Wissen ist Macht

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Er fluchte leise.
So hatte Draco sich das nicht vorgestellt. Definitiv nicht.
Er wollte nicht das sie davon erfuhr, doch es war die Wahrheit.
Zu seinem Bedauern war Draco Malfoy nun ein Todesser.

"Ich wollte es nicht.
Sie haben mich gezwungen. Du kannst dir nicht vorstellen wie angsteinflößend er ist", versuchte er die Situation irgendwie zu erklären. Hermine konnte es sich nur zu gut vorstellen.
"Doch es gibt einen Grund. Ich meine, kein Mensch der bei klarem Verstand ist macht das freiwillig.
Meine Vater hat es heraus gefunden. Er weiß das von uns.
Erinnerst du dich noch als wir auf der Lichtung geübt haben?
Ich war doch ziemlich abwesend und unkonzentriert. Das lag daran, dass ich einen Brief bekommen hatte.
Mir wurde befohlen nach Hause zu kommen. Gegen einen Befehl meines Vaters widersetzt man sich nicht.
Also flog ich, nachdem ich so panisch weggestürmt war, nach Malfoy Manor.
Dort wartete er und folterte mich.
Ich höre immer noch die Worte:"Los sag es! Gib es zu.
Du liebst dieses dreckige Schlammblut du Verräter!".

Draco gab zähneknirschend von sich: "Er quälte mich so lange bis ich zu gab, dass wir zusammen sind".

Hermine schaute ihn fassungslos an. Sie konnte nicht glauben das das alles wegen ihr passiert war.
"Dann meinte er ,ich solle dich vergessen und endlich meiner wahren Aufgabe nachkommen.
Ein Todesser werden.
Ja das wurde ich dann auch. Du weist das ich ihre Meinungen nicht teile!
Du weist das ich anders bin, aber sie lassen mich beobachten und wenn jemand erfährt das wir immer noch zusammen sind dann werden sie dich töten.
Ich lebe lieber in Schmerz, anstatt dich Tod zu sehen.
Ich würde alles für dich geben. Das weist du".
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"Draco..."
Draco schaute sie schmerzerfüllt an und Hermine konnte immer noch nicht so ganz glauben was er gerade erzählt hatte.
"Draco...ich weiß das du ehrlich zu mir bist und zu mir hältst. Das ist eines der vielen Dinge, die ich so an dir schätze. Du gibst mir Stärke und Selbstbewusstsein. Du allein hast mir gezeigt, dass es auch noch eine Welt außerhalb der vielen Bücher gibt.
Es ist klar, dass wir eine Lösung für dieses Problem finden müssen, aber hör mir kurz zu und sie mich an".
Draco sah sie an.
" Vergiss das alles einfach für einen kurzen Moment. Vergiss die Vergangenheit und die Zukunft.
Was zählt sind du und ich. Nur wir beide. Das was wir haben ist bedeutend. Unsere Liebe, für die wir so oft gelitten, aber auch gekämpft haben.
Ich liebe dich und nichts auf der Welt wird das ändern".
Er erwiderte ihre Worte mit einem leidenschaftlichen Kuss und flüsterte leise:" Ich liebe dich auch".

So standen sie dort, am Geländer des Astronomieturms, und schauten über die Ländereien Hogwarts. Sie sagten nichts und genossen einfach die Zeit zu zweit.
Irgendwann ergriff Hermine wieder das Wort: "Hast du schon einen Plan wie es weiter gehen soll?".
Draco schüttelte mit dem Kopf.
"Dir ist schon klar, dass wir das Dumbledore und vor allem Harry sagen müssen", redete sie auf ihn ein.
Doch er schaute sie einfach nur verloren an. "Ich weiß das du Harry nicht magst, aber er ist der einzige der Voldemort töten kann".
Draco fand endlich wieder seine Stimme:" Da hast du leider Recht, aber dennoch werde ich es ihm nicht sagen".
Fassungslos sah Hermine ihn an.
"Bitte was?!".
"So meinte ich das jetzt nicht. Es wäre offensichtlich, wenn ich jetzt einfach zu ihm hin spaziere und ihm erzählen würde was Sache ist. Dem einzigen den ich das anvertrauen würde ist Dumbledore. Einer der wenigen Männer, die ich hier schätze und respektiere".
Hermine bejahte seinen Entschluss.
"Da hast du wohl Recht. Wenn Dumbledore es Harry sagen würde, wäre das kein Problem. Schließlich ist es nichts neues das die beiden sich treffen".
Sie beschlossen, dass Hermine dem Schulleiter die Informationen mitteilen solle und verabschiedeten sich.

Die nächsten Tage verliefen, abgesehen von der Mitteilung der Prüfungsergebnisse, relativ ereignislos. Die Prüfung hatten Draco und Hermine wie zu erwarten mit einem Ohnegleichen bestanden.
Natürlich waren die Ergebnisse Gesprächsthema Nummer eins, doch Hermine konnte immer nur an Dracos Worte denken.
Sie hatten beschlossen für einige Zeit abstand zu halten, dies natürlich nur in der Öffentlichkeit, um Ihre Beziehung zu schützen.
Hermine wartete seit Tagen auf den Richtigen Moment um mit Dumbledore zu reden, doch dieser war nach ihrer Recherche nach zur Zeit verreist.
Heute sollte er jedoch wieder in Hogwarts eintreffen und sie ergriff ihre Chance.

Zaghaft klopfte sie an die Holztür.
Von Innen vernahm sie ein herein und sie trat ein.
"Miss Granger, was für ein erfreulicher Besuch. Wie kann ich ihnen helfen?", erkundigte er sich.
"Ich wollte es ihnen schon eher mitteilen, aber durch ihre Abwesenheit war dies nicht möglich Professor. Mein Besuch ist von großer Wichtigkeit", antwortete Hermine ihm aufgeregt.

"Beruhigen sie sich Hermine. Erst einmal tief durchatmen und dann schildern sie mir ihr Anliegen".
Hermine schilderte ihm, dass Draco nun ein Todesser war, sie alle in Gefahr waren und der dunkle Lord zurück gekehrt war.

Dumbledore nickte zustimmend:"Ich bin mir dessen bewusst. Dies war auch der Grund meiner Reise Miss".
Geschockt schaute sie ihn an.
"Sie wissen das alles und teilen es den Schülern nicht mit? Warum?!".
"Eine Massenhysterie auszulösen ist nicht wirklich mein oberstes Bestreben. Mir ist bewusst das das nicht gerecht ist, aber wie bereits erwähnt war ich verreist.
Ich war auf der Suche nach Schutzmöglichkeiten und Leuten die uns unterstützen. Sie werden kommen und wir werden ihnen einen Schritt voraus sein. Ein Krieg ist wie du dir vielleicht bereits denken kannst unumgänglich, auch wenn ich wünschte es wäre anders".

"Und wie haben sie sich das gedacht? Das wir sie mit pinken Einhörnern bedrohen und sie sich ergeben, weil sie drauf reiten wollen?".
Dumbledore lachte. "Ich wusste gar nicht das sie einen so ausgeprägten Sinn für Humor haben. Draco tut ihnen gut".

Hermine grinste ihn an und nickte.
Dumbledore fuhr fort: "Kommen wir zum wesentlichen zurück.
Du weißt das wir sie besiegen können. Die einzige Person die das kann sitzt mit euch in einem Klassenzimmer, isst das gleiche Essen wie ihr und schläft im selben Turm wie du.
Er entscheidet über unseren Sieg oder unser Verderben".
Hermine flüstere: "Harry...".
Dumbledore stimmte ihr zu.
"Und obwohl wir ihnen einen Schritt voraus sind und von all dem wissen darfst du ihm nichts sagen und wir dürfen ihm nicht helfen.
Es ist sein Schicksal und diesen Weg muss er allein beschreiten", machte der Professor Hermine klar.
"Sie wollen ihn einfach im Dunkeln lassen?".
"Dort wo er wandelt herrscht keine Finsternis meine Liebe", verdeutlichte er.
Hermine musste Dumbledore schören nichts zu verraten und das tat sie.
Sie hatte den Auftrag bekommen ihm die Informationen mitzuteilen und das hatte sie getan.
Er sah etwas besonders in Harry, was er ja auch war, aber er konnte die Lage besser einschätzen als sie und so vertraute sie seinem Urteil.

Klar kam es ihr falsch vor nichts sagen zu dürfen, aber sie hatte Angst.
Angst verleitet die Menschen dazu Dinge zu tun, die nicht immer richtig sind. Sie fühlte sich unbehaglich und unsicher.

Doch eines war sie sich sicher.
Das Dunkle würde kommen, sie wusste nicht wann, aber es würde seinen Weg schon finden und es würde alles was ihm im Weg steht versuchen zu vernichten. Doch Hermine war nicht bereit kampflos aufzugeben.

Verbotene Liebe Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt