12 - trust

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„Er heißt Harry." fing ich an. „Er mobbt mich und ich kann nichts dagegen tun. Seit dem ersten Tag in der Uni. Er hat mich geschlagen und mir gesagt, dass ich hässlich bin."

So langsam stiegen mir die Tränen in die Augen. Ich dachte ich könnte alles verdrängen, aber jetzt kam alles wieder hoch.

„Nachdem meine Eltern gest-t-torben sind, habe ich es getan und beinahe hätte ich es wieder gemacht. Und all diese scheiße nur wegen diesem einem Jungen." Ich schluchzte. Manchmal verfluchte ich mich so nah am Wasser gebaut zu sein.

„Er weiß noch nicht mal, dass ich schwul bin und er findet trotzdem genug Gründe um mich kaputt zu machen."

Liam wusste wie leichtgläubig ich bei solchen Dingen war. Er strich über meinen Rücken und sagte erstmal nichts.

Ich hatte bis jetzt nur ein paar Tränen vergossen und wenn Liam mich jetzt umarmen würde, dann würde ich brechen. Irgendwie war ich schon gebrochen.

Er seufzte und setzte an, etwas zu sagen. Ich wusste, dass seine Worte mit bedacht gewählt waren, trotzdem hatte ich Angst vor ihnen.

Er war mein bester Freund und ich hatte jedesmal aufs Neue Angst, dass er mich verabscheuen würde, wenn er etwas Neues über mich erfahren würde.

„Du weißt eigentlich, dass das alles nicht stimmt. Aber ich versteh dich, es tut weh."

Er unterbrach kurz und zog mich in eine Umarmung. „Ich bin immer für dich da."

Ich zog in dicht an mich und vergrub mein Gesicht in seiner Halsbeuge. Er war in solchen Situationen immer ein guter Zuhörer.

„Danke" flüsterte ich.

Er löste sich aus der Umarmung. „Und jetzt schauen wir Filme um dich auf andere Gedanken zu bringen."

Er kramte die Fernbedienung aus seinem Nachttisch. „Nur eins noch, bitte sag mir wenn er wieder etwas macht. Ich ertrage es nicht meinen kleinen Lou so niedergeschlagen zu sehen."

Ich lächelte ihn schwach an und nickte. Es war nicht gelogen, ich würde es ihm erzählen, da ich wusste, er würde für mich sorgen und mir helfen.

Wir schauten noch zwei Filme bis ich fast einschlief. Er schaltete einfach den Fernseher ab und stand auf.

„Du schläfst heute hier. Ich fahre dich morgen persönlich zur Uni und du zeigst mir diesen Harry mal."

Ich nickte nur noch verschlafen und kuschelte mich in sein Bett. Liam warf mir allerdings noch eine Jogginghose zu mit der Begründung, diese Jeans sei ungemütlich um damit zu schlafen.

Widerwillig zog ich mich um. Liam war im Bad, auch wenn ich mich hemmungslos vor ihm umgezogen hätte.

Als er wieder kam lag ich schon wieder in seinem Bett. Er hatte ein Doppel-Bett und somit hatten wir mehr Platz.

Liam kam aus dem Bad wieder und legte sich neben mich. Ich legte meinen Kopf auf seine Brust und schloss meine Augen. Bei ihm fühlte ich mich wohl. Er legte einen Arm um mich.

„Gute Nacht Tommo" war das letzte was ich hörte bevor ich endlich mal seit Tagen in einen ruhigen Schlaf verfiel.

Als ich am nächsten Tag aufwachte, war ich nicht müde. Jedoch war die andere Betthälfte leer. Ich stand auf und schlürfte in die Küche. Dort stand Liam, der gerade Frühstück machte.

Ich setzte mich an den Tisch und wartete auf Liam der gerade mit meinem Lieblingsmüsli unter'm Arm wieder kam. Grinsend stellte er das Müsli vor mir ab und ich nahm es mir so schnell wie möglich, als gäbe es jemand anderen, der es mir wegschnappen würde.

Liam sah mir amüsiert zu und schmierte danach sein eigenes Brötchen.

Nach dem Frühstück, welches sich endlich mal wieder gut angefühlt hatte und nicht als würde ich alles in mich rein zwingen, ging ich ins Bad und putzte mir die Zähne.

Ich hatte bei Liam eine Zahnbürste so wie er bei mir eine hatte. Wir hatten schon oft genug bei einander spontan übernachtet und somit nichts dabei gehabt.

„Komm in die Küche ich habe dir mal etwas zu essen eingepackt, welches du in der Uni essen kannst." Liam war zwei Jahre jünger als ich und trotzdem war er wie ein großer Bruder für mich.

Er wollte nie studieren, sondern er wollte sein eigenes Café eröffnen, wo sich jeder kannte und wohlfühlte. Ich war schon immer begeistert von dieser Idee gewesen.

Liam war sogar der, der mir den Job besorgt hatte. Er machte gerade eine Lehre in diesem Café und sie suchten gerade nach Ersatz für einen anderen der letztens erst gekündigt hatte.

Ich hatte das Gefühl, das Glück war zu diesem Zeitpunkt das erste mal auf meiner Seite.

Liam hielt meinen Rucksack in der Hand und scheuchte mich aus seiner Wohnung. Er war der Meinung, dass wir uns beeilen mussten. Ich sagte einfach nichts dagegen und ließ mich mit einem schmunzeln raus scheuchen.

Wir gingen runter zu seinem Auto. Seine Eltern hatten viel Geld und unterstützten ihn bei allem was er tat. Sogar mir hatten sie zum Geburtstag neue Schuhe gekauft. Meine waren total kaputt, aber ich hatte einfach kein Geld um mir neue zu kaufen. Jetzt hatte ich coole Vans.

Nachdem wir beide eingestiegen sind, fuhr er sofort los und brachte mich in die Uni. Eigentlich wollte ich da gar nicht hin. Aber ich kam einfach nicht drum rum.

Als wir angekommen waren stand Harry in der Nähe vom Eingangstor mit seiner Gang.

„Dort, diese große Gruppe von Jungs. Der Lockenkopf mit dem Gucci Pullover ist Harry." Er drehte sich natürlich ganz offensichtlich um. Zum Glück konnte ich verhindern, dass er auf sie zeigte. Ich hoffte, er würde jetzt nicht aussteigen und Harry damit konfrontieren.

Ich drehte mich zu Liam. „Danke für das ganze!" Ich lächelte ihn ehrlich an und drehte mich wieder in die Richtung von Harry. Er starrte mich an.

Ich stieg aus und Liam tat es mir gleich. Er ging zum Kofferraum und holte meinen Rucksack raus. Er gab ihn mir und ich stellte ihn neben uns ab. Danach zog ich ihn in eine enge Umarmung.

„Leider überschneiden sich unsere Arbeitszeiten nicht mehr. Ich vermiss es mit dir zu plaudern." sagte er traurig. „Ich vermisse es auch mit dir Zeit zu verbringen. Was hältst du davon wenn Niall, du und ich am Freitag Abend in eine Bar gehen?" machte ich einen Vorschlag um Liam fröhlich zu sehen.

Wir lösten uns aus der Umarmung. „Ja, ich schreibe Niall und frag ob er kann." erwiderte er mit einem Lächeln. Wir umarmten uns noch einmal kurz und danach machte ich mich auf den Weg ins Gebäude.

Mein Blickte schweifte die Gruppe von Harry, doch er selbst war nicht da. Ich steuerte die Waschräume an, da ich vergessen hatte meine Salbe für Prellungen aufzutragen. Ich schloss mich in eine Kabine ein und zog meinen Pullover hoch. Mein Bauch bestand nur noch aus Blutergüssen.

Vorsichtig rieb ich meinen Bauch damit ein. Als ich fertig war ging ich wieder raus und wusch mir die Hände. Gerade wollte ich raus gehen, als Harry rein kam und die Tür hinter sich schloss.

Automatisch ging ich ein paar Schritte zurück und kam an der Wand an.

„Hey..."

Harry ist ihm mal wieder gefolgt. Was haltet ihr von Lilo in dieser Story? Was denkt ihr macht Harry?

All the Love, xx

withered sunflower  |   Larry StylinsonGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt