Overwhelmed

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Ich sah aus dem Augenwinkel, wie Damiano das etwas groß geratene Messer in die Hand nahm und sich dem rohen Lammfleisch widmete.

Ethan und Thomas waren in ihr unerbittliches Match vertieft und Vic feuerte sie lautstark an. Auch die Musik dröhnte entsprechend laut, sodass nur ich, welche mit dem Rücken zu Damiano stand, ein leises: "Ouch", vernahm. Ich drehte mich um und sah, dass sich Damiano recht schnell bewegte und den vorderen Teil seiner linken Hand umfasste.

"What happened?", fragte ich. Ich brauchte jedoch keine Antwort.

TW: Blut, Verletzung:

Damiano hatte sich mit dem großen Messer in die Hand geschnitten.

Anstatt lange zu überlegen nahm ich seine Hand und hielt sie unter den Wasserhahn über der Spüle und versuchte den Schnitt, welchen ich his zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen hatte, zu säubern. Der Schnitt war nicht sonderlich tief, aber recht lang. Das Wasser war etwas stark eingestellt, weswegen die Wunde mit Wasser gefüllt wurde und etwas Haut sich von dem Gewebe scheinbar löste. Mir war jedoch klar, dass dieser Hautlappen durch den Schnitt abgelöst wurde.

Langsam füllte sich die Wunde mit Blut und das Wasser färbte sich rot. Ich handelte und nahm ein relativ sauberes Geschirrtuch und wickelte es fest um die Wunde, knotete das Tuch zusammen und zog noch einmal fest dran.

"Did you cut that meat with the knife?", fragte ich während ich auf das Lammfleisch zeigte.

Damiano sah etwas verwirrt aus und nickte: "It's not that serious, your bandage keeps it from bleeding so,..."

TW Ende

"We've got to see a doctor. This doesn't only need stitches, your wound isn't clean."

"It's be alright, okay?"

"It won't, trust me, it'll get infected and the bacteria could spread into your whole body so you get a sepsis and die. We're going to the hospital."

Ohne Kompromiss nahm ich ihn an seiner anderen Hand und sagte den anderen kurz Bescheid, welche so ganz dezent in Panik verfielen und mitkommen wollten. Vor allem Vic war schwierig abzuwimmeln. Sie und Damiano sind manchmal echt unzertrennlich, aber so nett sie auch ist, sie würde nur behindern. Glücklicherweise konnte ich alle davon überzeugen, dass sie sich jetzt zu dritt um das Essen kümmern müssen.

Ich nahm den nächstbesten Mietwagen und fuhr Damiano zum einem nahegelegenen Krankenhaus. In der Notaufnahme angekommen, meldeten wir ihn an. Er war sichtlich nervös. Die ganze Situation beunruhigte ihn. Er schaute im Wertebereich dauerhaft auf seine Nägel und fummelte an seiner Kleidung herum. Wir sprachen nicht. Ich konzentrierte mich auf die Durchsagen und die einzelnen Ärzte. Ich wollte auf keinen Fall verpassen, wenn er aufgerufen würde. Wer weiß, ob er niederländisches Englisch gut versteht...

Er wurde aufgerufen und stand auf, zögerte aber bevor er dem Arzt folgte und sah mich erwartungsvoll an. Ich verstand, was er wollte und folgte ihm. Er nahm ebenfalls meine Hand, als gäbe ich ihm Sicherheit in einer Situation des Unwohlseins.

Ich war überfordert.

Was bedeutet das für uns? Will er mehr? Hilfe...!

Aber irgendwie war es halt auch angenehm. Seine Hand war recht warm und er umfasste meine ganz leicht. Er gab mir die Möglichkeit mich zu lösen, zeigte aber auch, dass er es genoß. Ich entschied mich dafür es einfach über mich ergehen zu lassen.

TW: Blut

Im Arztzimmer schaute sich der Arzt die Wunde kurz an, legt dann aber schnell wieder den Verband an, da es doch recht stark blutete. Damiano schilderte kurz was passiert war und Ich ergänzte wichtige Details, wie dass er mit dem Messer rohes Fleisch zuvor geschnitten hatte.

TW Ende

"I'm glad you came, you reacted quickly and right. I'll just clean the wound with some antibiotics and stitch it up, but you'll need to wear a bandage for some time and it'll need to be changed on a regular basis so you don't get an infection."

Er säuberte den Schnitt und nähte ihn mit wenigen Stichen. Nachdem er den Verband angelegt hatte, wurden wir zum Empfang geschickt, um ein Rezept für eine antibiotische Salbe und das Verbandszeug abzuholen. Damiano nahm nicht mehr meine Hand, schaute mich aber kurz mit seinen tief braunen Augen an und sagte: "Thank you"

Auch wenn es nicht viel war, löste es ein Gefühl der Wärme in mir aus.

Wir fuhren direkt zu einer Apotheke und holten alles. Auch auf dem Rückweg redeten wir nicht viel, aber immerhin etwas smalltalk.

Als wir wieder am Apartment ankamen und klingelten, da Damiano und ich in der Eile einen Schlüssel vergessen hatten, stürmte uns schon eine aufgeregte Vic entgegen.

Ohje, hoffentlich ist nicht wieder irgendwas passiert....

Deswegen hasse ich dichWo Geschichten leben. Entdecke jetzt