Rena lag in Juliens Armen. Draußen war es mittlerweile dunkel geworden und der Mond war durch das Fenster zu sehen. Ihr Kopf lag auf seiner Schulter und ihr rechter Arm auf seinem Bauch, wo sie mit den Fingern kleine Kreise malte. Julien hatte eine dünne Decke über sie gelegt, konnte sich in Gedanken jedoch nach wie vor nicht von ihrem nackten zarten Körper lösen. Die Digitaluhr auf dem Nachttisch zeigte 22 Uhr. Die Party hatte mittlerweile angefangen und sie wurden sicherlich bereits erwartet.
„Willst du noch zur Party?", fragte er schließlich in die Stille hinein. Sie schien einen Moment zu überlegen und begann dann, sich in seinen Armen zu bewegen. Sie richtete sich auf und entblößte damit den Blick auf ihren nackten Rücken. Ju schluckte und seine Hand glitt wie von allein an ihrer Wirbelsäule entlang. Er spürte, dass sie ein Schauer überkam.
„Es wäre etwas seltsam, wenn wir nicht auftauchen würden, schätze ich. Außerdem wurden mir Drinks von einem gewissen Herrn versprochen.", antwortete sie belustigt und drehte ihren Kopf zu ihm.
„Stimmt beides.", sagte er und lächelte sie an.
„Ju?", begann sie und wurde auf einmal ernst. Er schaute ihr in die Augen und wartete, dass sie weitersprach. „Was hat das hier für eine Bedeutung?"
Er merkte, dass auch sein Gesichtsausdruck ernst wurde. Diese Frage hatte er bis dato verdrängt, auch wenn klar war, dass sie beide eine Antwort darauf benötigten.
„Es war alles ziemlich", begann er und suchte nach dem passenden Wort.
„Spontan und unerwartet?", vollendete sie seinen Satz fragend.
„Genau." Er schwieg kurz und auf einmal wurde ihm erst so richtig klar, dass es jetzt anders sein würde. „Es war definitiv ungeplant.", fügte er hinzu und beobachtete sie. Ihr Blick ging ins Leere, da sie zu überlegen schien.
„In 24 Stunden sind wir wieder in Deutschland und ich fahre zurück nach Hamburg. Lass uns bitte einfach kurz klarstellen, wie wir jetzt zueinander stehen.", sprach sie dann und er musste kurz schlucken, als er an Deutschland, sein Team und seine Arbeit dachte. Sie würden direkt mit der Produktion von zwei neuen Videos beginnen und er würde weitere Videos aus Afrika hochladen.
„Momentan ist meine Arbeit das, was zu 100% meinen Fokus beansprucht. Es ist unglaublich viel geplant.", sagte er ihr deshalb ehrlich, da sie es verdient hatte, die Wahrheit zu erfahren. Er wollte nicht, dass sie Erwartungen hatte, die er gerade einfach nicht erfüllen konnte. Auch wenn er zugeben musste, dass der Gedanke daran, sie nicht mehr so wie jetzt bei sich zu haben, ihm ein wenig Unbehagen bereitete. Irgendwie hatte er sich seit der Geburtstagsparty von Passi von ihrer Persönlichkeit einnehmen und mitreißen lassen, obwohl er normalerweise vorsichtig ist, wenn es darum geht, neue Menschen in sein Leben zu lassen.
„Und ich muss mein Leben in den Griff bekommen und einen Job suchen.", erläuterte sie ihre Lebenssituation. „Also war es einfach nur Sex?" Ihr Blick wanderte wieder zu ihm.
„Ja. Allerdings war es verdammt guter Sex.", sagte er und ein Grinsen bildete sich auf seinen Lippen.
Rena spürte, dass sie errötete, was jedoch bei dem Dämmerlicht nicht zu sehen sein sollte. Sie fand den Sex jedenfalls auch richtig gut. Immerhin war es auch schon wieder eine Weile her, dass sie welchen hatte. Ihre Masterarbeit hatte sie ziemlich im Griff gehabt in den letzten Monaten.
„Stimmt.", sagte sie und grinste ebenfalls. Dann bewegte sie sich und drehte sich komplett zu ihm um. Sein Blick glitt direkt zu ihren Brüsten und sie zog die Decke etwas höher. Er richtete sich ebenfalls auf, sodass sie sich gegenübersaßen. „Also haken wir das Ganze als äußerst angenehme, aber unbedeutende Aktion ab? Ich fänd' es echt schade, wenn es jetzt komisch zwischen uns wird.", fügte sie hinzu.
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Unter dem selben Mond (Rezo & Julien Bam & OC) | Abgeschlossen
FanfictionBeendet am 16.04.2019 Auf einer Influencerparty trifft die 27-jährige Medienstudentin Rena auf den YouTuber Rezo. Die Party endet für die Gäste anders, als gehofft, es entsteht jedoch zwischen Rena und Rezo eine Freundschaft. Kompliziert wird es, al...