Siebzehn

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Am Abend machten Cameron und Jordana einen Spaziergang am Srand. Sie liefen barfuß durch das Wasser und beobachteten die Möwen dabei wie sie über dem Meer Kreise zogen. Da sie Atmosphäre genossen setzten sie sich in den Sand, nicht weit von ihrem Heim. Cameron öffnete seine Beine und zog Jordana dazwischen, so dass sie sich bei ihn anlehnen konnte. Die Sonne ging langsam unter und beide verfolgten dieses wunderschöne Schauspiel in angenehmem Schweigen, genossen die Nähe des anderen.

„Hast du jemals darüber nachgedacht, wie unser Leben verlaufen wäre, wenn wir zusammen geblieben wären?" Camerons Stimme war leise und er lehnte seinen Kopf an ihren.

„Manchmal, aber ich bin nicht sicher wie es wäre. Ich habe mich selbst gefragt, wo wir jetzt leben würden", antwortete sie und grub ihre Zehen in den Sand.

„Und wo möchtest du gern leben?"

„In New York." Die Antwort kam blitzschnell, denn Jordana musste nicht mal lange darüber nachdenken, und brachte Cameron zum Lachen.

„Okay. Ich habe mir vorgestellt, dass wir schon eine Familie wären, also mit einem Baby."

„Vielleicht", sagte sie nach einem kurzen Moment der Schweigsamkeit. Ihre Stimme war heiser geworden und sie sah hinunter zu ihren Füßen.

„Ist alles okay", fragte Cameron einige Minuten später und sah über ihre Schulter. Sogar von der Seite konnte er den traurigen Ausdruck auf ihrem Gesicht erkennen und die bebende Lippe. „Baby, was ist los?"

„Nichts", sagte sie so leise, dass er sie kaum verstand. Jordana schluckte gegen den Klos in ihrem Hals an. „Ich...ich...", begann sie zu stammeln und Tränen füllten ihre Augen. „Es gibt da etwas...das du...wissen solltest."

„O...kay", erwiderte er unsicher und schlang seine Arme um sie, um er zu zeigen, dass sie nicht allein war.

Als ich dich verlassen hatte..." begann Jordana und schloss ihre Augen, um die Tränen davon abzuhalten an ihren Wangen hinab zu laufen. „...war ich schwanger."

„Was", zischte er, lauter als beabsichtigt. „Warum hast mir nichts gesagt?"

„Ich wusste es damals nicht. Ich fühlte mich ganz normal, keine Schwangerschaftsübelkeit oder so. Mir war nicht mal aufgefallen, dass meine Periode ausgeblieben ist."

Cameron versteifte sich, saß ganz starr da und starrte geradeaus. Er konnte nicht glauben, was sie ihm gerade eröffnet hatte.

„Als ich für einen Routine-Check bei der Ärztin war und ein neues Rezept für die Pille wollte, da bemerkte sie, dass ich schwanger war. Ich konnte es nicht glauben. Es war irgendwie surreal. Zu erfahren, dass ich ein Baby erwartete, wo ich gerade seinen Dad verlassen hatte."

„Aber du hast mich nicht angerufen", merkte er an und fühlte sich betrogen. Er hatte immer gewusst, dass er eines Tages Vater werden wollte und während ihrer Zeit zusammen, war er sich sicher gewesen, dass Jordana die Mutter seiner Kinder werden würde."

„Ich wollte es dir sagen, dass musst du mir glauben, Cam", flüsterte sie. „Ich wusste nur einfach nicht wie..."

„Warum hast mich nicht angerufen oder mir eine Nachricht geschrieben? Als Vater hatte ich ein Recht es zu erfahren."

„Ich weiß..." Die Tränen begannen ungehemmt zu fallen, aber das war Jordana egal. Sie hatte bemerkt wie er sich hinter ihr versteift hatte und konnte seine Enttäuschung spüren. Seine Arme fielen lasch herunter und auf einmal wurde ihr kalt ohne seine Wärme. „Aber wäre es nicht fies gewesen zu schreiben: Es tut mir leid, dass ich dich verlassen habe, aber ich fühle mich noch nicht bereit für eine Ehe. P.S. Oh, und du wirst Vater?"

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