Wie zum Teufel hatte das bloß passieren können?
Lustlos zog Hermine sich am kalten Geländer der Eisentreppe hinauf. Ihr fielen gerade 100 Dinge ein, die sie lieber machen würde.
Zwar hätte die Hexe das Treffen einfach versäumen können, doch ihr Gryffindorstolz hatte ihr dabei im Weg gestanden.
An Abmachungen hatte man sich zu halten. Ordnung war schließlich das halbe Leben.
Jedoch ärgerte sie sich gewaltig überhaupt in solch eine Situation gebracht worden zu sein. Hermine verfluchte Malfoy, aber vor allem sich selbst, dass sie schwach geworden war. Und das gerade bei Mr. Kotzbrocken Perfect Malfoy.
Der Anblick der sich ihr jedoch am Ende der Treppe bot, ließ ihre Gedanken für einen Moment verstummen.
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Belustigt beobachtete der Slytherin die Hexe. Er saß auf der Treppe zur nächsten Etage und sie schien ihn noch nicht bemerkt zu haben.
Es war selbst für ihn immer wieder aufs neue faszinierend, wie dieser Ort auf andere wirkte. Mehr als ein leises 'Wow' brachten die wenigsten heraus. Nicht ohne Grund verbrachte er so viel Zeit hier. Der Ausblick war einfach fantastisch.
»Schön nicht?«, sprach er nun seinen Gedanken aus und lehnte dabei nun lässig am Geländer.
Erneut stahl sich ein kleines Lächeln auf seine Lippen, als Granger panisch zusammen zuckte. Irgendwie bereitete es ihm Freude sie auf die Palme zu bringen.
»Mach das ja nie wieder!«, sprach sie nun betont langsam.
Lachend fragte er, was schon groß passieren wolle und erhielt nur eine Geste als Antwort.
»Mein Gott Granger jetzt mach dir mal nicht ins Höschen. Ich hätte dich notfalls schon aufgefangen«
Diese stieß ein sarkastisches Lachen aus und meinte, dass er wohl der letzte Mensch auf der Welt sei den das interessieren würde.
Dies versetzte Draco unwillkürlich ein Stechen.
Er hatte ihr zwar jahrelang unmissverständlich klar gemacht, das er nicht sonderlich viel von ihr hielt, aber das sie tatsächlich selbst so von ihm dachte, war ihm nicht bewusst. Wobei er gestehen musste, dass es sich dabei um eine doch sehr naive Annahme handelte.
Er dachte immer es sei nur Hass. Doch anscheinend war es mittlerweile Gleichgültigkeit. Mit so etwas hatte er noch nie gut umgehen können. Er spielte stets eine Rolle im Leben anderer, ob positiv oder negativ. Doch gar keine war selbst für ihn neu.
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Was war bloß sein Problem?
Erst erschrak er sie halb zu Tode und dann verschlug es ihm die Sprache.
»Mein Gott Malfoy. Jetzt komm mal auf den Punkt. Entweder du willst was von mir oder du verschwendest meine Zeit.«
Hermine konnte sehen, wie er sich im Bezug auf ihren Beginn einen blöden Spruch verkneifen musste.
»Ich brauche deine Hilfe«, schoss es ohne Scham aus ihm heraus.
Bitte was, hatte er da gerade gesagt? Hatte sie sich gerade eben verhört?
Als Hermine den kurzen Schock überwunden hatte, prustete sie ungehemmt drauf los.
»Haha du willst was?! Haha. Du Mr. Ich kann doch alles, willst meine Hilfe. Göttlich. Einfach nur göttlich. Das ich das nochmal erlebe«, schwoll es nur so aus ihr heraus und sie musste sich vor Lachen mehrmals die Tränen wegwischen.
Genervt verdrehte Malfoy die Augen und fragte, ob sie sich nun genug amüsiert hätte. Vorauf von ihr nur ein amüsiertes 'niemals' kam.
Ihm hatte doch bewusst sein müssen, dass sie das auskosten würde.
»Können wir jetzt mal wieder zur Sache kommen? Ich denke nicht das du in der Lage bist dich hier groß über mich lustig zu machen. Deine Aktion letztens in Zaubertränke war nicht gerade eine Meisterleistung«, erinnerte er sie schmerzlich an diesen Tag.
Sie brauchte nicht lange, um herauszufinden wo er ihre Hilfe benötigte.
»Du fällst sonst in Alte Runen durch nicht wahr?«, fragte sie ganz direkt.
Mechanisch nickte ihr Gegenüber auf die Frage.
»Und wie gedenkst du das anzustellen? Also wo willst du üben?«, kam es plötzlich von ihr ohne große Einwende.
Mit einer Geste machte er ihr deutlich, dass es hier stattfinden solle und meinte, um ihren besorgten Gesichtsausdruck zu besänftigen, dass sie sich keine Sorgen machen solle. Dies hier sei Slytheringebiet.
»Davon wird aber nie einer erfahren klar?«
»Ich glaube das ist in unserem beiden Verständnis. Außerdem habe ich ja immer noch was gegen dich in der Hand«, diese Karte würde er wohl noch des Öfteren ausnutzen.
»Deal?«
»Deal«, antwortete die Hexe und streckte ihm die Hand entgegen.
Damit hatte es sich für Hermine erledigt und sie machte sich auf in Richtung Treppe.
Doch Draco schien damit nicht ganz einverstanden.
»Warte Granger«
Nun verdrehte sie genervt die Augen. Für so etwas hatte sie keine Zeit.
»Vertrau Blaise nicht. Und klein Weasley sollte das auch nicht «
»Warum das ? Wie kommst du denn darauf?«
»Schlangen bleiben immer Schlangen«
Neugierig blickte sie ihn an.
Was meinte er damit?
Ihm bewusst werdend, dass er gerade etwas gesagt hatte das er nie hätte sagen dürfen, schoss er an ihr vorbei.
Bevor er jedoch ganz aus ihrem Blickwinkel verschwand rief er ihr noch zu, dass sie gefälligst vergessen solle, was er gerade gesagt hatte.
Natürlich war ihm dabei bewusst, dass Hermine das nicht konnte.
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Verbotene Liebe
FanfictionEin Malfoy. Stolz, arrogant und kaltherzig. Eine Granger. Treu, intelligent und warmherzig. Zwei Menschen die sich Jahre lang nur verachtet, beschimpft und alles getan haben um dem Anderen aus dem Weg zu gehen. Doch was wenn, die Liebe stärker ist...
