Als Hermine am nächsten Morgen erwachte, stellte sie fest, dass alle anderen bereits aufgestanden waren.
Sie beschloss dies auszunutzen, um das Badezimmer zu blockieren. Dort gönnte sich die Hexe dann eine ausgiebige Dusche, welche ihr einen klaren Kopf bringen sollte.
Die Situation von gestern Abend ging einfach nicht aus ihren Kopf. Vor dem Einschlafen hatte sie lange wachgelegen und darüber nachgedacht.
Warum hatte Malfoy sie beobachtet?
War es vielleicht nur Zufall gewesen oder würde sie wirklich Teil eines dieser Verführungsspiele werden?
Hermine hoffte inständig, dass Ginny sich irrte und sie ihre Ruhe haben würde.
Mit dieser wagen Hoffnung verließ die Hexe das Badezimmer und machte sich auf den Weg in die große Halle.
In dieser herrschte schon reges Treiben. Normalerweise hätte Hermine sich jetzt zu den anderen an den Gryffindortisch gesetzt, doch irgendwie war ihr der Hunger vergangen.
Malfoy konnte einem nun sogar das Frühstück verderben, waren die Gedanken der Brünetten.
Dann schüttelte sie den Kopf, um ihn aus ihrem Kopf zu verbannen und peilte das schwarze Brett an. An diesem hingen die neuen Stundenpläne zur Einsicht aus.
Hermine suchte die Tafel nach ihrem Jahrgang ab. Als sie endlich das passende Blatt fand, bereute sie diesen Erfolg sofort.
Verächtlich schnaubte sie und murmelte leise das Wort 'Slytherin' vor sich hin.
Es gab nun schon seit dem ersten Schuljahr kein Jahr in dem die Schlangen den Gryffindors erspart blieben. Dabei wusste die Schulleitung doch ganz genau, dass die beiden Häuser nicht miteinander auskamen.
Hermine wusste so einiges, doch dies war selbst ihr ein Rätsel.
Trotz dieser Tatsache hatte sie es bisher immer geschafft, diese Tortur irgendwie zu meistern.
Würde es dieses Jahr auch so werden?
Bei diesem Gedanken machte sich ein mulmiges Gefühl in ihr breit, das einfach nicht verschwinden wollte.
»Warum immer Gryffindor?«, murmelte eine männliche Stimme neben ihr, die anscheinend die selbe Meinung wie sie vertrat.
Das ungute Gefühl verschwand und sie drehte sich neugierig zur Person neben ihr um.
Es war Blaise Zabini.
Sie wusste zwar seinen Namen und kannte so einige ungute Gerüchte rund um seine Person, doch sie hatten bisher noch nie ein Wort miteinander gewechselt. Schließlich war er Malfoys bester Freund und er hasste sie wahrscheinlich genauso sehr wie der Blondhaarige.
»Es ist doch jedes Jahr die selbe Leier«, konnte sie sich dennoch nicht zurückhalten.
Er drehte sich ebenfalls zu ihr um und blickte Hermine freundlich an.
Mit dieser Reaktion hatte sie definitiv nicht gerechnet.
Die Verwirrung schien ihr anscheinend ins Gesicht geschrieben zu stehen, was Zabini kurz auflachen ließ.
»Du tust ja so als würde ich dich gleich fressen wollen«, scherzte dieser.
»Tust du nicht?«, war das einzige was Hermine gerade hervor bringen konnte.
Zabini lachte erneut kurz auf, was Hermine nun auch zum Schmunzeln brachte.
»Blaise«, meinte er und hielt ihr die Hand entgegen.
»Hermine«, erwiderte sie verdutzt, folgte aber seinem Beispiel.
Hermine musterte den Dunkelhäutigen und stellte fest, dass sie eigentlich nichts über ihn wusste.
Vielleicht war er ganz anders als Malfoy und die Gerüchte über ihn waren eben nur Gerüchte.
Sie beschloss ihm vertrauen zuschenken und sich auf das ganze einzulassen. Dann lächelte sie ihn ebenfalls an.
Eine Weile herrschte eine unangenehme Stille zwischen ihnen, welche Hermine brach, als sie meinte, dass sie eigentlich noch in die Bibliothek wollte.
Blaise nickte verständnisvoll und Hermine drehte sich schließlich in Richtung Flur um. Als sie sich bereits einige Schritte von ihm entfernt hatte, räusperte sich Blaise hinter ihr.
»Warte mal bitte kurz, Hermine«
Die Hexe drehte sich fragend zu ihm um.
»Du bist doch gut mit der kleinen Weas..ich meine Ginny befreundet, oder?«
Misstrauisch schaute sie den Zauberer an. Was wollte er von Ginny?
» Ja bin ich«, meinte sie zögernd.
Blaise fuhr sich mit einer Hand durch die Haare und wirkte ziemlich nervös.
»Was für Blumen mag sie denn?«
Hermine hatte viel erwartet, aber so etwas sicher nicht.
Kurz überlegte sie und stammelte dann vor sich hin, dass Ginny weiße Rosen möge.
Blaise bedanke sich und ging schließlich. Auch Hermine machte sich auf den Weg in die Bibliothek.
Jedoch ließ sie der Gedanke nicht los, was Blaise mit der Information über Ginnys Lieblingsblumen anfangen wollte.
Hatte Ginny eventuell einen Verehrer?
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Zufrieden entfernte sich Blaise vom schwarzen Brett, bis er von einem Arm festgehalten wurde.
»Was soll das?«
»Das selbe könnte ich dich fragen, Draco«, meinte er zu seinem besten Freund.
Dieser stand mit verschränkten Armen und ernstem Blick vor ihm. Dann sagte er, dass Blaise das ganz genau wisse.
»Du meinst die Aktion mit Granger?«
»Ja, was sonst«
Blaise lachte dreckig und Draco wurde bewusst, dass das nichts gutes zu bedeuten hatte.
»Naja ich muss ja irgendwie an die kleine Weasley rankommen. Und was wäre einfacher, als sich mit der besten Freundin gut zu stellen«, erklärte Blaise trocken.
Draco schaute ihn fassungslos an.
»Granger ist echt naiv. Die denkt jetzt ernsthaft, dass ich lieb und nett bin«, fuhr er mit seiner Erklärung fort und lachte wieder dreckig.
Draco dachte sich seinen Teil, ließ die Situation jedoch unkommentiert.
Blaise bemerkte das strenge Verhalten seines Freundes und meinte, dass er sich locker machen solle, es sei doch nichts dabei.
»Überlege es dir doch nochmal. Granger würdest du leicht rum bekommen«
»Das ist mir auch bewusst, aber ganz sicher nicht so«, erwiderte Draco.
Daraufhin gab Blaise auf und setzte seinen Weg fort.
Draco hingegen war in den Gedanken über die Wahrhaftigkeit seines letzten Satzes versunken.
Wäre es einfach Granger rum zubekommen?
Innerlich ohrfeigte er sich selbst. Warum dachte er überhaupt an sowas?
Sie hatte nichts das ihn auch nur Ansatzweise interessieren könnte. Dennoch schweiften seine Gedanken, seit der Situation in der Winkelgasse viel zu oft um die schlaue Hexe.
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Verbotene Liebe
FanfictionEin Malfoy. Stolz, arrogant und kaltherzig. Eine Granger. Treu, intelligent und warmherzig. Zwei Menschen die sich Jahre lang nur verachtet, beschimpft und alles getan haben um dem Anderen aus dem Weg zu gehen. Doch was wenn, die Liebe stärker ist...
