Verträumt schlug Hermine die Augen auf. Das Sonnenlicht fiel durch das Fenster neben ihrem Bett wärmend auf ihr Gesicht.
Sie genoss die Wärme der Sonne und ihres Bettes. Dies hielt jedoch nur kurz an, da Hermine die ungewöhnliche Stille bemerkte.
Ihre drei Zimmergenossinnen hatten den Turm bereits verlassen. Als die Hexe einen Blick auf die kleine Uhr auf ihren Nachttisch warf, wurde ihr panisch bewusst warum.
Der Unterricht würde in etwa 10 Minuten beginnen.
Hecktisch sprang sie aus ihrem Bett auf, eilte ins Bad um sich schnell frisch zu machen und warf sich zu guter Letzt die Schuluniform über.
Dann rannte Hermine eilig die Treppen vom Gryffindorturm zur großen Halle und schließlich zum Kerker hinunter.
Sie verfluchte einmal mehr aufs neue, dass der Zaubertränkeunterricht so weit unten stattfand.
Eine andere Sache, quälte die junge Hexe jedoch noch mehr. Und zwar, dass sie heute zum ersten Mal in ihrer Schulkarriere zu spät kommen würde.
Als sie vorm Betreten des Raumes noch einmal kurz auf ihre Armbanduhr blickte, keimte Hoffnung in ihr auf.
Es war 7:28.
Schnell öffnete sie die dunkle Holztüre und trat ein. Doch als sie von fünfundzwanzig Augenpaaren irritiert gemustert wurde, wusste sie das es bereits zu spät war.
___
»Na sieh einer an. Wie kommen wir zu der Ehre, dass sie es doch noch geschafft haben Miss Granger«, zischte Professor Snape plötzlich finster.
Alle Blicke lagen nun auf der Brünetten. Draco musterte sie ebenfalls.
Es war ein Wunder, das die Oberstreberin zu spät zum Unterricht erschien. Wollte sie etwa dieses Jahr aus ihren sonstigen Verhaltensmustern ausbrechen?
Interesse keimte plötzlich im blonden Zauberer auf.
Vor seinen Augen malte er sich ein streberfreies Bild von Granger aus. Erstaunt stellte er fest, das sie ohne dies sogar relativ begehrenswert sein könnte.
Doch als er ihr ansah, dass sie verzweifelt nach einer guten Ausrede suchte, erstarb das Interesse.
Als Antwort auf Snapes Kommentar, gab die Brünette nur Gestammel von sich.
Innerlich hätte er sich am liebsten mit der Handfläche gegen die Stirn gehauen.
Ihr musste doch bewusst sein, dass dies Konsequenzen haben würde.
Folglich lachte Snape keine zwei Sekunden später auf und erklärte ihr, dass sie zu 10 Punkten Abzug für Gryffindor zusätzlich den heutigen Trank alleine brauen dürfe.
Draco beobachtete die Hexe, wie sie Platz nahm und die Vorgaben überflog.
Den Trank alleine zu bewältigen, war keine leichte Aufgabe.
Doch als 'klügste Hexe des Jahrgangs' dürfte dies keine große Herausforderung darstellen, waren seine Gedanken.
Nach 30 Minuten Bearbeitungszeit ging Snape durch das Klassenzimmer und beäugte jeden Schüler ganz genau.
Dann ging er in Richtung Lehrertisch und kehrte den Schülern den Rücken zu.
Plötzlich konnte man einen lauten Knall vernehmen. Woraufhin sich eine riesige schwarze Wolke im Klassenzimmer verteilte.
Draco rümpfte die Nase. Der Gestank war kaum auszuhalten.
»Mister Finnigan ist es so schwer, dass ihr Zaubertrank wenigstens ein einziges Mal nicht in die Luft geht ?!«, zischte Draco's Hauslehrer genervt durch den Raum.
»Professor ausnahmsweise war ich das nicht«, antwortete der Gryffindor entrüstet.
Logischerweise drehte Snape sich um und suchte akribisch nach dem Schuldigen. In diesem Fall war es jedoch zu Dracos erstaunen eine Schuldige.
Granger.
»Miss Granger, was haben sie sich bloß dabei gedacht, Schleppenkraut in den Trank zu geben? Das gibt noch einmal 15 Punkte Abzug für Gryffindor. Das sind heute schon 25 Punkte Abzug. Eine gelungene Leistung, wenn sie mich fragen!«
Draco konnte der Gryffindor ansehen, dass sie über ihr Handeln mehr als unzufrieden war.
War sie vielleicht doch nicht so perfekt, wie alle immer annahmen?
___
Frustriert erklomm Hermine die Treppen zu ihrem nächsten Unterricht.
Alte Runen.
Nachdem sie sich an ihren Tisch gesetzt und die Professorin den Unterricht eröffnet hatte, schweiften Hermines Gedanken immer wieder ab.
Obwohl es normalerweise ihr Lieblingsfach war, konnte sie sich heute absolut nicht dafür begeistern.
Immer wieder musste sie an den Zaubertrank denken. Noch nie war ihr so etwas passiert.
Obwohl sie Snape nicht ausstehen konnte, gehörte das Fach zu einem ihrer Besten. Solche Tränke waren eigentlich immer einfach zu braunen gewesen. Doch heute hatte es ihr einfach nicht gelingen wollen.
»Mister Malfoy. Wie oft soll ich es ihnen noch sagen? Ihre Übersetzung ist einfach schrecklich«, erregte plötzlich Professor Babblings Aussage ihre Aufmerksamkeit.
Neugierig musterte Hermine den Blondhaarigen, welcher zwei Reihen schräg vor ihr saß. Dieser fuhr sich mit der Hand frustriert durch die Haare.
War Mr. Perfekt, wohl doch nicht so perfekt?
Malfoy so verzweifelt zu sehen, erfüllte die Hexe mit Freude. Anscheinend war sie wohl heute nicht die Einzige, die einen schlechten Tag hatte.
Das ausgerechnet Malfoy diese Person sein musste, ignorierte die junge Hexe dabei jedoch gekonnt.
DU LIEST GERADE
Verbotene Liebe
FanfictionEin Malfoy. Stolz, arrogant und kaltherzig. Eine Granger. Treu, intelligent und warmherzig. Zwei Menschen die sich Jahre lang nur verachtet, beschimpft und alles getan haben um dem Anderen aus dem Weg zu gehen. Doch was wenn, die Liebe stärker ist...
