Gerade wollte Gemma mir sagen was mit ihrer Mutter passiert war. Ich hatte natürlich eine böse Vorahnung, aber ich wollte nicht darüber nachdenken bevor ich es nicht wirklich wusste.
Harry kam gerade in die Küche, er rieb sich die Augen und schaute uns verwirrt an.
"Was macht ihr hier unten?", ich trank gerade den letzten Schluck meines Kakaos aus und schaute ihn einfach nur an. Ich fühlte mich schuldig, weil ich gehen wollte und leider hatte ich gerade keine plausible Ausrede zur Hand.
Doch zum Glück sprang da Gemma für mich ein: "Er konnte nicht schlafen und wollte sich ein Glas Wasser holen, da bin ich ihm begegnet und wir haben uns ein wenig unterhalten. Ich wollte mir eh einen Kakao machen und da habe ich ihm einfach einen mitgemacht."
Dankbar sah ich sie an und sie lächelte nur zurück. Harry schien irgendwie wütend. Er drehte sich von seiner Schwester weg und kam zu mir, nahm mir die Tasse aus der Hand und stellte sie weg.
"Kommst du wieder mit nach oben?", fragte er mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, dass nicht gerade echt aussah. Ich nickte und schaute Gemma an. Sie lächelte nur und nickte. Die Tasse stellte sie auf die Arbeitsplatte. Wahrscheinlich würde deren Hausangestellte sie weg räumen. Sie kam zu mir und umarmte mich.
Erst war ich sehr überrascht, aber nach kurzer Zeit erwiderte ich die Umarmung und genoss sie sogar. Sie flüsterte mir noch Gute Nacht ins Ohr und verschwand dann in ihrem Zimmer. Ich lächelte und schaute Harry an.
Doch nachdem ich das getan hatte, fühlte ich mich extrem unwohl. Er schaute mich an als hätte ich gerade sein Haustier erschlagen und er hätte mich dabei erwischt.
Mein Lächeln verschwand sofort wieder und ich schaute nach unten. Harry drehte sich um und ging. Nachdem ich realisiert hatte was gerade passiert war rannte ich ihm hinterher und versuchte ihn zu erwischen. Ich packte seinen Arm und startete damit den kläglichen Versuch, Harry zum stehen zu kriegen. Jedoch riss er sich aus meinem Arm und starrte mich finster an.
Danach ging er wieder nach oben und ließ mich hier alleine stehen. Ich wusste nicht was er hatte und ging langsam die Treppen hoch. Er war schon lange im Bett und hatte sich von mir weg gedreht. Ich war mir sicher, dass er noch nicht schlafen würde, daher wagte ich es und machte einen Schritt auf ihn zu.
"Was habe ich getan?", es verließ meine Lippen so leise wie möglich, da ich irgendwie doch Angst hatte, dass er schon schlafen würde.
Er drehte sich zu mir und setzte sich ruckartig auf. Ungewollt zuckte ich zurück und versteifte mich. "Siehst du das? Du hast Angst vor mir.", traurig schaute er mich an. "Warum vertraust du mir nicht? Ich habe mich doch entschuldigt.", ich wusste nicht ob er das gerade wirklich ernst meinte oder nicht.
"Du hast mich verdammt nochmal geschlagen, da kommt nicht so einfach Vertrauen. Du hattest mein Vertrauen ja noch nie. Und durch deine Tat ist es noch schwieriger für mich, es aufzubauen.", ich hatte einen Selbstbewussten Ton, auch wenn ich selbst nicht so ganz wusste woher der kam. Aber ich würde mich nicht mehr von ihm unterkriegen lassen.
"Du vertraust meiner Schwester mehr als mir?", fragte er ungläubig. "Ja, ich denke schon. Ich denke wirklich ich vertraue ihr gerade mehr als dir. Aber weißt du was? Hättest du mich nicht zusammen geschlagen bis ich Blut kotzte, wäre es jetzt vielleicht anders.", gereizt schaute ich ihn an.
"Warum warst du unten?", fragte er kalt und trocken. Jede Emotion war aus seinem Körper gewichen und ich erschauderte. Ich spürte wie ich mich anspannte, ob es wegen der Frage oder dem Ton war wusste ich nicht. Ich hatte nur Angst, diese Frage zu beantworten.
"Um mir ein Glas Wasser zu holen, das weißt du doch.", ich hoffte sehr, dass er es nicht an meiner Stimme gehört hatte wie unsicher ich war. Gesehen haben konnte er es nicht, es war stockduster in diesem Zimmer.
"Sei ehrlich zu mir, warum warst du wirklich unten? Du hast deinen Pullover an. Den zieht man nicht an, wenn man in fünf Minuten wieder kommen will. Wolltest du gehen?", jetzt klang er nur noch traurig.
Er hatte mich durchschaut. Ich biss mir auf die Lippe und antwortete nicht direkt. Er schien dadurch allerdings schon eine Antwort bekommen zu haben. Scharf zog er die Luft ein und legte sich wieder hin.
"Es tut mir leid, aber ich wollte keinen Fehler machen. Ich habe Angst zu Vertrauen und du hast mir keinen Grund gegeben dir zu vertrauen."
So langsam hatten sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt und ich konnte sein Schuldbewusstes Gesicht sehen.
Ich drehte mich von ihm weg und ging auf das Sofa zu. Sogar ohne das es ausgeklappt war, war es mindestens einen Meter breit und ich legte mich hin. Da es mittlerweile schon tiefster November war fror ich dementsprechend. Ich kauerte mich zusammen, indem ich meine Beine anwinkelte und sie zu mir zog.
Ich liebte den Winter. Obwohl es extrem kühl war liebte ich den Schnee und mich vor dem Fernseher mit Kakao in eine Decke einzumummeln und Big Bang Theory zu gucken. Ich hatte mir vor zwei Jahren selbst ein Weihnachtsgeschenk gemacht in dem ich mir alle Staffeln auf DVD holte. Meine Mutter hatte mir damals einen DVD Player geschenkt. Dieser stand nun in meiner Wohnung und wartete nur darauf, dass ich wieder in Winterstimmung kam.
Gerade wollte ich einfach nur nach Hause. Ich wusste, dass es falsch war gehen zu wollen und doch würde ich es wieder versuchen. Das Gespräch mit Gemma war nett, aber dennoch fühlte ich mich falsch. Ich gehörte nicht in diese Welt. Seine Eltern waren Geschäftsleute. Er bekam alles was er wollte und ich bekam nichts und musste mir alles selbst holen. Ich war arm und konnte gerade so mein Essen und meine Miete bezahlen.
Ich steigerte mich immer weiter rein das mir irgendwann eine Träne die Wange runter rollte. Ich hatte nichts von dem verdient was er mir geben könnte. Ungewollt entkam mir ein Schluchzer. Ich kniff die Augen zusammen. Verdammt...
Glaubt ihr Harry hat das gehört? Ist er überhaupt noch wach? Vielleicht konnte er ja auch nicht schlafen...
All the Love, xx
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withered sunflower | Larry Stylinson
FanfictionWithered sunflower = verwelkte Sonnenblume Ich kam gerade aus der Küche und achtete nicht wirklich auf die Umgebung, als ich plötzlich in einen Jungen lief. Vor Schreck ließ ich den Kaffe fallen, den ich gerade auf dem Tablet getragen hatte. Als ich...
