„Draco?", riss Blaise ihn aus seinen Gedanken.
„Mh?", erwiderte dieser, jedoch den Blick weiter starr nach vorn gerichtet.
Noch immer blickte Blaise den Blondhaarigen fordernd von der Seite an. Anscheinend schien sein bester Freund eine Antwort auf ihr Gespräch, welchem er nur beiläufig Beachtung geschenkt hatte, zu erwarten.
Nachdem er seinen Blick gelöst hatte und sich wieder auf ihn konzentrierte, versuchte Draco ihm mit hochgezogener Augenbraue zu verstehen zu geben, dass er ihm doch etwas auf die Sprünge helfen solle.
Mehr amüsiert, als genervt schüttelte Blaise den Kopf. Er kannte Draco mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass dieser mit den Gedanken oft abschweifte und nicht ganz bei der Sache war.
Erneut wiederholte er also seine Frage, ob er nicht ebenso fand, der Kurs würde nur wie geraten kommen.
Etwas das Draco nur mit irritiertem Gesichtsausdruck kommentierte.
Er verstand nicht, wieso dem so sein sollte.
Im Gegensatz zu Blaise konnte er die Euphorie nicht ganz nachvollziehen.
Erneut lachte der Dunkelhäutige auf. Auch wenn Draco normalerweise sehr intelligent zu sein schien, konnte er ihm manchmal einfach nicht folgen.
„Na wegen Kleinweasley. Schon vergessen? Wir sind doch als Partner eingeteilt worden. Schicksal würde ich mal sagen".
Fassungslos fuhr der Hexer sich mit der Hand übers Gesicht. Manchmal war es schwierig auf einige von Blaise Aussagen die passenden Worte zu finden.
Manchmal dachte dieser Typ mit dem falschen Körperteil.
Und wenn er es diesmal nicht besser gewusst hätte, dann würde er fast seinen Zauberstab darauf verwetten, dass es sich garantiert nicht um Schicksal, sondern herbeigeführte Fügung handelte. Er tat oft ziemlich viel, um zu bekommen was er wollte.
„Aber bei dir ist es doch auch so!", begann der andere Hexer weiter zu philosophieren.
Mit abwertendem Blick sah Draco ihn an: „Dein Ernst?!"
Da er gerade richtig in Fahrt zu sein schien, stichelte er weiter, dass er es sich doch noch einmal überlegen solle.
„Oder hast du das etwa schon?", fragte er schließlich und boxte mit der Faust spielerisch gegen seine Schulter.
Wenn Blaise nicht ausnahmsweise mal ins Schwarze getroffen hätte, dann würde er jetzt sicherlich ein weiteres Mal fassungslos die Arme über dem Kopf zusammenschlagen. Er füllte sich ertappt, das genau dies der Grund für seine anfängliche Abwesenheit gewesen war.
Denn im Gegensatz zu Blaise Geschwafel hatte das Geschehen am Tisch gegenüber seine Aufmerksamkeit deutlich mehr geweckt.
Auch wenn Draco dem Gespräch nur unvollständig folgen, sowie lediglich einige Wortfetzen vernehmen konnte, hatte er angenommen zu verstehen, um was es ging. Als Granger dem Weasel die Serviette ins Gesicht gefeuert hatte, war auch ihm ein Schmunzeln nicht verwehrt geblieben.
Selbst er wäre sensibel genug, solch ein Thema nicht weiter auf die Spitze zu treiben. Auch wenn es einfach manchmal zu amüsant war. Er vermutete jedoch, dass es Ron dafür zusätzlich an der nötigen Intelligenz mangelte. Auch um zu erkennen, dass er sich damit so ordentlich bei Granger ins Aus geschossen hatte.
In der Regel färbte sich ihr Gesicht nur bei ihm so rot vor Wut.
Was ihm dabei ebenfalls nicht entgangen war, war die Tatsache, das die Brünette sich kurz hatte zusammenreißen müssen, nicht auch ihm einen vernichtenden Blick zuzuwerfen.
Draco verstand jedoch nicht, was er dafür können solle. Er hatte sich diese Paarung gewiss nicht ausgesucht. Klar war sie seinem Problem nur zu Recht gekommen, aber dies war auch nur ein glücklicher Zufall. Mehr gewiss nicht.
Das hatte er sich zumindest während seinen weiteren Gedankengängen versucht einzureden.
Unwillkürlich hatte er an die bizarre Situation im Flur vor der Bibliothek und seine Gedanken während des Lernens denken müssen. Es war weder seine Absicht gewesen sie wie der letzte Idiot anzustarren, noch ihr wieder so nah zu kommen.
Es war einfach passiert.
Sich darüber überhaupt Gedanken zu machen, schien für ihn absurd, aber sie waren sich vorher noch nie so oft und innerhalb kurzer Zeit so nah gewesen. Geschweige denn, dass sie überhaupt mehr Zeit als nötig miteinander verbrachten.
Er musste zugeben, dass ihn die Situation im Flur nicht einfach so kalt gelassen hatte.
Weshalb der Hexer auch mit sich rang, ob er Blaise nicht von den bisherigen Geschehnissen berichten solle.
„Also, hab ich Recht oder hab ich Recht?", wackelte Blaise mit den Augenbrauen.
„Lass mich mit diesem Thema endlich in Ruhe! Das wird nicht passieren. Kapiert?", entschied er sich schließlich dagegen.
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Verbotene Liebe
FanfictionEin Malfoy. Stolz, arrogant und kaltherzig. Eine Granger. Treu, intelligent und warmherzig. Zwei Menschen die sich Jahre lang nur verachtet, beschimpft und alles getan haben um dem Anderen aus dem Weg zu gehen. Doch was wenn, die Liebe stärker ist...
