Phoenix. Das Flugzeug landete und alle Passagiere klatschten. Die Anschnalzeichen erloschen und ich griff nach der Leine von meinem Hund und meinem Rucksack. Die Jungs folgten mir aus dem Flugzeug. In der Flughafenhalle sammelten wir uns kurz und gingen dann zur Gepäckausgabe. Jeder nahm sich seinen Koffer und wir teilten uns auf drei Taxis auf. Mit Marlene und Justin erreichte ich als erstes das Hotel. Das einchecken ging auch ziemlich schnell. Marlene hatte ein Zimmer mit Louis, ich mit Dylan, Justin mit Mitchell und Timo und Kyle und Charlie waren zusammen. Es war eine seltsame Stimmung zwischen uns. Heute würden wir alle unsere Familien wiedersehen und Marlene würde wieder nach Los Angeles fahren. Wir hatten es jetzt morgens 7:00 Uhr und die ersten Sonnenstrahlen begrüßten uns. Schweigend stand ich mit Dust auf dem Balkon unseres Zimmers. Anfang Februar und bereits 20°C. Angenehm. Ich genoss den Blick über diese wunderschöne Stadt. Dylan stellte sich neben mich. Kurz sah ich ihn an, schaute dann aber wieder auf die Stadt.
"Freust du dich auf heute?"-er. Ich nickte leicht und sah die ganzen Büromenschen in Anzug über die Straßen hetzten.
"Aber?"-er.
"Wir sehen sie nur zwei Tage, dann fahren wir weiter und sie zurück nach LA"-ich. Dylan nickte.
"Wir sind jetzt bei der Hälfte unserer Reise. Nur noch Atlanta und New York. Dann sind wir wieder in Washington"-mein Bruder.
"Ich vermisse unser Apartment"-ich lachend. Auch Dylan musste lachen. Es klopfte an der Zimmertür und Kyle und Charlie kamen rein. Sie kamen auf uns zu. Charlie gab mir einen Kuss auf die Stirn und machte diesen Handschlag mit Dylan.
"Okay, wir wollen gegen 8:30 Uhr los. Müsst ihr eich noch umziehen oder so?"-Kyle.
"Ich sollte wohl eine gemütliche Jeans anziehen, da ich auf mein Pferd treffe"-ich
"Also ab ins Bad"-Charlie und haute mir spielerisch auf den Hintern. Ich quiekte kurz und lief dann lachend mit meinen Klamotten ins Badezimmer. Ich duschte kurz, zog mir Unterwäsche an und eine graue enge Jeans, dazu eine lockere Bluse die ich etwas in die Hose steckte. Noch ein schmaler Ledergürtel und weiße Chucks. Damit es nicht allzu schlicht war, band ich noch dünne silberne Armbänder und eine Uhr um. Um den Hals trug ich die Kette, die mir Dylan geschenkt hatte. Es war eine dünne silberne Kette, an deren Ende ein zierlicher Anhänger hing in Form eines Schlosses. Auf der Rückseite waren zwei Namen eingraviert. Yunker & Yana
Mit dieser Kette hatte mir Dylan den Abschied von zu. Hause erleichtert. Er meinte sogar: "So hast du ihn immer bei dir"
Ja, das kam aus dem Mund meines Bruders. Heute würde ich ihn wieder sehen, meinen geliebten Hengst und heute würde ich auch Mom, Dad, Jason, Calvin und Irene wiedersehen und Logan und Aiden wollten auch kommen. Schnell föhnte ich noch meine Haare und setzte eine große Sonnenbrille auf. Fertig.
"Wir können"-ich und lächelte.
"Mensch du strahlst ja richtig!"-Kyle und lächelte. Dylan kam auf mich zu und nahm den Anhänger meiner Kette in die Hand.
"Deswegen Jungs"-er und hielt ihn den Jungs hin.
"Du und dein Pferd"-Charlie grinsend und küsste mich auf die Wange.
"Dust komm"-ich und leinte meinen Rüden an. In der Lobby trafen wir die anderen. Marlene sah nicht allzu happy aus.
"Lene du kannst uns jederzeit besuchen, du bist willkommen"-Mitchell. Sie nickte.
"Ich halt das nicht aus mit den sieben Jungs ohne dich"-ich. Sie musste leicht lachen und die Jungs sahen mich empört an. Ich grinste nur vor mich hin.
"Los alle ins Taxi"-Peter. Wir gehorchten und trafen kurz darauf auf dem Eventgelände ein. Die Taxis hielten auf der Rennbahn und als die Jungs ausstiegen kreischten ein paar Mädchen. Sie standen kurz für Fotos zur Verfügung, doch dann gingen wir endlich in den Backstagebereich. Ich sah einen großen Transporter und dann Dad, neben ihm Calvin, sie unterhielten sich. Mom war in ein Gespräch mit Irene vertieft und Jason, Jason hielt einen großen Holsteiner am Strick. Yunker. Das Pferd ging entspannt und schwungvoll neben ihm. Doch sie kamen immer näher und Yunker schien mich zu riechen. Er blähte seine Nüstern auf und hob den Kopf. Sein Blick scannte alles um ihn herum. Als er mich dann sah wieherte laut stark. Ich war gerührt und lächelte die ganze Zeit glücklich. Jason hatte Mühe meinen Hengst zu halten. Als sie endlich bei mir ankamen, schloss ich erst Jason in die Arme und begrüßte dann meinen Hengst.
"Yana, Dylan, Louis"-Dad glücklich. Wir begrüßten unsere Eltern und meine Paten.
"Darf ich?"-ich zu Jason. Er nickte und gab mir Yunkers Strick. Die Leine von Dust gab ich Justin. Yunker stupste mich die ganze Zeit an und suchte Körperkontakt. Wir erreichten den Stall und ich führte Yunker in eine Box. Dort konnte ich ihn endlich richtig begrüßen. Er ging die ganze Zeit aufgeregt in seiner Box umher und wieherte.
"So lebendig war er lange nicht mehr"-Jason lachend. Auch ich musste lachen.
"Wir gehen dann mal zu unseren Familien"-Charlie. Ich nickte und blieb mit Louis, Dylan und Marlene und meiner Familie bei Yunker. Ein Kamerateam kam an.
"Bist du Yana Brooks?"-der Mann mit dem Mikro. Ich nickte.
"Dürfen wir dich interviewen?"-er. Ich nickte und meine Familie zog sich zurück. Dust setzte sich brav hin und Yunker sah über seine Box rüber den Mann neugierig an.
"Was hat dich am meisten hier nach Phoenix gezogen und dich bewegt, hier auf unserem Event zu sein?"-der Mann.
"Ich glaube in erster Linie, war hier die Chance meine Familie zu sehen und natürlich auch mein Pferd. Hinzu kommt das es in den anderen Städten keine Chance gibt Pferde zu sehen, da war dieses Event eine willkommene Einladung"-ich.
"Du hast dei Pferd angesprochen, ich nehme an der Fuchs hinter dir ist dein Pferd"-er.
"Ja genau, das ist Yunker"-ich lächelnd und streichelte die Stirn des Pferdes.
"Du wirst ja nachher so einige Springpferde vorstellen, wirst du auch dein Pferd vorreiten?"-er.
"Wenn Sie es sich vorstellen könnten, ja klar gern"-ich.
"Man muss immer wieder dazu sagen was Yana für eine offene Person ist"-Mann zur Kamera.
"Wir sehen dich also nachher auf Yunker und solange können wir uns mit den Paraden beschäftigen"-Mann. Ich nickte nur und ging mit Dust zu meiner Familie. Mit einer Currywurst in der Hand saßen wir auf Bierbänken und unterhielten uns. Daddy sagte das er Verkaufspferde mit hatte, Mom erzählte vom Training mit Yunker und Quentin.
"Die beiden machen sich gut als Rennpferde, aber heute solltest du dich für einen Springparcours entscheiden"-Jason. Ich nickte und aß noch ein Stückchen Currywurst.
"Du solltest dich fertig machen"-Louis.
"Okay, hat jemand meinen Freund gesehen?"-ich.
"Charlie war vorhin beim Torwandschießen"-Daddy. Ich hob meine Hand zur Verabschiedung und machte mich auf die Suche nach Charlie. Dust ließ ich bei Louis und Dylan. Tatsächlich war Charlie an der Torwand und wurde von den Mädchen angehimmelt.
"Komm mit du Playboy"-ich lachend und griff nach seiner Hand. Er lächelte mich an und folgte mir. Die Fans auch. Doch vor dem Eingang zu dem Backstagebereich wurden sie von den Securityleuten ausgebremst. Im Stall holte ich Yunker aus seiner Box und Charlie hielt ihn am Strick fest. Schnell putze ich ihn, aber er war noch sauber vom Transport. Ich legte Satteldecke und Sattel auf und befestigte alles. Jetzt begann Yunker zu tänzeln. Als ich die Trense angelegt hatte, hatte Charlie mit ihm zu kämpfen. Schnell noch die Gamaschen angelegt und den den Helm aufgesetzt. Ich wollte vorbildlich sein und gerade beim Springreiten verzichtete ich ungern auf die schützende Reitkappe. Ich saß auf und Charlie ging neben mir her zum Abreiteplatz. Er lehnte sich mit Kyle gegen den Zaun und beobachtete uns. Ich hatte diesen Platz für mich alleine. Nach eine zwei Runder Schritt ließ ich Yunker antraben, schlussendlich angaloppieren und ich spürte dieses Gefühl, welches ich Langezeit vermisst habe. Eine Durchsage ertönte.
"Zwar ist sie nicht offizielle Teilnehmerin des Turniers, aber es ist ein Freundschaftsturnier, also kann sie auch starten. Yunker, vorgestellt von der Besitzerin Yana Brooks"-Durchsage. Applaus ertönt und ich trabte in die Halle. Kurz den Richter gegrüßt und los ging es. Ich sah mir kurz den Parcours an und ließ dann Yunker springen. Er war noch perfekter als sonst. Er war schnell und sprang hoch. Jason hatte große Arbeit geleistet. Den letzten Sprung nahm Yunker mit Leichtigkeit und danach buckelte er noch einmal glücklich. Ich ritt aus der Halle und war voller Adrenalin. Mit einem strahlenden Lächeln ritt ich auf Charlie und Kyle zu.
"Super"-Charlie und gab mir einen Kuss.
"Wow!"-Kyle. Die beiden gingen rechts und links neben meinem Pferd und begleiteten mich in die Stallgasse. Den restlichen Tag verbrachte ich damit, zu arbeiten. Interviews, Bewertungen der Verkaufspferde, Fragen zu Yunker beantworten und Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Am Abend ritt ich im Schritt auf Yunker über die Rennbahn. Er schnaubte entspannt vor sich hin. Nur noch morgen und übermorgen konnte ich mit meinem Hengst verbringen, dann würde ich weiter reisen nach Atlanta. Jason kam zu mir, die Hände in den Jackentaschen. Er ging schweigend neben mir her. Ich stieg ab und führte Yunker.
"Können wir reden?"-er.
"Klar"- ich und nahm meine Reitkappe ab. Ich befestigte sie an Yunker's Sattel und wir gingen weiter auf der Rennbahn.
"Quentin und Yunker trainieren gut. Sogar sehr gut, aber ich stehe nun an der Stelle, wo ich entscheiden muss wie es weiter geht"-er.
"Wie meinst du das?"-ich.
"Sie sind beide bereit Rennen zu laufen, Quentin würde ich auch ohne Probleme Rennen laufen lassen, doch bei Yunker ist das was anderes. Ich möchte nicht irgendeinen Jockey raufsetzten, schließlich reite ich ihn schon so selten wie möglich"-Jason. Ich sah ihn überrascht und verwirrt an.
"Das was zwischen dir und Yunker ist, ist etwas besonderes. Du musst nicht viel Druck machen und er ist perfekt, ein einzelner fremder Reiter kann das kaputt machen"-er.
"Ich versteh. Quentin ist ein fremdes Pferd und kann jeden tragen"-ich. Jason nickte.
"Bist du mit Quentin schon Testrennen gelaufen?"-ich. Er nickte.
"Und?"-ich.
"Erster, dritter, zweiter, erster, zweiter"-er.
"Ihr seid gut"-ich. Jason zuckte mit den Schultern.
"Das war eine Aussage"-ich. Er sah mich schwach lächelnd an.
"Du meinst also, es würde Yunker nicht gut tun?"-ich.
"Ja, es würde das zwischen euch zerstören. Du musst eine Entscheidung treffe . Für beide Pferde"-er.
"Das ist schwer, wenn Quentin gar nicht hier ist"-ich.
"Doch ist er"-Jason. Ich sah ihn fragend an, doch er zeigte nur auf den Schimmel am Rand der Rennbahn. Irene hielt ihn fest. Jason übernahm den Hengst und Yunker und Quentin begrüßten sich freudig.
"Die beiden hast du echt super zusammen geführt"-ich.
"Naja, es war deine Idee"-er.
"Es war eine gute Idee"-ich lachend. Er nickte. Ich sah, wie Quentin sich bei Jason wohl fühlte und wie auch Jason den Schimmel liebte. Nach einiger Zeit, die wir schweigend verbrachten, hatte ich mich entschieden.
"Ich ziehe Yunker vor den Rennen zurück"-ich.
"Und Quentin?"-Jason.
"Darf starten, unter zwei Bedingungen"-ich.
"Und die wären?"-er.
"Yunker und Quentin werden nicht getrennt und du bist der Jockey von Quentin"-ich. Jason's Augen leuchteten und er umarmte mich glücklich.
"Wenn du darauf achtest, das Yunker nicht kaputt geht, soll auch Quentin nicht kaputt gehen"-ich lachend.
----------------------------------
Fay's Sicht
Nun war der letzte Abend gekommen. Drei Tage konnte ich nun meine Kinder sehen. Ich war glücklich, Brian war glücklich, Calvin war es und auch Irene. Aber in erster Linie war es Yunker. Er hatte sein Mädchen wieder gehabt. Jetzt saß ich mit Brian auf der Menschenleeren Tribüne und sah Yana dabei zu, wie sie Zeit ihrem Pferd, ihrem Hund und ihrem Freund verbrachte. Sie hatte uns erzählt, das sie Jason als Jockey für Quentin ernannt hat. Daraufhin haben Brian und ich beschlossen, Jason Quentin ganz zu schenken. Ich sah mich im Stadion um. Louis und Marlene alberten rum. Für die beiden war es heute der letzte Tag zusammen. Lene würde heute Abend mit uns zurück nach LA fahren. Dylan war mit seinen Jungs in der Mitte auf dem Rasen und spielte Fußball. Calvin und Irene waren schon losgefahren nach Hause.
"Yana ist so glücklich mit Yunker, Dust und Charlie"-stellte Brian fest. Ich nickte.
"Doch ich habe das Gefühl, das sie uns noch braucht. Mehr als Dylan und Louis. Die beiden sind so erwachsen, auch wenn Louis jünger ist als Yana."-ich leise.
"Fay, Yana kommt klar. Sie ist nur kleiner als ihre Brüder und hat so eine zierliche Figur, das lässt sie so wirken"-er.
"Brian, sie ist unsere einzige Tochter"-ich
"Die Jungs passen auf sie auf"-er.
"Ich weiß nicht"-ich skeptisch.
"Hast du die Bilder gesehen, wo die Jungs mit ihr unterwegs waren. Sie haben Yana immer in ihrer Mitte und passen auf"-mein Mann. Ich lehnte meinen Kopf gegen seine Schulter und sah meine Tochter an, die Hand in Hand mit Charlie lief, ihr Pferd am Strick, ihr Hund frei.
"Wenn du sie wirklich liebst, lass sie gehen"-Brian. Ich biss mir auf die Lippe, mit Tränen in den Augen nickte ich. Wie sehr ich meine Kinder vermisste.
"Okay, sie soll glücklich sein mit den Jungs"-ich.
DU LIEST GERADE
A new life
Teen FictionFortsetzung von "my new brother" Man muss nicht unbedingt das erste Buch gelesen haben, um dieses Buch zu verstehen, wäre dennoch hilfreich :)
