Kapitel 15

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Dieses Weihnachtsfest verlief wohl wirklich ganz anders, als jeder es erwartet hätte. Vor allem Nicolas.

Der Dom kann es immer noch kaum fassen, als er nach dem aufklärendem  Gespräch wortlos das Wohnzimmer verlassen hatte. Das war eine Menge. Zu  viel. Und die Sorgen, die er sich um seinen Killian macht, sind  unbeschreiblich.

An dem Abend ging er schnell zurück zu ihm. Er zog Killian vorsichtig  den Anzug aus, damit er es bequem zum Schlafen hatte, ehe er sich  darauf an seine Seite gesellte und ihn in die Arme zog.

Für ihn selbst war es jedoch sehr schwer ein Auge zuzubekommen.  Ständig rasten seine Gedanken um die Geschehnisse herum. So verfiel er  erst sehr spät der Müdigkeit und schlief von Killians Geruch benebelt  auch endlich ein.

Am nächsten Morgen ist es sehr ruhig im ganzen Haus. Nicolas war wohl  nicht der Einzige, der noch lang wach war. Er will gar nicht wissen,  was die anderen noch alle beredet haben.

Und doch ist er schon wieder sehr früh wach, starrt an die Decke  seines alten Zimmers und streicht dem immer noch schlafenden Killian  sanft durch das weiche Haar. Seufzend winkelt er ein Bein an.

Killian hat eine Familie. Und sogar eine ganz schön große, wenn man  bedenkt, dass Elza noch fünf weitere Geschwister hat. Ganze 21, fast 22  Jahre wusste er nichts von ihnen, dabei waren sie immer da und dann noch  so nah.

Das kann doch nicht wahr sein.

Er stößt die Luft aus, dreht sich auf die Seite und zieht Killian nun  ganz in seine Arme, um die Nase in seinen Haaren zu vergraben. Wie von  selbst krallt sich der Kleinere in Nicolas' Oberteil, was diesen  schmunzeln lässt, als er merkt, wie er sich weiter an ihn kuschelt.

Eine ganze Weile verharren sie so, ehe nun auch der Jüngere sich zu  bewegen beginnt. Nicolas ist sofort hellwach und blickt zu ihm.

Killians Augenlider zucken leicht, während sich seine Augenbrauen  auch etwas bewegen und er leise Geräusche von sich gibt. Wie war das  noch? Wenn sie Glück haben, hält das aufkommende Trauma nicht an. Aber  wer sagt, das dieser ganze Mist nicht ein weiteres Trauma war?

„Nicht aufstehen, Ida kann mit dem Köter rausgehen", murmelt Killian  leise und schmiegt sich weiter an ihn. Augenblicklich huscht ein  Schmunzeln über Nicolas' Lippen und etwas erleichterter legt er seine  Lippen auf die von Killian, um ihn sanft zu bewegen.

„Guten Morgen", flüstert er leise, als er bemerkt, dass sein Freund zwar noch sehr verschlafen aber merkbar den Kuss erwidert.

„Mh", brummt Killian, um blind nach oben zu tasten, die Hand in  Nicolas' Haaren verschwinden zu lassen und ihn somit näher zu sich zu  ziehen, damit er nicht so schnell wegkann.

Die andere Hand geht derweilen auf Erkundungstour und schummelt sich  unter das Oberteil des Älteren, um dessen angenehm trainierten  Oberkörper nachzufahren.

„Wie geht's dir?", möchte Nicolas nun flüsternd wissen, als er kurz  etwas Abstand zwischen ihren Lippen gewinnen kann. Jedoch folgt nur ein  Murren. „Frag mich das, wenn ich wach bin."

Killian, der sich immer noch nicht die Mühe gemacht hat, die Augen zu  öffnen, drückt Nicolas nun neben sich, um seinen Kopf auf seiner  Schulter zu platzieren und sich an ihn zu kuscheln.

Für den Dom ist das jedoch nicht so entspannend, da er nervös darauf  wartet, dass Killian sich wieder erinnert und wach wird. Doch so wie er  seinen Eisengel kennt, wird dieser noch eine Weile benötigen, um endlich  klar bei Verstand zu sein. Er ist nämlich ein richtiger Morgenmuffel.

Er legt seufzend einen Arm um Killians Hüfte und krault mit der  anderen Hand durch sein Haar, worauf sie so verharren. Natürlich aber  nicht ohne, dass Killian seine kalten Füße, an Nicolas' Beinen aufwärmt.  Jedes Mal aufs Neue ein kleiner Schock, wenn man denkt, da kommt eine  Kälteattacke auf einmal ans Bein.

Something Special (BoyxBoy)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt