15. Dezember

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15. Dezember 

"You know your in love when you can't fall asleep because reality is finally better than your dreams."― Dr. Seuss

Ich sank glücklich neben Lily auf das Sofa. Liam wollte mit uns ein Brettspiel spielen und mich kennen lernen. Er fühlte sich schuldig, da ich dachte, dass er Lilys Freund wäre. Ich hatte gestern immer und immer wieder beteuert, dass das alles mein Fehler war, was ja auch stimmte. Ich war so unglaublich froh, dass Liam mich aufgehalten hatte. Ich war zu voreilig, doch in diesem Moment konnte ich nicht klar denken. Gestern war ich müde und aufgebraucht zu Lily geklettert, hatte sie in die Arme geschlossen und die ganze Nacht gehalten. Sie war so unglaublich. Wie konnte ich so blind sein? Trotzallem war noch immer der Gedanke dabei sie nicht verletzen zu wollen. Doch ich hatte eingesehen, dass ich Risiken eingehen musste, um glücklich zu werden. Lily war ein zerbrechliches Stück Porzellan und ich hatte mir geschworen sie nie fallen zu lassen und wenn ihr jemand weh tun würde, dann würde ich ihre Scherben aufheben und egal ob ich mich daran schneide oder daran selbst kaputt gehe, ich würde alles darfür tun sie wieder zusammen zu legen. 

"Monopoly!", grinste Lily und klatschte in die Hände. Sie kuschelte sich an meine Seite, so dass ich ihren unfehlbaren Geruch einsaugen konnte.

"Wusste ich doch, dass das dein Lieblingsspiel ist, Lily.", sagte Liam und öffnete den Katon. "Mr. Styles, welche der Spielfiguren darf ich Ihnen anbieten? Ein weiser Mann sagte eines Tages 'Man erkennt eine Person daran, welche Spielfigur sie wählt.'."

"Mr. Payne", begann ich und konnte sogar schon wieder ein wenig Lächeln. "Ich identifiziere mich als das Handy." Ich griff nach der kleinen silber Figur.

"Wenn wir schon dabei sind, meine Herren, ich nehme den Burger.", verkündete Lily. So begannen wir mit dem Spiel. Mit den beiden Zeit zu verbringen, tat mir gut. Ich fühlte mich glücklich wie nie zuvor. Mein Mädchen und ihr Halbbruder. Wenn ich mir nur vorstellte was gewesen wäre, wenn... Liam stand auf, um sich einen Tee zu holen.

"Harry." Besorgt rieb Lily über meinen Arm.

"Hmm?"

"Geht es dir gut? Du bist so blass. Willst du aufhören-"

"Nein. Ich... Ich habe nur nachgedacht.", lächelte ich unsicher und strich eine Strähne aus meinem Gesicht.

"Dir darf es ruhig schlecht gehen, Harry. Das ist okay.", beruhigte Lily mich und griff nach meiner eiskalten Hand. Liebevoll küsste sie jeden meiner Fingerknöchel. Ihre Lippen hinterließen warme Spuren auf meiner Haut. Ihr Atem prallte wärmend auf meiner Haut.

 "Jetzt geht es mir schon viel besser.", grinste ich und stupste ihre Nase.

"Ach wirklich..." Sie zog an dem Zipfel meines Shirts und legte ihre Lippen auf meine. Was hätte ich ihr nur angetan, wenn ich gegangen wäre.

"Nehmt euch einen Raum.", rief Liam eine Teetasse in seiner Hand. Peinlich berührt stieß ich Lily sanft von mir. 

"Liam!", protestierte sie und verschränkte die Arme.

"Was denn? Ich bin auch noch da und Simay ist zu Hause.", lachte er.

"Oh! Mein armes, armes Brüderchen.", neckte Lily. "Simay hat es manchmal echt schwer mit dir, oder?"

"Gar nicht.", zischte Liam. 

"Okay.", mischte ich mich ein. 

"Simay ist seine feste Freundin seit... Seit wie vielen Jahren eigentlich nochmal?" Lily wandte sich zu ihrem Bruder, der errötete.

"Seit wir 16 sind also ungefair sechs Jahre."

"Ist das nicht süß, Harry?", quietschte Lily. "Er will ihr bald auch einen Heiratsantrag machen; traut sich aber nicht. Ich muss sie mal wiedersehen. Wie geht es ihr?"

"Ich zögere es doch nur raus... Das ist schwer. Aber ihr Mädchen könnt das nicht nachvollziehen. Ihr müsst ihn ja nicht machen. Ihr geht es gut. Sie... Sie ist gerade in der Endphase ihres Studiums als English Major im Bereich von Literatur. Später will sie bei einem Verlag arbeiten. Ich unterstütze sie in allem was sie tut.", erzählte er.

"Ja. Wow Kumpel. Respekt.", gratulierte ich.

"Gut. Ich denke ich habe gewonnen. Ich besitze die meisten Hotels und das Geld. Also... MONOPLOY!", lächelte Lily. 

"Herzlichen Glückwunsch.", grinste ich und drückte einen Kuss auf ihren Scheitel.

"Lass uns etwas machen.", schlug Liam vor.

"Denkst du genau das, was ich denke?" Die beiden Geschwister sahen sich an und Lily zog mich nach draußen. Was hatten sie denn bloß vor? Verwirrt stiegen sie in ein mir unbekanntes Auto ein, dass wahrscheinlich von Liam war. Ein alter roter Pick-Up. 

"Bist du bereit?", fragte Lily.

"Wann bin ich es denn nicht.", antwortete Liam. So fuhren wir durch die Straßen Londons. Lily und ich saßen auf der Rückbank, während Liam fuhr. 

"Jetzt links. Schnell spiel' das Tape." Lily kletterte durch das offene Rückfenster nach draußen auf die Ladefläche des Pick-Ups. Voller Angst schaute ich zu meiner Freundin, deren Blick aber äußerst friedlich war. Aus dem Radio tönte ein altes Lied, nostalgisch. 

"I walked across an empty land.", sang Liam.

"I knew the pathway like the back of my hand.", schrie Lily in den mitlerweilen dunklen Himmel und streckte die Arme ab. 

"Warum macht sie das?", fragte ich besorgt.

"Keine Sorge. Lily macht das schon immer so." Ich schaute zu ihr und sie blickte zu mir. Das grelle Licht des Tunnels viel auf ihre Haut und ließ ihr blondes Haar leuchten. Dann schaute sie wieder geradeaus. Wir fuhren über eine große Brücke.

"So why don't we go? Somewhere only we know.", rief Lily. Gänsehaut bildete sich auf meinem Körper. Sie stieg wieder ins Auto. Fasziniert blickte ich sie an.

"Das tat mal wieder gut.", seufzte Lily und legte ihren Kopf auf meinen Schoß. "Keane. Somewhere Only We Know. Meine Hyme. Mein Leben. Weißt du noch wie Ed dieses Lied immer gesungen hat?"

"Als könnte ich das vergessen...", schwärmte Liam. "Er ist und bleibt der beste Sänger, den ich kenne. Ich wette er kommt mal ganz hoch raus." Dann fuhren wir wieder zurück.

"Diese Seite kannte ich ja noch gar nicht an dir.", flüsterte ich in ihr Ohr. Sie kicherte und sah mich mit ihren klaren blauen Augen an.

"Da gibt es noch viel zu entdecken.", grinste sie und wackelte mit den Augenbrauen.

<Author's Note>

Thx. Tut mir leid, dass ich gestern nicht updaten konnte aber es war einfach so viel los und ihr kennt das bestimmt... Last-Christmas-Present-Shopping! Reinster Stress. Deshalb hoffe ich, dass euch diese Kapitel gefallen hat. :) Ahhh noch neun Tage bis Weihnachten. *_* Ich hab mein Praktikum jetzt sicher. Das Probearbeiten hat total viel Spaß gemacht. :3 Wenn ihr euch das Lied, welches im Kapitel eine Rolle spielt anhören wollt, ich habe es verlinkt und jaa vielleicht habe ich mich etwas an "Vielleicht lieber morgen" bediehnt. Ich lieeeebe diesen Film.

Eure Votes und eure Meinung sind gefragt! Danke!♥︎

-Talisa

Snowflakes |hs|Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt