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Seit einer Woche bin ich jetzt schon wieder unter den lebenden.
Chan kam jeden Tag vorbei und auch die anderen kamen ab und zu mal zu Besuch.
Meine Eltern kamen auch mal vorbei um zu sehen wie es mir geht.
Der einzige, welcher wirklich 24/7 bei mir blieb war Jisung.
Ich wusste nicht wieso er nicht auch mal nach Hause ging, doch jedes mal wenn ich ihn danach gefragt habe bekam ich die gleiche Antwort.
Nicht einmal die Ärzte sagen etwas dazu. Ich denke sie haben schon aufgeben etwas gegen Jisung zu sagen als ich noch im Koma lag.
Jisung kann wirklich sehr durchsetzungsfähig sein wenn er etwas will.

In dieser Woche hat Jisung nicht sehr viel gesprochen. Immer nur wieder kleine Wörter oder Satzfetzen wenn er etwas gefragt wurde.
Ich mache mir wirklich Sorgen um mein kleines Eichhörnchen.
Wenigstens habe ich jetzt eine Sorge weniger, da er wieder mehr isst und auch wieder normal schläft. Jisung sieht wieder gesund aus.

Jetzt grade liegt er wieder feste an mich gekuschelt neben mir und spielt mit meinem Shirt.
Ich frage mich echt was er denkt, da er schon die ganze Zeit immer so nachdenklich wirkt.
Aber er will mit mir nicht darüber reden und von den anderen hat auch niemand eine Ahnung.

„So Minho." kommt Dr. Kim durch die Tür. Ich versuche noch immer heraus zu finden wieso er mir so bekannt vorkommt. Doch ich komme einfach nicht drauf und das nervt mich.

„Wie geht es dir denn heute?" Stellt sich der Arzt vor das Bett und sieht mich lächelnd an.
„Kann mich nicht beklagen."

„Das ist gut. Ich habe für dich einen Termin bei einem Psychologen gemacht. Er wird später mal vorbeikommen um mit dir zu reden."
Oh ja.
Der Psychologe.
Das hätte ich schon fast wieder vergessen.

Verstehend nicke ich und warte darauf das er mir etwas positives mitteilt.
„Deine Werte haben sich sehr verbessert. Wenn das so weiter geht kannst du in ein paar Tagen wieder nach Hause gehen."
Na das nenn ich doch mal gute Neuigkeiten.
Auch Jisung fängt bei seinen Worten an zu lächeln.

„Ich komm dann später noch einmal." verabschiedet sich Dr. Kim und geht wieder aus dem Zimmer.

„Jisungie?"
„Ja?" Jisung sieht zu mir auf.
„Willst du nicht auch mal nach Hause gehen? Du bist seit Tagen hier und ich fange an mir sorgen um dich zu machen." Wieder einmal versuche ich ihn dazu zu bringen nach Hause zu gehen. Es kann nämlich alles andere als gesund sein ständig hier zu sein.

„Es geht mir gut." Da ist sie wieder. Die tägliche Antwort auf diese Frage.

„Jisung bitte geh einmal nach Hause."
„Wieso denn? Willst du mich nicht hier haben?"
Jisung zieht eine schnute und Tränen glänzen in seinen Augen.

„So hab ich das nicht gemeint. Ich hab dich gerne bei mir nur-"
„Dann bleibe ich hier!" unterbricht er mich und legt seinen Kopf wieder ab.

Lange Zeit blieb es einfach still und ich mache mir immer mehr Gedanken. Ich hab Jisung wirklich gerne bei mir nur würde ich gerne mal wissen wieso er mich nicht alleine lassen will.

„Ich habe Angst." flüstert Jisung nach einiger Zeit leise.
„Wovor hast du Angst?"
Wie sonst auch fange ich an ihn am Kopf zu kraulen. Jisung Klammert sich noch mehr an mich und fängt an leicht zu zittern.

„Jisung?" frage ich nach, da er schon länger nichts mehr gesagt hatte.
„Ich habe Angst dich wieder zu verlieren sobald ich dich los lasse." seine stimme klingt belegt und ich weiß das er gleich anfangen wird zu weinen.

„Ich bin doch hier. Ich werde nirgends hin gehen."
Liebevoll streiche ich ihm durch die Haare und versuche ihn somit etwas zu beruhigen. Jisung nickt verstehend und kuschelt sich noch näher an mich.

Somit was dieses Thema erst einmal beendet. Kurz danach kam Chan durch die Zimmertür im Schlepptau hatte er Changbin.
Changbin habe ich schon länger nicht mehr gesehen gehabt, da er ein Auslandsjahr gemacht hatte.

„Schaut mal wer wieder in the town ist!" verkündete Chan fröhlich sobald sie die Tür herein gekommen waren.
„Da bin ich einmal nicht im Land und schon liegt jemand im Krankenhaus." scherzt Changbin.

Er konnte mit solchen Situationen noch nie gut umgehen. Changbin tendiert dazu in solchen Situationen Scherze zu machen. Somit kann er damit besser umgehen und es besser verarbeiten. Viele die ihn nicht kennen finden seine Art damit umzugehen Respektlos und unangebracht.
Doch jeder Mensch ist anders. Jeder geht mit Stress Situationen anders um.

„Seit wann bist du wieder zurück?" frage ich ihn.
„Ich bin schon ein paar Tage wieder hier. Ich konnte leider nicht früher kommen da ich noch ein paar Dinge zu erledigen hatte. Ich hoffe du bist mir nicht böse das ich dich jetzt erst besuchen komme."

Changbin setzt sich zu Chan an den Tisch und dreht sich zu mir, sodass er mich ansehen kann.
„Schon gut. Ich bin froh das du wieder da bist. Du hast so einiges verpasst."
„Ja ich hab's schon gehört." räuspert er sich kurz.

„Ich werde kurz nach draußen gehen." Murmel Jisung. Er steht auf und verschwindet mit schnellen Schritten aus dem Zimmer.
Verwirrt und auch besorgt schaue ich ihm hinterher. Mit ihm stimmt etwas nicht und es macht mich verrückt nicht zu wissen was es ist.








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Minsung// Decision of Memory Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt