Meine Muskeln setzen aus, meine Sinne, Reflexe alles war abgeschaltet, mein ganzer Körper war wie schockgefroren. Ich war nicht fähig mich zu rühren oder gar zu blinzeln. Ich war komplett auf Eis gelegt.
Plötzlich löste er sich von mir, aber nur so weit, dass er fordernd gegen meine Lippen streifen konnte ehe er sie dann erneut auf meine legte. Diesmal passierte etwas in mir, was genau konnte ich selber nicht verstehen, es war wie ein kleiner Funken, der immer mehr zu einem lodernden Feuer entfachte, bis ich schließlich den Kuss erwiederte und das war wohl der größte Fehler denn ich machen konnte, denn als Noah mich an der Taille packte und gegen die Wand drückte, fühlte ich mich verloren, ich hing an seinen Lippen und konnte nicht genug bekommen, es war wie eine Droge. Meine Hände fanden ihren Weg in seine weichen Haare und als ich leicht daran zog, knurrte Noah leicht auf und verstärkte den Griff um mich. Es war nicht schmerzhaft, mehr dominant und besitzergreifend. Mich störte nichtmal, dass er nach Alkohol schmeckte, sein minziger Duft gleichte es aus, brachte mich um den Verstand. Das einzige das ich wirklich fühlte, war der Druck von seinen Lippen auf meinen und die hitzige Wärme die durch meinen Körper rauschte als ich seine Hände spürte die an mir entlang wanderten und meinen Herzschlag zum beben brachte. Das war also mein erster Kuss und dann auch noch mit Noah Prince.
Noah. Noah. Noah.
Abrup löste ich mich von ihm und schubste ihn von mir weg, als mir klar wurde was das hieß. Mit großen Augen und nach Luft schnappend sah ich ihn an, während er teils irritiert teils verlangend meinen Blick festhielt. Ich konnte es nicht glauben, ich hatte Noah geküsst, beziehungsweise ihn mich küssen lassen. Noah, das Arschloch, dass meine beste Freundin ausgenutzt hat, die Arroganz und Selbstverliebtheit in Person, den Jungen der mir den letzten Nerv raubte.Doch meine Gedanken wurden unterbrochen, als er langsam vor mir ächzend zu Boden ging. Trotz ansteigender Wut auf ihn und mich selber, überquerte ich die kleine Distanz zwischen uns und fing ihn auf, bevor er kopfüber im Dreck landete. Auch wenn er es verdient hätte. Am liebsten wäre ich sofort zurück gezuckt, als meine Hände anfingen zu prickeln wo ich ihn berührte. Mit zusammengebissenen Zähnen stämmte ich ihn wieder auf und ignorierte das Prickeln. „T..Tiger.", grummelte er unverständlich und ich verdrehte wütend die Augen. „Halt die Klappe Prince, wir gehen jetzt zu dir, damit ich dich dort ablegen und du deinen Rausch ausschlafen kannst. Da ich aber nicht weiß wo das ist, musst du mir den Weg anweisen.", meine Stimme klang monoton und kurz tat es mir Leid, dass ich jetzt sauer auf ihn war, vorallem da ich ja mit Schuld am Kuss hatte, aber in der Regel war das ja mein ständiger Zustand und deswegen ließ ich es so wie es ist.
Noah versuchte zwar noch ein paar Mal etwas zu sagen, doch ich überhörte ihn einfach und ging los und da er auf mich angewiesen war, stolperte er mir hinterher und legte seinen Arm um mich damit er Halt fand. Stumm liefen wir die Straße entlang, wobei seine Nähe immer unerträglicher wurde. Es wurde bereits leicht dunkel, als wir bei ihm ankamen. Schnell drückte ich auf die Klingel, da er mir langsam aber sicher zu schwer wurde. Doch als Lilly die Tür öffnete hätte ich ihn am liebsten im Garten schlafen lassen sollen. Jetzt muss seine kleine Schwester ihren dummen Bruder auch noch betrunken erleben.
„Kannst du ihn bitte einfach aufs Sofa legen?", bat mich die junge Blondine ehe ich etwas sagen konnte. Überrascht nickte ich und tat ihr den Gefallen. Es scheint ihr nicht besonders neu zu sein. Gemeinsam mit im Schlepptau Noah stolperte ich ins Haus und leitete ihn weiter ins Wohnzimmer zum Sofa, wo ich ihn eigentlich langsam fallen lassen wollte, doch Noah hatte wohl andere Pläne. Wie ein Stein ließ er sich aufs weiche Polster fallen und zog mich mit sich. Erschrocken von der erneuten Nähe löste ich mich nach einer kurzen, erneuten Starre sofort von ihm und fiel dumpf zu Boden. Leise fluchend richtete ich mich wieder auf und wollte den betrunkenen Jungen zusammenstauchen, als ich merkte, dass der Übeltäter längst schlief. Sein braunes Haar hing ihm in einzelnen Stränen auf der Stirn und sein Mund war leicht geöffnet.
Kopfschüttelnd schnaubte ich auf und lief hinaus, wo Lilly immer noch an der Tür stand. „Ich geh dann mal.", murmelte ich zu ihr, nicht Wissend wie ich mit der Situation umgehen sollte. „Ja, danke dass du ihn nach Hause gebracht hast.", lächelte Lilly schwach. Nickend lächelte ich sie kurz an und ging hinaus. „Kate?", rief ihre liebliche Stimme mir nach. Fragend drehte ich mich wieder um. „Er ist keine schlechte Person, Noah, er, wir müssen einfach etwas hinter uns bringen und er tut es nun mal auf seine Weise.", versuchte sie sich zu rechtfertigen und sah mich unsicher an. „Keine Sorge Lilly, ich sehe Noah mt den selben Augen wie früher und dich auch.", aufmunternd erwiederte ich ihren Blick und sie lächelte erleichtert. Nickend schloss sie die Tür und ließ mich in der Dämmerung stehen. Mit welchen Augen ich ihn sah, musste sie ja nicht unbedingt wissen.
Angestrengt atmetet ich aus und sah hinauf zum Himmel. Dass war heute eindeutig zu viel für mich.
Und wie genau willst du jetzt damit umgehen? Morgen ist Schule! Lira! Wenn sie davon erfährt...Gott, ich war echt die schlechteste Freundin der Welt. Aber ich muss es ihr erzählen, irgendwie.Schwer seufzend sah ich nochmal zum Haus, ehe ich mich auf den Weg nach Hause machte. Hoffentlich musste Isabella noch arbeiten, wenn sie merkte, dass ich wieder zu spät war..! Das wollte ich mir lieber nicht ausmalen.Außerdem roch ich wahrscheinlich dank Noah nach Alkohol. „Noah..", murmelte ich heiser. Schnell schüttelte ich den Kopf, ich musste das was geschehen ist einfach vergessen, so tun als ob nie etwas passiert wäre. Noah und ich waren Feinde. Er mochte mich nicht und ich ihn nicht. Ende!
Und trotzdem schlug dein Herz bei ihm schneller.
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Heartbeat(ABadboyStory)
Teen FictionZeit, sie ist von Anbeginn unserer Geschichte mit dabei. Sie bildet unsere Vergangenheit , begleitet unsere Gegenwart und bereitet unsere Zukunft vor ohne dass wir dabei Einfluss auf sie nehmen können! Für manche läuft sie langsam ab, für andere sc...