In der realen Welt zu leben war ihm nicht genug. Er hatte seine eigene Realität. Und alles, was er wollte, war die Menschen um ihn herum in seine Welt eintauchen zu lassen, damit sie sehen konnten, was er sah. Doch das konnten sie nicht. Niemand sah die Farben im Himmel und die kleinen Wesen in den Parks. Niemand, außer eine. Seine Frau liebte seine Welt.
Der Träumer hatte es schwer, eine Arbeit zu finden, bei der er seine Welt mitnehmen konnte. Denn die Meisten verstanden nicht, was er sah und was er fühlte. Aber seine Frau wollte nicht, dass er aufgab, anderen zeigen zu wollen, dass es mehr gab. Obwohl sie arm waren und ihr kleiner Sohn zu dünn für sein Alter, wollte die Frau nicht, dass ihr Mann aufhörte zu träumen. Und das tat er auch nicht.
Doch Träume können einen nicht bezahlen. Und egal, wie seine Eltern es wendeten, der Sohn des Träumers konnte es nicht verstehen. Weder die Träume seines Vaters, noch seine Mutter, die so fasziniert an den Lippen ihres Mannes hing, wenn dieser wieder von seiner Welt erzählte.
Der Sohn des Träumers heiratete eine schöne, junge Frau, die ebenfalls von den Geschichten des Träumers fasziniert zu sein schien. Der Sohn ärgerte sich über seine Frau und ihrer Fähigkeit, zu sehen und zu spüren, was ihm selbst sein ganzes Leben lang verwehrt geblieben war. Doch er ließ es sich nicht anmerken.
Und trotz seiner Armut, war der Träumer sehr, sehr glücklich mit seiner Frau, seinem Sohn und seiner Schwiegertochter. Und je glücklicher er mit der Geburt seines Enkelsohnes wurde, desto weniger mochten die Menschen seine Geschichten. Lange, lange Zeit fand er keine Arbeit. Niemand wollte hören, was er zu sagen hatte. Nur seine Frau ermutigte ihn immer noch, nicht aufzugeben und weiterhin zu versuchen, den anderen Menschen von seiner wunderbaren Welt zu erzählen. Denn der Träumer konnte erzählen wie kein anderer. Er erweckte die Wörter zum Leben und sie tanzten durch den Raum und umhüllten jeden, der dort war.
Doch nach ein paar Jahren stand seine Schwiegertochter mit seinem Enkel vor der Tür der kleinen, kalten Wohnung und berichtete, dass der Sohn des Träumers sehr krank war. Todkrank.
Die Medizin, die sie benötigten war sehr teuer, und die Schwiegertochter hatte all ihr Geld dafür ausgegeben.
Der Träumer und seine Frau kratzten alles Geld zusammen, das sie finden konnten, doch es war nicht genug.
Der geliebte Sohn des Träumers starb wenige Wochen später, und nahm ein Stück der wunderbaren, fantastischen Welt des Träumers mit sich. Er hinterließ nichts als ein großes, graues Loch, das jeden verschluckte, der zu nahe kam.
Seine Frau war nicht mehr dieselbe nach dem Tod ihres Sohnes. Es schien, als wäre sie in das Loch gefallen und kam nicht wieder hinaus. Egal, wie sehr der Träumer es versuchte, sie blieb darin. Sie versuchte nicht einmal, seine rettende Hand zu ergreifen und sich aus dem Grau ziehen zu lassen. Und so war die einzige Person, die noch den Geschichten des Träumers lauschen wollte, der kleine Enkel, der mehr sehen konnte, als der Träumer selbst.
Die Welt des Träumers hatte an nur einem Tag die Hälfte ihrer Farben verloren. Und als nur wenige Jahre später der graue Dunst des Loches auch seine Frau vollkommen verschluckte und mitnahm, verlor sie auch die letzten Farben.
Seitdem versuchte der Träumer nie wieder, anderen Menschen seine Welt zeigen zu wollen, denn seine Welt war nun nicht mehr weit entfernt von der, die jeder sieht.
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Mr Mortimer
Fiksi RemajaEigentlich wollte Moira nur schnell ein Buch für ihr Jurastudium kaufen, doch der schräge alte Mann und sein vollgestopfter Buchladen lassen sie einfach nicht los. Mr Mortimer und sein gutaussehender, theaterbegeisterter Enkel schaffen es, Moira in...
