Als wir 15 Fische gefangen hatten schaute ich glücklich zu Kuvo. Dieser gurrte und leckte sich die Lippen. Er hatte ungefähr 20 gefangene Fische gefressen, deshalb hatten wir nur noch 15. Aber ich war ihm nicht böse, er hatte bestimmt lange nichts mehr zu essen gehabt. Als ein greller Blitz den dunklen Himmel erhellte bemerkte ich erst das ein Gewitter in Anmarsch war. Kuvo schüttelte sich als ein Regentropfen auf seine Nase viel. Plötzlich goss es wie aus Eimern, ich packte die Fische und rannte auf dem schlammigen Boden zu unserer Höhle. Kuvo hatte seinen linken Flügel ausgestreckt, so dass ich unter ihnen laufen konnte und nicht nass wurde. Plötzlich blieb Kuvo stehen und seine Nase bewegte sich kaum merkbar. Er knurrte leise, sprang dann aber lautlos auf einen Baum. "Versteckst du dich?" rief ich leise als plötzlich eine durchnässte Gestalt aus dem Wald taumelte. "Ahhh!" ich schrie auf, ließ die Fische fallen und wollte weg rennen, aber die Gestalt hatte mich schon an der Schulter gepackt. Als ich genauer hinsah erkannte ich sie. "Mum?" fragte ich verblüfft und sie drückte mich ganz fest an sich. "Wo warst du?" fragte sie traurig, "ich habe überall nach euch gesucht!" Ich umarmte meine Mutter ganz fest und lächelte. "Wehe du gehst noch einmal ohne Erlaubnis davon! Willst du das ich einen Herzinfarkt bekomme?" Ich hustete leicht "Nein,nein das will ich nicht!" Sie lachte und weinte gleichzeitig. Sie musste sich wirklich Sorgen gemacht haben. "Und wo ist deine Schwester?" fragte sie und ich starrte sie ungläubig an "ist Rose auch weg? "Ja ich hab sie seit gestern nicht mehr gesehen. Du auch nicht?" fragte Mum und ich schüttelte den Kopf. "Dann geh ich sie suchen. Bitte gehe zurück zur Hütte" mit diesen Worten wendete sie sich ab und ging Richtung Strand "Rose!" rief sie immer wieder verzweifelt. "Puh das war knapp" sagte ich als sie außer Sichtweite war und Kuvo auf mich zu kam. Er gurrte erfreut und ich streichelte seinen großen Kopf. "Also...ich glaub ich muss dann nach Hause...." flüsterte ich traurig. "Ich komm morgen wieder Kuvo" Ich deutete auf die Fische "die kannst du essen wenn du hunger hast ok? Also...bis morgen" ich umarmte ihn noch einmal ganz fest und wendete mich dann traurig zum gehen. Kuvo gurrte traurig und schaute mir lange hinterher. Vorsichtig drehte ich mich noch einmal um, aber Kuvo war verschwunden. 'Es ist besser wenn er mir nicht hinterher geht! Er ist weg gegangen und das ist auch besser' dachte ich aber irgendwie war ich trotzdem traurig. Er ist einfach weg gegangen und hatte noch nicht mal versucht mir zu folgen. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als mich plötzlich etwas an den Schultern packte. "Ahhhh!" schrie ich und wollte mich los reißen, aber das etwas konnte fliegen und zog mich mit in den verregneten Himmel. Ängstlich schaute ich nach oben und wurde sofort entspannter. Es war Kuvo. "Du fliegst!" rief ich überglücklich und kletterte vorsichtig auf seinen Rücken. Er gurrte und flog ein Stück höher. Es war schwer sich festzuhalten, da Kuvo keinen Sattel hatte, aber nach ein paar Minuten konnte ich mich besser auf ihm halten. Es regnete immer noch in strömen, weshalb man nicht sehr viel sehen konnte. Sanft flog Kuvo immer höher und achtete darauf, das ich nicht runter fiel. Die dunklen Wolken kamen immer näher und ich drückte mich näher an Kuvo und schloss die Augen. Doch als nichts passiert öffnete ich wieder die Augen und staunte über den Anblick. Wir waren über den Wolken! Hier regnete es nicht, im Gegenteil. Hier schien die Sonne, aber trotzdem war es Eiskalt hier oben. "Brr isr das kalt" sagte ich zitternd, aber glücklich. Kuvo gurrte leise und flog etwas schneller. Ein warmes Gefühl machte sich in mir breit. Ich flog auf meinem Nachtschatten das erste mal! Ein Glücks Gefühl breitete sich in mir aus. 'Ich hab meinen eigenen Drachen!" hätte ich am liebsten geschrien, aber ich hatte Angst wenn ich Kuvo damit erschrecken würde. Aber trotzdem bekam ich mein grinsen nicht mehr von meinem Gesicht.
Als wir landeten war es bereits Abends. Ich stieg ab, aber meine Beine gaben nach und ich fiel in den Schlamm. Nach dem vielen fliegen war ich es nicht mehr gewöhnt auf der Erde zu stehen. Lachend stand ich auf und schaute zu Kuvo. Er starrte mich begeistert an und einen Augenblick später lag er auch im Schlamm. Der kleine Nachtschatten kugelte sich im Schlamm und war nun fast braun. Es schien als würde er lächeln und leckte dann mit seiner rosa Zunge über die Lippen. Ich prustete los als er das Gesicht verzog und versuchte den Schlamm auszuspucken. Kuvo sah zu mir und zog seinen Schwanz unter meinen Füßen lang, so dass ich schon wieder in den Schlamm fiel. Einen Moment blieb ich starr, dann fing ich wieder an zu lachen. Ich warf einen Schlammball auf Kuvos Nase und er schoss mit seinen vorder Pranken eine Schlamm Lawine auf mich.
Nach ner Stunde waren wir dann so verdreckt und erschöpft, dass wir beschlossen für heute Schluss zu machen. Ich brachte Kuvo in eine Höhle wo er sofort einschlief. Leise ging ich nach Hause und konnte die ganze Zeit nichts anderes tun, außer zu lächeln.
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Kleine Drachenreiter
RandomHicks und Astrid sind ein Paar und haben zwei Kinder, den Jungen Cody und seine kleine Schwester Rose. Der größte Wunsch der beiden ist es, einen eigenen Drachen zu besitzen. Doch da ihre Eltern finden das die zwei noch zu jung sind, suchen sie sich...