Kapitel 18

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Emil versorgte Kyleas Wunden gründlich ehe er sich auf den Weg zurück zum Lager machte. Ryan war ihr nicht von der Seite gewichen. Sie sah so erschöpft aus. Sanft strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und musterte sie weiter. Sie erwiderte seinen Blick und lächelte leicht. Jedoch erkannte er in ihrer Miene, dass sie etwas bedrückte.

,,Ist alles in Ordung?'', fragte er leise. Sie zuckte mit den Schultern und blickte an die Decke der Hütte.

,,Ich bin mir nicht sicher. Ehe ihr die Hütte betreten habt, begann mein Vater uns etwas zu erzählen. Es schien mit dem weißen Mann aus den Höhlen in Verbindung zu stehen. Er erwähnte die Geschichte von der ich dir erzählt habe. Über die beiden Geschwister die von ihrer Mutter in den Wald gebracht wurden. Erinnerst du dich?'', murmelte sie.

,,Natürlich erinnere ich mich.'', erwiderte er. Sie zuckte erneut mit den Schulter und seufzte ehe sie fortfuhr.

,,Ich finde den Gedanken einfach furchteinflößend, dass genau in diesem Moment Menschen unter uns leben. Und warum zeigen sie sich grade jetzt?'', sie schien keine Antwort von ihm zu erwarten. Und die hatte er auch nicht. Dafür kannte er ihr Volk und deren Geschichte zu wenig. Sie schwiegen einige Minuten bevor Kylea erneut das Wort ergriff.

,,Nimm Kalyt seinen Groll gegen euch nicht übel. Er war schon immer sehr misstrauisch. Besonders wenn es um Menschen geht die ihm etwas bedeuten.'', wisperte sie entschuldigend während sie mit dem Saum ihrer Decke aus Fell spielte.

,,Er ist offensichtlich eifersüchtig.'', erwiderte Ryan.

,,Vielleicht.'', entgegnete Kylea und biss sich auf die Unterlippe. Langsam erhob er sich und warf einen Blick auf das Mädchen.

,,Ich werde jetzt langsam gehen.'', sagte er und kratzt sich am Hinterkopf. Sie blickte ihn traurig an als sie langsam nickte. Er räusperte sich und drehte sich um.

,,Danke, dass du mich gerettet hast. Du hast was gut bei mir.'', bemerkte Kylea knapp. Ryan hörte ein rascheln. Er drehte kurz den Kopf und sah, dass sie ihm den Rücken zugedreht hatte. Irgendwas hatte sich geändert. Jedoch wusste er beim besten Willen nicht was es war. Ohne ein Wort verließ er ihre Hütte und machte sich auf den Weg zurück ins Lager.

,,Oh mein Gott!'', rief Ana als sie Ryan in der Ferne auf sie zukommen sah. Sofort rannte sie los und sprang in seine Arme. Er keuchte kurz bevor er sie lachend in seine Arme schloß.

,,Hast du mich vermisst?'', witzelte er ehe er sie langsam auf den Boden zurück gleiten ließ.

,,Und wie! Emil hat uns erzählt, dass du heute schon einmal hier gewesen bist. Wieso hast du uns nicht wenigstens kurz gesagt, dass es dir gut geht? Ich dachte schon Emil würde lügen als er sagte, dass es dir gut ginge, nur um uns zu besänftigen.'', erzählte sie und nahm seine Hand.

,,Ich erzähle dir alles später. Tut mir leid, dass ich nicht sofort zu euch gekommen bin. Aber ich musste Emil so schnell wie möglich zu Kylea bringen.

,,Gut.'', sie zog ihn hinter sich her und brachte ihn zu einer Gruppe von Menschen. Begeistert begrüßten sie ihn. Lester klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter.

,,Schön, dass du es wieder zu uns zurück geschafft hast.''

,,Ich freue mich auch euch wieder zu sehen.'', Ryan lächelte. Auch sein, wenn auch nicht ganz freiwilliger, Jagdgefährte Ethan nickte ihm anerkennend zu ehe er den Blick zwischen ihm und Ana hin und her schweifen ließ. Ryan bemerkte die in ihm herrschende Anspannung und zog fragend eine Braue nach oben. Ethan räusperte sich und wendete unverzüglich den Blick ab.

Nach Einbruch der Dämmerung machte es sich die Gruppe an einem kleinen Lagerfeuer in der Mitte ihres Lagers bequem. Es herrschte eine so ausgelassene Stimmung, wie es sie bisher nur selten auf dieser Insel gegeben hatte.

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