Langsam fuhr Hermine mit ihrer Hand das Treppengeländer der Steintreppen nach Unten.
Das sie Alte Runen mit einem Lächeln auf den Lippen verlassen würde, hätte sie nicht gedacht.
Und das Mr. Perfekt wohl doch nicht so perfekt war, wie er immer allen weiß machte, beflügelte sie nur noch mehr.
Als Hermine die letzte Stufe passiert hatte, bahnte sie sich den Weg durch das Wirrwarr der Schlossgänge.
Jedoch wurde das gute Gefühl bald von Unwohlsein getrübt.
Gänsehaut überkam die junge Hexe.
Sie fühlte sich, wie in einem schlechten Horrorfilm.
Als würde sie von kalten Blicken beschattet werden.
Unsicher blickte Hermine mehrmals über ihre Schulter und scannte den dunklen Gang hinter ihr ab.
Zusätzlich beschleunigte sie ihr Schritttempo.
Nachdem die Hexe diesen Vorgang mehrmals wiederholt hatte, blieb sie schließlich in einem leeren Gang stehen.
Vor was hatte sie nur solche Angst? Hogwarts war einer der sichersten Plätze des Zaubereruniversums. Also gab es gar keinen Grund so paranoid zu sein.
Einem so logisch versierten Mensch, wie sie es normalerweise war, sollte dies eigentlich bewusst sein.
Folglich atmete die Hexe einmal tief durch und schüttelte das ungute Gefühl einfach ab. Dann setzte sie ihren Weg endlich fort.
Nachdem Hermine sich jedoch selbst erwischte, wie sie sich erneut umdrehte, bestätigte sich ihr Gefühl schließlich doch.
Jemand folgte ihr.
Diese Erkenntnis versuchte sie sich nicht allzu sehr anmerken zu lassen. Wer auch immer es zu sein schien, sie würde es gleich erfahren.
Um ihren Verfolger auffliegen zu lassen, bog Hermine diesmal etwas schneller als gewöhnlich um die Ecke und lehnte sich gegen die kalte Steinwand.
Ihr Verfolger bog wenig später in den gleichen Gang ein.
Es war ... Malfoy?!
Dieser schien ein wenig genauso überrascht, wie sie selbst zu sein. Er hatte sie nämlich garnicht bemerkt.
Nachdem er an ihr vorbei gehuscht war, verschränkte Hermine ihre Arme vor der Brust.
»Du kannst wohl nie genug von mir bekommen«, war der beste Spruch der ihr über die Lippen kam.
Ertappt zuckte der Blondhaarige zusammen.
___
Fuck.
Das konnte doch nicht ihr Ernst sein.
So gelassen wie möglich drehte Draco sich zu ihr um. Sie sollte um keinen Preis merken, dass es ihm unangenehm war.
Denn es war ihm mehr als das.
»Wenn dann wohl eher anders herum Granger«, versuchte er ihren Spruch zu kontern. Er musste sich jedoch eingestehen, dass er mit solchen Worten aus ihrem Mund nicht gerechnet hatte.
Mit solch einem Biss war die Kleine irgendwie scharf. Unbewusst biss er sich bei diesem Gedanken auf die Lippe.
Was jedoch nicht unbemerkt blieb.
»Ne ganz sicher nicht. So wie du mich gerade ansiehst bist du derjenige, der mich doch am liebsten vernaschen würde«
Fuck 2.0
Innerlich ohrfeigte er sich selbst. Wie konnte er nur so etwas von Streber-Granger denken. Widerlich.
Seitdem ihm Blaise diesen Floh ins Ohr gesetzte hatte, war etwas anders.
War sie wirklich so einfach zu haben?
Früher hatte er sich nie Gedanken über sowas gemacht, aber wenn er schon die Gelegenheit hatte, warum sollte er es nicht nutzen.
So wie sie sich immer benahm, war sie hundertprozentig auf jede Weise noch Jungfrau.
Verschmitzt lächelte er. Vermutlich würde diese Aktion seinen eigentlichen Grund für sein Folgen behindern, doch wenn es die Gelegenheit zum Spielen gab, dann konnte er diese nicht einfach links liegen lassen.
»Ja du hast Recht. Ich verzehre mich nach dir«, flüsterte Draco und machte einen Schritt auf sie zu. Dabei steckte er ihr eine Haarsträhne hinters Ohr.
Als Granger plötzlich rot zu werden schien, musste er sich ein Lachen verkneifen. Sein Plan ging aufzugehen.
___
Mit großen Augen sah Hermine ihn an.
Passierte das hier gerade wirklich?
Die Situation entwickelte sich definitiv anders, als sie gehofft hatte.
Stand Malfoy etwa auf sie? War er ihr deshalb gefolgt?
Als sie in seine grauen Augen blickte, musste sie schwer schlucken.
Fuck, war er heiß. Durch die ganzen Sticheleien war ihr dies nie so wirklich aufgefallen. Obwohl das eigentlich gelogen war. Wie hätte ihr das nicht auffallen können. Sie hatte es einfach nur ausgeblendet.
Hermine wusste, dass sie ihn abgrundtief hasste und am liebsten mehrere Flüche auf den Hals hetzen würde. Doch genau in diesem Moment hatte sich das Blatt schlagartig um 180 Grad gewendet.
Für einen kurzen Augenblick vergass sie, dass sie eine Granger und er ein Malfoy war.
Sie wollte es. Sie wollte, dass er ihr nah war. Sie wollte, dass er es tat.
Auch als sie seinen heißen Atem an ihrem Hals spürte, drückte sie ihn nicht von sich.
Seit dem Blick in seine hypnotisierend schönen Augen war ihr alles egal. Selbst das sie sich in seine unzählig lange Liste einreihen würde.
So etwas wie gerade hatte sie noch nie empfunden. Das Gefühl etwas zu begehren.
Euphorisch schloss Hermine die Augen. Sie hoffte einfach, dass ihre die seinen Lippen berühren würden.
Genau in dem Moment, als sie es nicht länger erwarten konnte, spürte die Hexe eine entschwindende Wärme und Schritte.
Beim Öffnen der Augen realisierte sie es. Er war weg.
Dies war auch der Zeitpunkt in dem Hermine schließlich bewusst wurde, was die letzten Minuten tatsächlich passiert war.
Beschämt rutschte sie an der kalten Steinwand nach unten.
Fuck.
Hatte diese Explosion etwa ihr Gehirn zermatscht?
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Verbotene Liebe
FanfictionEin Malfoy. Stolz, arrogant und kaltherzig. Eine Granger. Treu, intelligent und warmherzig. Zwei Menschen die sich Jahre lang nur verachtet, beschimpft und alles getan haben um dem Anderen aus dem Weg zu gehen. Doch was wenn, die Liebe stärker ist...
