Ecstasy

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Ich zitterte am Ganzen Körper, los wir aus dem Wasser stiegen. Ich kann nicht sagen, ob es an dem Kuss oder dem verdammt kalten Wind lag.

Dem Kuss.

Verrückt, aber ich bin sprachlos.

Wir wickelten uns beide in unsere Handtücher ein und warfen uns unsere Klamotten um, in der Hoffnung, dass uns wärmer werden würde, doch diese Hoffnung verflog zumindest bei mir nach ein paar Minuten. Ich zitterte nach wie vor.

Damiano bemerkte dies natürlich und kam auf mich zu und schloss mich in eine Umarmung, um mich zu wärmen.

„I definitely wouldn't have needed that. I'd be perfectly fine without you.", nuschelte ich in seinen Arm.

„Of course you would", bestärkte er mich, doch ich konnte sein sarkastisches Grinsen schon fast spüren. Doch ich entschied mich den Moment und die Zweisamkeit mit ihm zu genießen.

Sekunden verstrichen bis wir uns aus der Umarmung lösten und uns auf den Weg zum Hotel machten.

„You jumped like a girl", neckte ich ihn.

Damiano verzog etwas perplex sein Gesicht.

„Thank you very much, I like that compliment.", meinte er überraschend ernst. Naja, was hatte ich mir auch gedacht. Bei dem sehr langen Gespräch gestern Abend auf dem Balkon erklärte er mir, dass er sich bewusst etwas ‚femininer' kleidet, um Geschlechternormen zu durchbrechen und sich auszudrücken. Ich finde das nach wie vor faszinierend, aber mittlerweile auch etwas traurig, danach realisiert habe wie wichtig dieses Durchbrechen doch wirklich ist.

„You look like a girl.", lachte er, während er auf mich herab schaute.

Ich schnaubte: „ I don't quite know if that's a compliment or an insult"

„Take it however you want, but believe me, a fine man like me would never insult you", seine Stimmlage machte es jetzt gerade extrem schwer zu wissen, ob er das ernst meint, „Even though, I must admit, I didn't quite believe you are a girl until I saw you in your Underwear.", stichelte er.

„Okay, what the fuck is actually wrong with you? Why are you doing that to me? Like, I fucking opened up to you over the last two days, I let you get close to me, even freaking kiss me, and now that?! What the actual fuck? Who do you believe you..."

(Eventuell habe ich in diesem Moment etwas überreagiert, hupsi)

„Whow, calm down tiger, I didn't mean it like that.", unterbrach er mich.

In meinen Augen konnte er klar meine Verwirrung und die Verletzung sehen, wobei diese nicht von ihm stammten, sondern lediglich an ihm ausgelassen wurden, aber fuck, er hatte ja keine Idee.

„Let me explain. When I saw you for the first time dressed up, you looked strong, independent, like a woman. Like you'd shit on everyone's opinion, which I think is admirable. But when I just saw you, nearly naked, I saw how fragile you seem. I first thought you'd have like a wall around you, with your clothes, your attitude, your appearance. But when you jumped, I realized it isn't a wall. You do express your real self. Your body doesn't stop you from doing it, it only makes you want to make it better."

Ok, wow, ich hab mir zwar noch nie so richtig bewusst Gedanken über das Ganze gemacht, aber irgendwie passt es.

„I..I guess you are right", gab ich kleinlaut bei."I'm sorry", nuschelte ich wieder.

Doch er sah mich nur wieder mit diesem leichten grinsen an und ich wusste, dass alles okay war.

„I think I'll call you ‚tigre'", meinte er aus dem nichts.

„Why?"

„You are as dangerous as one, zero to one hundred, but with the same speed you get a cat"

Ich sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.

„..with claws", ergänzte er.

Tigre...strange, aber interessanter als Lu.

***

Hallöchen, gerne Kritik, Meinungen und alles in die Kommentare. Motiviert beim Schreiben und gibt manchmal den nötigen Druck ;)

Deswegen hasse ich dichWo Geschichten leben. Entdecke jetzt