Dad

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Blakes Sicht

Ein kurzer Hoffnungsschimmer überkam mich als ein Arzt das Zimmer betrat. Keine Ahnung wer dieser Mensch in pinken Hosen sein soll. Er sah mit diesem Outfit etwas entmannt aus aber nach einigen Schwestern die die selben Farben trugen, ging ich davon aus, dass das nunmal die Farbe der Pediatrie war.
Als er den Mund aufmachte wurde meine Hoffnung jedoch zerstört.

Alles war ganz ruhig. Soyala hielt Evans Hand und leise sprachen die beiden miteinander. Ich verstand kein Wort. Ich war viel zu fokusiert auf das kleine Wesen im Arm der Person die ich liebe. Sie schmiegte sich mit ihrem Rücken an meine Brust und ich legte meine Arme um sie um ihr einfach nur zu zeigen, dass ich da war.

Mit feinen Fingern strich Piper über Lynns Kopf. Ihre pechschwarzen Haare, von denen sie tatsächlich schon ziemlich viele hatte, hingen ihr etwas in die Stirn. Ihre Augen waren geschlossen und es schien so, als wäre sie das ruhigste Baby, dass es gibt. Die winzigen Hände hatte sie zu Fäusten geballt und streckte sie von sich. So lag sie in der Armbeuge meiner Freundin.
"Ich traue es mich eigentlich gar nicht es auszusprechen aber sie sieht aus wie du" ohne mich anzusehen flüsterte Piper diese Worte in die Stille, die eben noch zwischen uns geherrscht hat.
"Ja ein wenig" amtwortete ich ihr mit heiserner Stimme.

"Wann kommt Martinson denn wieder?" hätte er nicht sein Maul aufgemacht, hätte ich ihn fast vergessen. Larry saß mit verschränkten Armen und geschlossenen Augen auf der anderen Seite des Zimmers und lehnte angespannt an der Wand. Wäre er ein Eishockeyspieler, dann wäre er vermutlich der erste den ich verdreschen würde. Dieser Mann war erwachsen und sogar älter als ich und Piper. Trotzdem aber verhielt er sich wie ein verdammtes Kind. Er wollte das Baby nicht mal sehen. Sollte es also doch noch seines sein, hatten alle Beteiligten mein Beileid. Aus der gesammten Phase vor der Geburt hat er sich rausgehalten und kaum hat er von Soyala erfahren das sie schwanger war, es aber auch meines sein könnte, da war er schon verschwunden.

Ich muss zugeben, dass ich auch kein Heiliger bin. Ich konnte Soyala nicht leiden weil mein Bruder einen hang zu solch dramatischen Geschichten hat. Wie auch immer. Mittlerweile kamen wir aber miteinander klar, sei es dem kleinem Menschen gewürdigt der soeben herzhaft gähnt. Ich wusste nicht wie ich mit der Situation umgehen sollte aber im Moment hoffte ich einfach nur das dieses Kind meines sein würde.
Egal, wie alt ich bin.
Egal, wie viel unterwegs ich bin.
Egal, dass ich ihre Mutter nicht liebe.
Egal, was alle anderen von dieser Situation halten würden.
Es war nicht wichtig und das hatte ich in der letzten Zeit gelernt.

"Ich müsste Mr.Mitchell und Mr. bitte nocheinmal in das Behandlungszimmer bitten" eine junge Schwester die mich seit meiner Ankunft im Krankenhaus angaffte, holte mich aus meinen Gedanken und es schien auch so als müssten die anderen erst wieder realisieren, dass Dr.Martinson uns vorher keine Ergebnisse sagen konnte.
Ich gab Piper einen flüchtigen Kuss.
"Ich liebe dich" flüsterte ich was sie mit einem 'ich dich auch' erwiederte.
Also erhob ich mich von dem Sofa und folgte der jungen Blondine.

Der Arzt saß an seinem Schreibtisch vor welchem sich zwei Stühle befanden. Ich nahm wortlos platz und schaute auf die Umschläge die vor ihm lagen.
"So, ich denke auf diesen Moment haben Sie lange genug gewartet" mit einem Brieföffner ritzte er das Papier durch und zog die Blätter heraus.
Einige, viel zu lang dauernde Momente, betrachtete er die Ergebnisse eingehend.

Danach drehte er sie endlich so hin, dass Larry und auch ich sie sehen konnten. Mein Herz schlug mir bis zum Hals und in diesem Moment war ich wie in Trance bis ich das Ergebnis deutlich lesen konnte.

Etwas abwesend schüttelte ich dem Arzt die Hand und ließ mir von ihm zu einer guten neuen Saison gratulieren. Ich war froh, dass er keine weiteren Fragen zu meinem Job stellte, denn gerade konnte ich einfach nicht schalten. Ich nahm den Umschlag in der Hand und bemerkte wie Larry als erstes die Tür trat. Alle sahen uns erwartungsvoll an als ich ihm folgte.

Alles was ich gerade zu stande brachte waren die Worte: "Sie ist von mir"

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