verdrehte die Augen. Diese miesen Verräter! War ja klar, dass mich das irgendwann nochmal einholt. Also wühlte ich selbstständig im Kühlschrank und verschwand mit etwas tatsächlich essbarem im Schlafzimmer, um es an das hungrige Kleinkind zu verfüttern.

Die sind ja noch unlustiger als ich. Deswegen heißen sie vermutlich Winzlinge und nicht Witzlinge. 



Annyeong!

Meine Witze werden auch immer schlechter. Ich glaube, ich sollte mir mal einen anständigen Humor zulegen. Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen, wenn ja, dann lasst doch ein Sternchen da.

Man sieht sich.

~👽 

When the life is kidding you... ||BTS ff||Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt