Heute war der Tag.
Der Tag, der von grauen Himmel getrübt wurde.
Der Tag der Beerdigung für die Gefallenen.
Hermine stand in einem der oberen Geschosse, an einem zersplitterten Fenster. Von dort aus konnte man die Ländereien von Hogwarts überblicken.
Still stand sie da. In ihr hatte sich eine unglaubliche Leere gebildet.
Seit dem Kampf waren wenige Tage vergangen. Noch immer hatte sie nicht wirklich realisiert, was passiert war.
Hogwarts lag zum Teil in Schutt und Asche, sie war entführt und gefolterte worden und ihre beste Freundin, sowie einige ihrer Mitschüler, waren tot.
Es kam ihr alles so unwirklich vor. Die ganze Zeit war da dieses Gefühl, dass das alles nicht wahr sein konnte.
Doch so war es und sie konnte nichts daran ändern.
Hermine war den Tränen nahe. In den letzten Tagen war dies keine Seltenheit.
In ihr gab es ein Wirrwarr aus Gefühlen und Fragen.
Wie aufs Stichwort nahm Jemand von hinten ihre Hand und stellte sich neben sie. Hermine spürte die vertraute Wärme und seinen Duft. Seine Anwesenheit beruhigte sie etwas.
Dennoch gab es auch offene Fragen, die ihn betrafen.
Sie konnte nicht verstehen warum er sie weggezaubert hatte oder warum Ginny so ausgesehen hatte wie sie.
Auch warum ihre Flucht aus Malfoy Manor so einfach gewesen war. Sie war zwar durch die Folter und den Schmerz nicht wirklich anwesend gewesen, aber selbst ihr konnte dies nicht entgehen.
"Wann wollen wir endlich darüber sprechen?", brach Hermine als Erste die Stille. Draco antwortete ihr nicht.
Sie drehte ihren Kopf zu ihm um und betrachtete ihn von der Seite. Er schaute in die Ferne, doch sein Blick war leer. "Garnicht", kam es kalt vom blondhaarigen.
"Wie garnicht? Du kannst mich doch nicht einfach so im Dunklen lassen. Ich habe ein Recht zu erfahren, warum Ginny ihr Leben für meines ließ".
Dies auszusprechen erzeugte einen Kloß in Hermines Hals.
" Ich wollte dich beschützen.
Ginny wollte uns dabei helfen eine Chance zu bekommen. Ihr war bewusst, dass mein Vater dich verletzen könnte. Aber es hatte doch keiner von uns beiden erwartet, dass er so etwas schreckliches tun würde.
Es war ihr Plan, dass wir dich wegschicken und sie deinen Platz einnimmt. Hätte ich mich nicht verplappert, dann wäre sie doch nie auf die Idee gekommen dich retten zu wollen..", sprudelte es gedankenlos aus Draco heraus. Abrupt hörte er auf zu reden. Ihm war bewusst, dass er gerade zu viel gesagt hatte. Schon wieder.
Hermine ging, auf Grund ihrer neugierigen Art, natürlich sofort darauf ein.
"Was hätte Ginny denn nicht erfahren sollen?".
Draco kämpfte dagegen an zu antworten. Gab sich jedoch geschlagen.
"Mein Vater wollte dich nicht nur verletzten. Er wollte dich töten".
"Aber warum?".
Draco musste schmunzeln.
"Ihr seid euch so ähnlich. Ginny hat mich genau das selbe gefragt.
Aber wie auch ihr kann ich dir keine Antwort darauf geben".
Hermine sah ihn stirnrunzelnd an, fragte dann jedoch nicht weiter nach.
Eine Weile standen sie wieder still nebeneinander.
"Würde es dir etwas ausmachen schon Mal allein vorzugehen? Ich weiß, das ist nicht leicht, aber ich muss noch Blaise suchen. Es hat ihn sehr mitgenommen".
Hermine sah ihn verständnisvoll an, nickte und ging wenige Minuten später.
Normalerweise fühlte Draco sich schlecht, wenn er Hermine anlog.
Aber es war diesmal nicht wirklich eine Lüge, sondern eher Selbstschutz.
Er könnte sich selbst dafür schlagen, dass er sich schon wieder verplappert hatte. Bewusst hatte er gesagt, dass er ihr keine Antwort geben konnte, warum sein Vater sie töten wollte. Denn die Antwort auf diese Frage war ihm durchaus bewusst.
Ginny hatte ihn auch danach gefragt.
Er hatte ihr erzählt, dass es ihm verboten sei darüber zu reden. Ginny hatte dies hingenommen, doch bei Hermine wusste er, dass sie hartnäckig geblieben wäre. Deshalb hatte er die Situation einfach umgangen.
Ihm wurde immer bewusster, dass er endlich eine Lösung für dieses Problem finden musste.
Immer wieder war er alle Optionen durchgegangen. Doch die Worte seines Vaters auf Malfoy Manor hatten seine Vermutungen endgültig bestätigt.
Erst dort war ihm bewusst geworden, dass es von Anfang an ein aussichtsloses Spiel gewesen war.
Denn es gab nur eine Lösung für das Problem.
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Verbotene Liebe
FanfictionEin Malfoy. Stolz, arrogant und kaltherzig. Eine Granger. Treu, intelligent und warmherzig. Zwei Menschen die sich Jahre lang nur verachtet, beschimpft und alles getan haben um dem Anderen aus dem Weg zu gehen. Doch was wenn, die Liebe stärker ist...
